Feeds:
Beiträge
Kommentare

In eigener Sache

In einem Blog sind die einzelnen Beiträge (Artikel) chronologisch angeordnet: die ältesten ganz hinten, die neuesten ganz vorn. Der Aufbau ist somit anders als bei einer Website, wo alles immer an der gleichen Stelle steht.

Wer etwas bestimmtes über Labyrinthe sucht oder einfach nur wissen will, was überhaupt im Blog zu finden ist, möchte vielleicht gerne so eine Art Inhaltsverzeichnis haben.

Das habe ich inzwischen erstellt und biete es in einer eigenen Seite mit dem Titel Übersicht an.

Aufgerufen wird das Inhaltsverzeichnis über das Register Übersicht und befindet sich auf dem Blog ganz oben über dem Titelbild, gleich rechts neben dem Register Über uns.

Für einen besseren Durchblick

Für einen besseren Durchblick

Noch etwas:

So ungefähr zweimal im Monat soll ein neuer Beitrag erscheinen. Mittlerweile bin ich nicht mehr allein, Andreas Frei ist mein Gastautor.

Wer immer darüber informiert sein will, kann diesen Blog auch (natürlich kostenlos und unverbindlich) abonnieren, auch folgen genannt.
Das entsprechende Feld: BLOGGERMYMAZE FOLGEN gibt es in der rechten Seitenleiste zwischen „IM BLOG SUCHEN“ und „KATEGORIEN“.
Man braucht nur seine E-Mail-Adresse anzugeben und erhält immer dann eine Nachricht, wenn wieder ein neuer Artikel im Blog erschienen ist.

Im letzten Beitrag habe ich das elfgängige Cakra Vyuh Labyrinth vorgestellt. Obwohl das Seed Pattern ein zentrales Kreuz hat und auch leicht von Hand gezeichnet werden kann, ist es kein Labyrinth im Klassischen Stil. In Abb. 1 zeige ich das Seed Pattern in verschiedenen Varianten.

CaVy_SP_var

Abbildung 1. Varianten des Seed Patterns

Bild a zeigt das originale Seed Pattern, Bild b das Seed Pattern im Klassischen Stil, Bild c im Konzentrischen Stil und Bild d im Man-in-the-Maze Stil.

Daraus sieht man nun deutlich, dass das originale Seed Pattern vom Klassischen Stil abweicht. Zwar hat es ein zentrales Kreuz, wie etwa auch das Kretische Labyrinth. Aber beim Cakra Vyuh gehen von diesem Kreuz weitere Verzweigungen ab.

Das ist im Klassischen Stil anders. Der Klassische Stil besteht aus Senkrechten, Waagrechten, Winkeln und Punkten. Es ist dafür nicht ein zentrales Kreuz erforderlich. Diese Seite zeigt gut, was gemeint ist (jeweils die linke Figur). Wenn das Seed Pattern Winkel hat, liegen sie zwischen den Kreuz Armen. Sie zweigen nicht von ihnen ab.

Die vier Figuren in Abb. 1 sehen zum Teil recht verschieden aus. Wie komme ich also zur Behauptung, dass es vier Varianten des gleichen Seed Patterns sind? Erinnern wir uns daran, dass diese Figuren Seed Pattern für die Begrenzungsmauern zeigen. Nun zeichnen wir in diese Figuren die Seed Pattern für den Ariadnefaden ein (Abb.2).

CaVy_SPab

Abbildung 2. Mit eingezeichnetem Seed Pattern für den Ariadnefaden

Das sieht zunächst mal noch komplizierter aus. Aber wenn wir uns auf die roten Figuren konzentrieren, sehen wir schnell was sie gemeinsam haben.

CaVy_SPa

Abbildung 3. Seed Pattern für den Ariadnefaden

Das Seed Pattern stellt einen Ausschnitt des gesamten Labyrinths dar. Genau genommen ist es der Ausschnitt entlang der Achse. An der Achse liegen die Wendestellen des Weges. Dies wird aus dem Seed Pattern für den Ariadnefaden besser ersichtlich als aus dem Seed Pattern für die Begrenzungsmauern.

