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Fascinated by labyrinths

Das komplementäre (umgestellte) 7-gängige klassische Labyrinth im Knidos Stil

Die Darstellung im konzentrischen Stil habe ich in meinem letzten Beitrag (siehe Verwandte Artikel unten) beschrieben. Heute geht es um die Darstellung dieses Typs im Knidos Stil.

Die Umgangsfolge ist: 5-6-7-4-1-2-3-8. Das besondere daran ist, dass der Eintritt ins Labyrinth auf dem 5. Umgang erfolgt und der Eintritt ins Zentrum auf dem 3. Umgang.

Die Begrenzungslinien und der Ariadnefaden

Die Begrenzungslinien und der Ariadnefaden

Und trotzdem lässt sich dieser Typ auf die zentrale Achse ausrichten. Das wird nur möglich durch die Bearbeitung im Knidos Stil.

Zum ursprünglichen Labyrinth zurück komme ich mit der gleichen Methode, mit der ich auch zum komplementären Typ gelangt bin: Ich ergänze die Zahlenreihe der Umgangsfolge um die Differenz auf die letzte Ziffer (das Ziel). Also:
5-6-7-4-1-2-3-8
3-2-1-4-7-6-5-8
8-8-8-8-8-8-8-8
Das ist dann das originale, wohlbekannte klassische (kretische) Labyrinth.

Was bedeutet eigentlich der Knidos Stil?
Darunter verstehe ich vor allem, dass das Labyrinth ein größeres Zentrum erhält als nur eine Wegbreite, dass es möglichst kompakt ist und vor allem aus der Umgangsfolge entwickelt wird und nicht nach dem Grundmuster für die Begrenzungslinien. Es ist also der Ariadnefaden, der Weg im Labyrinth, der die Konstruktion bestimmt. Und diese muss geometrisch korrekt sein mit gleichbleibenden Wegbreiten, möglichst runden Elementen  und möglichst wenigen „Leerstellen“.

Hier in einer weiteren Grafik:

Das komplementäre Labyrinth im Knidos Stil

Das komplementäre Labyrinth im Knidos Stil

Hier die Zeichenanweisung für eine Art Prototyp zum skalieren für das Achsmaß von 1 m.

Die Konstruktionszeichnung

Die Konstruktionszeichnung

Und hier als PDF-Datei zum anschauen, drucken oder downloaden.

Verwandter Artikel

Das komplementäre 7-gängige klassische Labyrinth

Andreas hat bereits ausführlich über komplementäre Labyrinthe geschrieben. Siehe Verwandte Artikel unten.

Auf diesen Typ will ich heute noch einmal eingehen: Das komplementäre zum klassischen Labyrinth. Da es ein sehr interessantes Labyrinth ist und als solches eine größere Vertretung unter den begehbaren Labyrinthen verdient hätte. Zusätzlich ist es eines der wenigen selbstdualen Labyrinthe.

Hier das Muster in Diagrammform mit der Umgangsfolge:

Das Muster des komplementären Labyrinthes

Das Muster des komplementären Labyrinthes

Was ist nun so besonders an diesem Typ? Der Eingang geschieht auf dem 5. Umgang, dann geht es zügig in Richtung Mitte und um die Mitte herum. Von da geht es wieder ganz nach außen auf den 1. Umgang und von da zur Mitte hin und schließlich ins Zentrum vom 3. Umgang aus.
Da ist gleichsam eine viel größere Dynamik in der Wegführung als bei anderen Typen. Das drückt sich in der Schrittweite, den Sprüngen von Umgang zu Umgang, aus: 5v(vorwärts) – 1v – 1v – 3r(rückwärts) – 3 r- 1v – 1v – 5v.

Hier das Labyrinth in verschiedenen Stilen:

Das komplementäre Labyrinth in verschiedenen Stilen

Das komplementäre Labyrinth in verschiedenen Stilen

Links oben im kretischen Stil, daneben konzentrisch, darunter in rechteckiger und quadratischer Form. Sie sehen verschieden aus, haben aber alle die gleichen Umgangsfolgen, sind also vom gleichen Typ.

Noch einmal genauer und ausführlicher: die konzentrische Variante:

Das komplementäre Labyrinth im konzentrischen Stil

Das komplementäre Labyrinth im konzentrischen Stil

Dazu eine Konstruktionszeichnung für eine Art Prototyp mit 1 m-Achsmaß.

Die Konstruktionszeichnung

Die Konstruktionszeichnung

Und hier als PDF-Datei zum anschauen, drucken oder downloaden.

Inzwischen haben einige mutige Labyrinthbegeisterte in der Nähe von Duisburg bei Rhein-km 768 ein solches Labyrinth aus Steinen gelegt. Danke dafür.

Das Labyrinth bei Rhein-km 768, Foto © Volker Bahr

Das Labyrinth bei Rhein-km 768, Foto © Volker Bahr

Das Labyrinth bei Rhein-km 768, Foto © Volker Bahr

Das Labyrinth bei Rhein-km 768, Foto © Volker Bahr

Das Labyrinth bei Rhein-km 768, Foto © Matthias Funke

Das Labyrinth bei Rhein-km 768, Foto © Matthias Funke

Hoffen wir, dass dieses Beispiel Schule macht und bald noch mehr Labyrinthe von diesem Typ gebaut werden.