Bei allen vier Seed Pattern wechseln sich Wendestellen mit einfachen und solche mit zwei verschachtelten Bögen ab. Das ist die Art und Abfolge der Wendestellen und die Grundinformation über das Seed Pattern. In den vier gezeigten Seed Patterns variiert die Anordnung der Wendestellen von kreisrund (Bild a und Bild d) bis länglich, hoch, schmal (Bild b und Bild c). Die Form der Bögen ist dem Verlauf der Begrenzungsmauern angepasst. Aber es ist immer eine einfache Wendestelle in Abwechslung mit einer zweifach verschachtelten Wendestelle.

Verwandte Beiträge:

Im vorigen Beitrag ging es mehr um die Geometrie und die mathematisch korrekte Konstruktion des Wunderkreises generell.

Hier ist ein Beispiel wie man es auch ganz praktisch machen kann. Denny Dyke von Circles in the Sand macht immer wieder Doppelspiralen und auch Wunderkreise in seinen Dream Fields am Strand von Oregon. Denny Dyke hat mir freundlicherweise seine Methode gezeigt.
In den folgenden Fotos wird das erläutert. Er kratzt freihändig die Linien in den Sand. Der Weg verläuft daher zwischen den Linien. Die Doppelspirale besteht hier aus drei Bögen, das diese umschließende Labyrinth hat fünf Umgänge.

Schritt 1

Schritt 1

Denny beginnt mit dem unteren Teil der Doppelspirale und zeichnet drei Halbkreise. Links deutet er zwei Linien und den Wendepunkt für das Labyrinth an. Rechts sind es drei Linien und der Wendepunkt (Schritt 1).

Schritt 2

Schritt 2

Jetzt kommen drei Halbkreise für den oberen Teil der Doppelspirale. Begonnen wird der erste Halbkreis in der Mitte des inneren unteren Halbkreises. Danach werden die freien Linienenden der schon vorhandenen Bögen miteinander verbunden (Schritt 2).

Schritt 3

Schritt 3

Jetzt werden der Reihe nach alle freien Linienenden einschließlich der Punkte parallel und in gleichem Abstand zu den jeweils vorherigen Linien verbunden.
Es sind zunächst rechts und links je vier Linien (Schritt 3).

Schritt 4

Schritt 4

Dann werden noch die beiden übrigen Linien unten auf ähnliche Art miteinander verbunden (Schritt 4).

Damit ware der Wunderkreis eigentlich schon fertig. Der offene untere Mittelteil enthält die beiden Zugänge. Links geht es in die labyrinthischen Umgänge. Rechts kommt man aus der Doppelspirale heraus.

Der fertige Wunderkreis

Der fertige Wunderkreis

Denny hat die beiden Zugänge kenntlich gemacht und durch den vom baltischen Rad bekannten „Schuhlöffel“ getrennt.

Verwandte Artikel

Ein Wunderkreis besteht aus einer Doppelspirale, umgeben von einem einfachen Labyrinth mit zwei Wendepunkten.

Wir beginnen im Zentrum mit der Doppelspirale. Als Minimum würde ein Halbkreis unterhalb und ein Halbkreis oberhalb der waagrechten Linie genügen. Es lassen sich beliebig viele Bögen hinzufügen um die Doppelspirale größer zu machen. Hier nehmen wir drei Bögen, die wir mit A, B und C bezeichnen. Die unteren werden um M1 als Mittelpunkt gezeichnet, die oberen sind versetzt und werden um M2 als Mittelpunkt gezeichnet.

Schritt 1

Schritt 1

Danach fügen wir auf der linken Seite drei Bögen hinzu. Sie werden in einem Dreieckssektor um den Mittelpunk M1 gezeichnet. Wir nummerieren die Umgänge von außen her mit 1, 2 und 3. Umgang 3 wird später zum Eingang.
Der Wendepunkt M3 für den unteren Halbkreis liegt mittig zwischen den beiden äußeren Umgängen 1 und 2.

Schritt 2

Schritt 2

Nun kommt der rechte Teil. Hier sind zwei Bögen mehr als auf der linken Seite erforderlich, also fünf. Wir nummerieren die Umgänge wieder von außen nach innen von 1 bis 5. Der Umgang 5 führt später zum Ausgang.
Der Wendepunkt M4 liegt mittig zwischen den vier Umgängen 1 bis 4. Im unteren Mittelteil werden zwei Halbkreise um diesen Mittelpunkt M4 gezogen.

Schritt 3

Schritt 3

Zum Abschluss werden die oberen Halbkreise um M2 als Mittelpunkt vervollständigt. Es sind rechts und links je 4 Halbkreise (und Umgänge) mehr geworden als am Anfang.

Schritt 4

Schritt 4

Der Wunderkreis wird üblicherweise zuerst durch die labyrinthischen Umgänge über den Umgang 3 betreten und durch die Doppelspirale hindurch im Umgang 5 verlassen. Die Wegfolge ergibt sich dann wie folgt: 3-2-1-4-C-B-A-A-B-C-5.
Die Wegfolge 3-2-1-4 liegt bekanntlich dem Mäander wie auch dem Knossos Labyrinth zu Grunde.


Jetzt wählen wir mehr Umgänge und wenden die oben genannten Grundsätze auf die Konstruktion an. Dadurch lassen sich Wunderkreise mit unterschiedlich vielen Umgängen erzeugen. Bei der Doppelspirale lassen sich Umgänge in 1-Schritten hinzufügen, beim Labyrinth geht es paarweise.
Auf der rechten Seite sind insgesamt immer zwei Umgänge mehr als links erforderlich. Die unteren Wendepunkte (M3 und M4) müsen immer mittig zwischen den geradzahligen rechten oder linken Umgängen liegen. Im folgenden Beispiel links zwischen 6 und rechts zwischen 8 Umgängen.

Wenn wir wissen, wie viel Umgänge für einen Wunderkreis wir wollen, können wir die beiden unteren Wendepunkte auf eine Linie legen und die Mitte für die Doppelspirale (M1) in einem Dreieck bestimmen. Ein- und Ausgang lassen sich ebenfalls ohne Zwischenraum nebeneinander anordnen.

Wir können hier aber beim Abstecken trotzdem zuerst mit der Festlegung der Mitte M1 beginnen und auch die Ausrichtung der Hauptachse (senkrechte Linie) bestimmen. Über Bogenschlag lassen sich dann die übrigen Mittelpunkte M3 und M4 festlegen.

Die Hauptabmessungen

Die Hauptabmessungen

Am besten betrachten wir die Maßangaben als Einheiten, also entweder „Meter“ oder „Yard“ oder „Schrittweite“ o.ä. Dann können wir auch alle Dimensionen beliebig skalieren.
Der kleinste Radius hat 1 Einheit und wächst dann stufenweise jeweils um 1 von Bogen zu Bogen. Der größte Radius hat dann 12 Einheiten. Die Begrenzungslinien addieren sich auf 407 Einheiten, der gesamte Weg durch den Wunderkreis erreicht 362 Einheiten.

Der fertige Wunderkreis

Der fertige Wunderkreis

In diesem Beispiel hat der Wunderkreis vier Umgänge mehr als im Beispiel oben auf der Seite und keinen Zwischenraum zwischen Ein- und Ausgang. Dieser Bereich ist in den historischen Wunderkreisen ganz unterschiedlich gestaltet. Manchmal sind die Wege zusammengezogen, manchmal liegen sie weit auseinander.

Verwandte Artikel

Ein sehr schönes Labyrinth Exemplar (Abb. 1) mit der Bezeichnung Cakra-vyuh findet sich bei Kern° (Abb. 626, S. 433).

Andere 5

Abbildung 1: Cakra-Vyuh Labyrinth aus einem indischen Ritualbuch

Die Abbildung stammt aus einem zeitgenössischen indischen Ritualbuch. Darin wird ein auch heute noch praktizierter Brauch unbekannten Alters beschrieben, bei dem die Labyrinth Vorstellung zur magischen Erleichterung der Geburt eingesetzt wird. Für Kern ist es ein modifizierter Kretischer Typ. Ich ordne es einem eigenen Typen zu und nenne diesen Typ nach der Bezeichnung von Kern Cakra-Vyuh (siehe Verwandte Beiträge: Typ oder Stil / 14).