Verwandte Artikel

Wie mache ich ein 6-gängiges Hochzeitslabyrinth?

Ein 4-gängiges Hochzeitslabyrinth habe ich vor kurzem vorgestellt (siehe Verwandte Artikel unten). Da habe ich auch beschrieben, welchen Anfoderungen ein solches Labyrinth entsprechen müsste.
Heute möchte ich ein 6-gängiges Labyrinth vorstellen. Als Typ ist es schon bekannt. Hier soll es als zweigeteiltes und offenes Labyrinth verwendet werden.

In konzentrischer Form

In konzentrischer Form

Der Eintritt ins Labyrinth erfolgt auf dem 3. Umgang, der Eintritt in die Mitte vom 4. Umgang aus.
Dadurch gehen Braut und Bräutigam das erste und das letzte Stück des Weges gemeinsam nebeneinander her.
Die Brautgäste können sich außen und innen um das Labyrinth herum aufstellen. Das ist eine gute Möglichkeit, um das Geschehen zu entzerren und aufzulockern.

Hier das Labyrinth im kompakten Knidos Stil.

Das 6-gängige Hochzeitslabyrinth im Knidos Stil

Das 6-gängige Hochzeitslabyrinth im Knidos Stil

Die drei „Leerstellen“ im Labyrinth lassen sich gut für Dekorationen aller Art verwenden.

Hier eine Art Prototyp mit einem Achsmaß von 1 m. Dadurch lässt es sich gut skalieren.

Die Konstruktionszeichnung

Die Konstruktionszeichnung

Und hier wieder als PDF-Datei zum anschauen, drucken oder downloaden.

Verwandter Artikel

Wie mache ich ein Hochzeitslabyrinth?

An sich ist jeder Typ Labyrinth für ein solches oder ähnliches Ereignis geeignet. Ich habe schon viele verschiedene Fotos oder Vorlagen dafü gesehen. Darum möchte ich heute auch meinen Beitrag dazu beisteuern.

Welche Anforderungen müssten erfüllt werden? Das Paar müsste gemeinsam und auch  jeder für sich in die Mitte des Labyrinths gehen können. Dort wartet der Zeremonienmeister oder wer auch immer, auf sie. Dort warten auch die Trauzeugen und die übrigen Hochzeitsgäste. Nach der Trauung geht das Paar gemeinsam aus dem Labyrinth heraus, auf einem neuen Weg.

Gut geeignet sind zweigeteilte Labyrinthe, mit je einem eigenen Weg für das Brautpaar. Eine größere Mitte und ein eigener Ausgang sind ebenso erforderlich.

Ein gespiegeltes halbes, offenes klassisches Labyrinth

Ein gespiegeltes halbes, offenes klassisches Labyrinth

Gut geeignet ist meiner Meinung nach ein halbes klassisches Labyrinth in kreisrunder Form. Gespiegelt, dadurch zweigeteilt und oben offen, damit ein Durchgangslabyrinth. Durch Weiterführung des 4. Umgangs geschieht der Eintritt in das Zentrum von unten her. Es entsteht ein 4-gängiges Labyrinth mit der Wegfolge: 3-2-1-4-5.

Das mehr gerundete Labyrinth

Das mehr gerundete Labyrinth

Das Paar geht zusammen zum Labyrinth, steht am Eingang und jeder nimmt seinen eigenen Weg. Kurz vor dem Eintritt in die Mitte treffen sie wieder aufeinander und können so nebeneinander in die Mitte gehen. Hier warten schon die Gäste. Nach der Zeremonie verlassen alle zusammen auf dem breiteren Weg oben das Labyrinth.

Das mehr kreisrunde Labyrinth

Das mehr kreisrunde Labyrinth

Bei der genaueren Umsetzung gibt es noch viel Spielraum zur Gestaltung. Das leere, rautenförmige Mittelstück lässt sich z.B. zur Dekoration verwenden.

Das Labyrinth lässt sich auch herzförmig gestalten, was oft gewünscht wird.

Labyrinth in einfacher Herzform

Labyrinth in einfacher Herzform

Die obere Zeichnung mit geraden Mittelteilen, die untere mit runderen.

Labyrinth in runderer Herzform

Labyrinth in runderer Herzform

Mit einem dreiteiligen Bogen lässt sich die Herzform mehr betonen. Die Umsetzung in Natur ist aber etwas komplizierter und aufwendiger. Hier ist auch die Mitte ziemlich groß.

Das Herzlabyrinth mit einigen Konstruktionselementen

Das Herzlabyrinth mit einigen Konstruktionselementen

Es erfordert einige Mittelpunkte mehr als eine einfachere Labyrinthform.

Wer will, kann sich das in dieser Zeichnung als PDF-Datei anschauen, drucken oder herunterladen.

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