Das Seed Pattern ist klar erkennbar. Man kann sich gut vorstellen, dass das Labyrinth vom Seed Pattern aus konstruiert ist. Trotzdem zögere ich, es dem Klassischen Stil zuzuordnen. Dazu weicht die kalligrafisch anmutende Ausführung zu stark vom Klassischen Stil ab. Die Begrenzungsmauern liegen mit dem grössten Teil ihres Umfangs, zu etwa 3/4, auf einer konzentrischen Kreisschar. Es hat somit auch Elemente des konzentrischen Stils. Ja, mit seinen knickfrei aneinandergefügten Bogenstücken, wo die Begrenzungsmauern von der Kreisschar abweichen und ins Seed Pattern münden, erinnert es sogar ein wenig an den Knidos Stil.

Ich habe dieses Labyrinth deshalb bei keinem bekannten Stil, sondern bei anderen Labyrinthen eingeordnet (Typ oder Stil / 9). Aber ich hatte diesen Labyrinth Typ auch schon im Man-in-the-Maze Stil gezeichnet (Wie zeichne ich ein Man-in-the-Maze Labyrinth / 5).

SPCV

Abbildung 2: Aufbau des Seed Pattern

Abb. 2 zeigt, wie das Seed Pattern aufgebaut ist. Man beginnt mit einem zentralen Kreuz. Dann fügt man an die Kreuz Arme Halbbögen an (2. Figur). Als nächstes fügt man in die verbleibenden Zwischenräume vier weitere Halbbögen ein. Das Seed Pattern enthält nun 8 Halbbögen (3. Figur). Zum Schluss wird in jeden Halbbogen ein Punkt gesetzt. Wir haben nun ein Seed Pattern mit 24 Enden, die alle auf einem Kreis liegen.

Am Muster zeigt sich deutlich, dass das Labyrinth eine eigene Wegführung hat. Deshalb ist es für mich ein eigenständiger Typ.

Typ Cakra Vyuh

Abbildung 3: Muster

Ferner ist es ein selbstduales, aber, nach Tony Phillips, uninteressantes Labyrinth (Un- / interessante Labyrinthe). Denn es besteht aus einem sehr interessanten 9-gängigen Labyrinth, mit aussen und innen je einem zusätzlichen, trivialen Umgang.

Verwandte Beiträge:

°Kern, Hermann. Labyrinthe – Erscheinungsformen und Deutungen; 5000 Jahre Gegenwart eines Urbilds. München: Prestel, 2. Aufl. 1983.

Was ist ein Wunderkreis?

Ein Labyrinth ist es nur, wenn wir auch Durchgangslabyrinthe als solche ansehen. Denn es hat zwei Zugänge und keine Mitte, in der man bleiben kann.

Ich sehe es als ein echtes Labyrinth an und behaupte sogar, dass es ältere Wurzeln hat als das Kretische Labyrinth aus dem Mittelmeerraum. Die Beschäftigung mit den Babylonischen Labyrinthen hat mich zu dieser Sicht gebracht. Denn im Zentrum eines typischen Wunderkreises befindet sich eine Doppelspirale. Eine Spirale allein ist noch kein Labyrinth, auch mäanderförmige Elemente gehören dazu.

Einige Beispiele:

Wunderkreis aus Steinen

Wunderkreis aus Steinen

Ein Exemplar mit Steinen gelegt wie die skandinavischen Trojaburgen und wohl auch aus dieser Region. Der Weg verläuft zwischen den Steinen. Der Eingang liegt in der Mitte unten und verzweigt dann. Ich kann nach links weitergehen oder nach rechts. Jedoch muss ich die ganze Figur durchwandern, um wieder herauszukommen. Im Zentrum vollzieht sich der entscheidende Richtungswechsel. Rechts und links unten liegen die beiden Wendepunkte, um die der Weg pendelnd geführt wird. Mal zur Mitte hin, mal weg davon; mal rechts herum, mal links herum. Ganz wie bei einem klassischen Labyrinth.
Die Figur besteht aus zwei Teilen: der Doppelspirale mit dem Mäander in der Mitte und den Umgängen um die beiden Wendepunkte. Welcher Teil zuerst durchlaufen wird, hängt von der Entscheidung des Weges ab. Jedoch sind die zwei Teile nicht vermischt, jedes Element wird für sich durchgangen.

Das Element mit den beiden Wendepunkten, die mit dem Zentrum in der Doppelspirale ein Dreieck bilden, kommt auch als eigener Labyrinthtyp vor. Im Typ Knossos, im Baltischen Rad und im Indischen Labyrinth,

Das Baltische Rad hat auch einen zweiten Zugang/Abgang zur Mitte, der jedoch sehr kurz ist. Die eigentliche Mitte besteht aus einem größeren, leeren Bereich. Es ist jedoch kein Wunderkreis, da der zweite Weg allein noch keinen solchen ausmacht, sondern die Doppelspirale im Mittelteil.

Alte Zeichnung des Eberswalder Wunderkreises

Alte Zeichnung des Eberswalder Wunderkreises

In dieser Zeichnung stellen die schwarzen Linien den Weg dar, nicht die Begrenzungslinien. Der Wunderkreis wurde nachweislich zuerst 1609 angelegt und zur 400-Jahr-Feier 2009 wurde sogar eine Münze herausgegeben.

Jubiläumsmünze des Eberswalder Wunderkreises

Jubiläumsmünze des Eberswalder Wunderkreises

Hier sieht er etwas anders aus, der Bewegungsverlauf ist jedoch der selbe. Inzwischen wurde auch wieder ein Wunderkreis aus Pflastersteinen in Eberswalde angelegt. Nicht auf dem Hausberg wie 1609, sondern auf dem Schützenplatz.

Der neue Eberswalder Wunderkreis

Der neue Eberswalder Wunderkreis

Ein weiterer historischer Wunderkreis ist überliefert aus Kaufbeuren.

Zeichnung des Wunderkreises aus Kaufbeuren

Ein ähnlicher Wunderkreis ist dann 2002 im Jordanpark wieder angelegt worden.

Der renovierte Wunderkreis von 2002

Der renovierte Wunderkreis von 2002

Die Siebenbürger Sachsen aus Zeiden trugen neue Erkenntnisse zum Wunderkreis bei durch das Festhalten an ihren Traditionen. Das Original befindet sich noch im heutigen Rumänien. Die Zeidner Nachbarschaft pflegt auch bei ihren Heimattreffen hier in Deutschland den  Brauch des Marsches durch den Wunderkreis.

Der Zeidner Wunderkreis

Der Zeidner Wunderkreis

Die Linien bilden hier den Weg ab und es geht zunächst nach rechts. Sie verzweigen auch nicht, sondern verlaufen getrennt. Dadurch wissen wir, dass vermutlich immer zuerst die äußeren Umgänge durchwandert wurden und dann die Doppelspirale.

An einer ganz anderen Stelle gab es im Juli 2015 den folgenden temporären Wunderkreis: Bei Ebbe am Strand von Bandon in Oregon (USA).

Dream Field am Face Rock von Bandon

Dream Field am Face Rock von Bandon, Foto © Pamela Hansen

Seit 2014 legt Denny Dyke mit seinem Team unter „Circles in the Sand“ in den Dream Field Labyrinths immer wieder neue Kreationen an. Dabei verwendet er sehr oft die Doppelspirale und den Wunderkreis, der als Durchgangslabyrinth ja auch idealerweise dafür geeignet ist. Auf die äußere Form kommt es nicht an, ein Wunderkreis kann auch eckig sein.


Jetzt können wir uns die wichtigsten Merkmale für den Wunderkreis in einer Art Musterzeichnung anschauen. Hier zunächst die Begrenzungslinien in Schwarz. Die beiden Zugänge liegen nebeneinander.

Die Begrenzungslinien für den Wunderkreis

Die Begrenzungslinien für den Wunderkreis

Durch die farbige Kennzeichnung des Wegverlaufes lassen sich die beiden wesentlichen Bestandteile für diesen Typ Labyrinth erkennen. Es gibt zwei unterschiedliche Bereiche. Der Weg nach links führt in den „labyrinthischen“ Teil um die zwei Wendepunkte herum. Der Weg nach rechts führt in die innere Doppelspirale.

Die Pfade im Wunderkreis

Die Pfade im Wunderkreis

Die ursprüngliche Bewegungsrichtung als Prozessions- oder Tanzlabyrinth führt zuerst in den äußeren Teil. In der Doppelspirale vollzieht sich der wichtigste Richtungswechsel und führt von dort wieder heraus.
Oft wurde der Wunderkreis auch zu Wettkämpfen genutzt und diente als eine Art Laufbahn. Vielleicht rührt sogar der Name von dieser Verwendung her.

Verwandte Artikel

Typ oder Stil / 15

Schluss

Zum Schluss dieser Serie fasse ich nochmals das Wesentliche zusammen und gehe auf einige offene Fragen ein. Ich habe zwischen Typ und Stil unterschieden. Die Typen bestimme ich aufgrund der Wegführung. Diese ist am besten im Muster ersichtlich (zum Muster siehe verwandte Beiträge, unten). Labyrinthe mit gleicher Wegführung ordne ich demselben Typ zu (Typ oder Stil / 6, siehe verwandte Beiträge).

Mit Stil bezeichne ich eine wegweisende Art der grafischen Gestaltung von Labyrinthen. Ich habe zunächst fünf verschiedene Stile identifiziert (Typ oder Stil / 7) und als sechsten noch den Knidos Stil von Erwin (Typ oder Stil / 8) dazu genommen. Typ und Stil ergänzen einander. Bildet man die Typen nach der Wegführung, ist das klar, transparent und erlaubt eine zweifelsfreie Einordnung der einzelnen Labyrinth Exemplare. Beim Stil ist das nicht so klar und eindeutig möglich.

Die folgende Abbildung soll das Verhältnis zwischen Typ und Stil nochmals veranschaulichen.

Die beiden oberen Bilder aus dem ersten Beitrag (Typ oder Stil / 1) sind ungewöhnlich. Sie zeigen die beiden bekanntesten Typen und Stile. Aber sie zeigen die Typen nicht in den ihnen entsprechenden gewohnten Stilen, sondern vertauscht. Also den Kretischen Typ im Chartres Stil und den Typ Chartres im Klassischen Stil. Die unteren Bilder zeigen die Typen in den ihnen entsprechenden, allen vertrauten Stilen: Den Kretischen Typ im Klassischen Stil  und den Typ Chartres im Chartres Stil.

Bei einer Typologie nach dem Wegverlauf sind jedoch einige Schwierigkeiten zu beachten:

Es ist eine unüberschaubar grosse Zahl an Typen denkbar. In der Praxis kommen aber bislang vielleicht einige hundert Typen vor. Dennoch müssen die Typen weiter zusammengefasst werden in z.B. Untergruppen, Gruppen, Familien oder ähnlich. Auch das sollte transparent und nachvollziehbar erfolgen.

Es gibt nur wenige Typen, die häufig vorkommen, denen also viele Exemplare zugeordnet sind (der Kretische Typ, Typ Chartres und wenige andere). Hingegen gibt es viele Typen, die überhaupt nur durch ein einziges Exemplar repräsentiert sind. Dies könnte in einer Typologie durch Bildung zweier entsprechender Gruppen von Typen berücksichtigt werden.

Es gibt Labyrinth Exemplare, bei denen das Muster schwierig zu bestimmen ist. Deshalb ist auch denkbar, dass Labyrinth Exemplare vorkommen können, die sich nicht klar und eindeutig nach dem Muster klassifizieren lassen.

Bisher habe ich mich auf unikursale Labyrinthe beschränkt. Nun gibt es aber eine zunehmende Anzahl an labyrinthähnlichen Figuren, die dieses Prinzip nicht einhalten. Prinzipiell kann man neben der Kategorie „unikursale Labyrinthe“ weitere Kategorien für andere labyrinthähnliche Figuren vorsehen. Diese Kategorien können dann weiter nach Typen untergliedert werden.

Ein Problem für sich ist die Namensgebung. Ich mache es so, dass ich einem Typen den Namen des zuerst publizierten Exemplars gebe. Ich habe diese Regel aber nicht konsequent durchgehalten. Die Namen der gängigsten Typen habe ich übernommen, auch wenn sie nicht nach dem frühest publizierten Exemplar vergeben worden sind. (z.B. Kretischer Typ, Typ Chartres, Typ Ravenna, Typ Saffron Walden). Auch ist diese Regel nicht ohne Probleme, da sich nicht alle Exemplare hinreichend datieren lassen. Ferner besteht immer die Möglichkeit, dass bislang noch unbekanntes, älteres Exemplar entdeckt wird.

Verwandte Beiträge:

11 Tage nach dem Weltlabyrinthtag wurde das neue Rasenlabyrinth auf einer Wiese zwischen Haus 4 und Haus 20 im Universitätsklinikum Magdeburg am 18. Mai 2016 feierlich eingeweiht.

Neben dem 11-gängigen Pflasterlabyrinth vom Typ Chartres vor dem Westportal des Magdeburger Doms gibt es nun auch ein klassisches, kretisches 7-gängiges Labyrinth im Stil Knidos. Das heißt, die Mitte ist größer als sonst üblich, hier beträgt sie das Vierfache des Achsmaßes von 90 cm.

Lange und intensive Beratungen, Vorüberlegungen hat es gegeben, bis es endlich so weit war. Die treibende Kraft hinter allem war die Ergotherapeutin der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Uta Bittkau. Ihr gelang die Überzeugungsarbeit und das Einwerben von Sponsorengeldern. Sie hatte engagierte Mitarbeiter gefunden in Ute Zeising, Mitarbeiterin im Bereich Gebäudebetreuung, Stefan Feige, Leiter des Zentralen Projektbüros und Marcus Bursian, Geschäftsführer der Firma Grünland Landschaftsbau GmbH.

Den Entwurf für das Labyrinth konnte ich beisteuern. So entstand schließlich das Rasenlabyrinth mit einem 50 cm breiten Weg aus Splitt neben den 40 cm breiten Grasstreifen als Trennungslinie. Der Gesamtdurchmesser beträgt etwa 16 m und die einfache Weglänge in die Mitte beläuft sich auf 213 m.
Für die Umsetzung sorgten die tüchtigen Gärtner der Firma Grünland Landschaftsbau GmbH unter ihrem Chef Marcus Bursian. Sie werden auch weiterhin für die Pflege verantwortlich sein.

Entwurfszeichnung für das Knidos Labyrinth

Entwurfszeichnung für das Knidos Labyrinth

Zur feierlichen Einweihung sprachen Daniela Süßmann, Landschaftsarchitektin „Ihr Freiraumplaner“ Magdeburg, Jens Hennicke von der Techniker Krankenkasse Sachsen-Anhalt, sowie der gegenwärtige Klinikdirektor Prof. Dr. med. Thomas Frodl der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, ebenso wie der ehemalige Klinikdirektor Prof. em. Dr. med. Bernhard Bogerts. Sie alle waren beratend, unterstützend, helfend in das Projekt eingebunden.

Claudia Schmidt mit einem Mantrengesang und die Labyrinthmusik von „canela“  begleiteten den ersten, feierlich Gang ins Labyrinth.

Möge das neue Rasenlabyrinth ein Ort der inneren Einkehr und Ruhe sein und seine Möglichkeiten der Selbsterfahrung und Orientierung für alle Besucher entfalten.

Hier einige Eindrücke von der Einweihung:


Zum Vergrößern und Aufrufen der Fotogalerie in ein beliebiges Foto klicken. Zum Beenden das X links oben oder die Esc-Taste anklicken.

Verwandter Artikel

Weiterführender Link

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 193 Followern an

%d Bloggern gefällt das: