Wie lege ich ein 5-gängiges Knidos Labyrinth mit Seilen?

Für ein 3- oder 7-gängiges Labyrinth gibt es schon etwas auf diesem Blog. Aber noch nicht für ein 5-gängiges.

Bekanntlich gibt es acht Möglichkeiten für ein 5-gängiges Labyrinth (siehe Verwandte Artikel unten). Am besten für den hier gewünschten Zweck scheint mir die Variante mit der Wegfolge 0-5-2-3-4-1-6 zu sein. Weil es dabei keine kreuzenden Linien gibt und es nur zwei Wendepunkte hat. Das heißt, es besteht aus einer einzigen Linie. Darum ist es bestens geeignet, mit einem Seil gelegt zu werden.

So könnte sich das 5-gängige klassische Labyrinth im Knidos Stil (mit einer größeren Mitte) präsentieren:

Das 5-gängige Knidos Labyrinth
Das 5-gängige Knidos Labyrinth

Nachfolgend einige Hinweise zur genaueren Konstruktionsmethode. Dafür habe ich ein Achsmaß von 50 cm (entspricht der Wegbreite) angenommen und für die Mitte das vierfache davon gewählt. Somit ergibt sich ein Gesamtdurchmesser von 14 x 0.50 m = 7.00 m.
Hier erst einmal die Hauptelemente:

Die Konstruktionselemente
Die Konstruktionselemente

Es gibt also insgesamt 3 Mittelpunkte, um die die Linien in verschiedenen Radien verlaufen. Die gilt es, zuerst festzulegen. Denn sie bestimmen das Aussehen des Labyrinths. Den Eingang, die Mitte und die Ausrichtung der zentralen Achse.

Hier die dazugehörigen Maßangaben für die Festlegung der drei Mittelpunkte:

Die Maßangaben
Die Maßangaben

Damit lässt sich nun, ausgehend von der Mitte um M1 von M2 zu M3 (oder umgekehrt) die Linie abstecken, bzw. das Seil auslegen.

In der Konstruktionszeichnung sind noch einmal alle Maßangaben, sowie die Radien der verschiedenen Bogenelemente enthalten.

Die Konstruktionszeichnung

Hier die Konstruktionszeichnung als PDF-Datei zum herunterladen.


Geht es nun um ein bestimmtes Labyrinth an einem bestimmten Platz, lassen sich die Dimensionen leicht ändern. Ich kann das Labyrinth größer oder auch kleiner machen. Dazu muss ich einen Skalierungsfaktor berechnen. Wie das geht, soll genauer erläutert werden.
Soll das Labyrinth einen Durchmesser von etwa 9.00 m bekommen, ermittle ich den Skalierungsfaktor mit 9.00 : 7.00 = 1.2857142. Durch multiplizieren mit diesem Faktor kann ich alle übrigen Maße ermitteln. Für das Achsmaß (= Wegbreite) hätte ich dann 0.50 x 1.2857142 = 0.6428571. Das wäre dann auch der Mindestradius für die Bogenstücke. Das ist nicht sehr geschickt. 0.65 wäre doch besser? Also berechne ich einen neuen Faktor mit 0.65 : 0.50 = 1.3. Dann hätte ich 7.00 x 1.3 = 9.10 als Durchmesser und 67.75 x 1.3 = 88.075 als Linien, bzw. Seillänge. Alle übrigen Maßangaben der Konstruktionszeichnung müssten dann noch mit diesem Faktor neu berechnet werden.

Habe ich aber z.B. nur ein Seil von etwa 55 m Länge, müsste ich das Ganze verkleinern. Der Faktor wäre 55.00 : 67.75 = 0.8118081. Die Wegbreite wäre dann 0.50 x 0.8118081 = 0.405904. Das ist auch wieder nicht so glücklich. Ich nehme lieber 0.8 als Faktor und bekomme dann 67.75 x 0.8 = 54.2 m. Der Durchmesser wäre dann 7.00 x 0.8 = 5.60. Auch hier sind dann wieder alle übrigen Maßangaben entsprechend neu zu berechnen.

Ich kann also Berechnungen nach verschiedenen Gesichtspunkten ausführen.

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Die Babylonischen Eingeweidelabyrinthe im Knidos Stil

Genauer gesagt, geht es hier um die aus einigen vorherigen Beiträgen (dazu die Verwandten Artikel unten) schon bekannten 21 reihenförmig angeordneten Eingeweidelabyrinthe.

Das Aussehen wird bestimmt durch die Weg- oder Umgangsfolge. Danach lassen sich die (hier 21) verschiedenen und neuen Labyrinth-Typen konstruieren. Dazu verwende ich die schon einmal vorgestellte Methode, ein Labyrinth zu zeichnen (siehe unten).

Der Weg und die Begrenzung sind gleich breit. Die Mitte ist größer. Das letzte Wegstück führt senkrecht in das Zentrum. Alle Elemente schließen knickfrei und geometrisch korrekt aneinander an. Es gibt nur Geraden und Bögen. Alles auf möglichst kleinem Raum. Das zusammen macht den Knidos Stil aus.

Sie können ein einzelnes Bild in einer größeren Version anschauen durch Anklicken mit der Maus:

Ich finde, dass durch diesen Stil der Bewegungsverlauf eines jeden Labyrinths besonders gut erkennbar wird. Damit lassen sie sich vielleicht auch leichter mit den schon bekannten Labyrinthen vergleichen.

Bemerkenswert für mich ist, dass nur ein Exemplar (E 3384 v_6) mit dem ersten Umgang beginnt. Und dass viele zuerst und direkt die Mitte umkreisen und schließlich vom ersten Umgang aus direkt die Mitte erreicht wird. Auffällig sind auch die vielen senkrechten, geraden und parallelen Wegstücke im Mittelteil.

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Ein neues Rasenlabyrinth am Universitätsklinikum Magdeburg

11 Tage nach dem Weltlabyrinthtag wurde das neue Rasenlabyrinth auf einer Wiese zwischen Haus 4 und Haus 20 im Universitätsklinikum Magdeburg am 18. Mai 2016 feierlich eingeweiht.

Neben dem 11-gängigen Pflasterlabyrinth vom Typ Chartres vor dem Westportal des Magdeburger Doms gibt es nun auch ein klassisches, kretisches 7-gängiges Labyrinth im Stil Knidos. Das heißt, die Mitte ist größer als sonst üblich, hier beträgt sie das Vierfache des Achsmaßes von 90 cm.

Lange und intensive Beratungen, Vorüberlegungen hat es gegeben, bis es endlich so weit war. Die treibende Kraft hinter allem war die Ergotherapeutin der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Uta Bittkau. Ihr gelang die Überzeugungsarbeit und das Einwerben von Sponsorengeldern. Sie hatte engagierte Mitarbeiter gefunden in Ute Zeising, Mitarbeiterin im Bereich Gebäudebetreuung, Stefan Feige, Leiter des Zentralen Projektbüros und Marcus Bursian, Geschäftsführer der Firma Grünland Landschaftsbau GmbH.

Den Entwurf für das Labyrinth konnte ich beisteuern. So entstand schließlich das Rasenlabyrinth mit einem 50 cm breiten Weg aus Splitt neben den 40 cm breiten Grasstreifen als Trennungslinie. Der Gesamtdurchmesser beträgt etwa 16 m und die einfache Weglänge in die Mitte beläuft sich auf 213 m.
Für die Umsetzung sorgten die tüchtigen Gärtner der Firma Grünland Landschaftsbau GmbH unter ihrem Chef Marcus Bursian. Sie werden auch weiterhin für die Pflege verantwortlich sein.

Entwurfszeichnung für das Knidos Labyrinth

Entwurfszeichnung für das Knidos Labyrinth

Zur feierlichen Einweihung sprachen Daniela Süßmann, Landschaftsarchitektin „Ihr Freiraumplaner“ Magdeburg, Jens Hennicke von der Techniker Krankenkasse Sachsen-Anhalt, sowie der gegenwärtige Klinikdirektor Prof. Dr. med. Thomas Frodl der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, ebenso wie der ehemalige Klinikdirektor Prof. em. Dr. med. Bernhard Bogerts. Sie alle waren beratend, unterstützend, helfend in das Projekt eingebunden.

Claudia Schmidt mit einem Mantrengesang und die Labyrinthmusik von „canela“  begleiteten den ersten, feierlich Gang ins Labyrinth.

Möge das neue Rasenlabyrinth ein Ort der inneren Einkehr und Ruhe sein und seine Möglichkeiten der Selbsterfahrung und Orientierung für alle Besucher entfalten.

Hier einige Eindrücke von der Einweihung:

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Weiterführende Links

Ein „figurbetontes“ Knidos Labyrinth

Wenn man im Knidos Labyrinth alle Wege gleich breit macht und die Begrenzungslinien danach ausrichtet, erhält man ein rautenförmiges, leeres Element im mittleren Teil, das sonst durch ein Kreuz gebildet wird. Diese Form ergibt sich, weil die vier Wendepunkte ein Quadrat bilden.
Eine Verschiebung der Raute ergibt sich auch, wenn man die Eingangsachse (in das Labyrinth hinein) und die Eintrittsachse in die Mitte des Labyrinths auf die Hauptachse der Labyrinthfigur ausrichtet. Im „verrückten Labyrinth“ habe ich das schon einmal demonstriert (siehe Verwandte Artikel unten).

Will man dieser „Leerform“ nun eine bestimmte Gestalt geben, kann man mit der Lage der Wendepunkte spielen. Das habe ich getan um  das „figurbetonte“ Labyrinth erhalten. Alle Elemente sind Kreisbögen, die vier Wendepunkte liegen allerdings nicht mehr in einem Quadrat.

Die Anregung zu diesem Labyrinth geht auf das von Agnes Barmettler entworfene Logo mit der Frau im Labyrinth für die öffentlichen Frauenplätze zurück.

Das Logo für die öffentlichen Frauenplätze

Das Logo für die öffentlichen Frauenplätze

Solch ein Labyrinth lässt sich schön zeichnen, aber nur schwer bauen, vor allem als ein großes, begehbares Labyrinth. Daher habe ich versucht, mit geometrischen Elementen allein die Labyrinthform zu konstruieren. Etwas Fantasie ist natürlich gefragt. Auf jeden Fall bietet die „Leerform“ genügend Gestaltungsspielraum.

Das "figurbetonte" Knidos Labyrinth

Das „figurbetonte“ Knidos Labyrinth

Die nachfolgende Konstruktionszeichnung für eine Art Prototyp zeigt die geometrischen Eigenschaften im Detail.

Wer ganz genau hinschaut und mit dem Original Knidos Labyrinth vergleicht, erkennt, dass sich ein Segment weniger ergibt. Der Wendepunkt unten rechts ist nämlich in die Verlängerung der Linie vom Mittelpunkt des Zentrums zum oberen, rechten Wendepunkt gelegt. Dadurch fällt das sonst schmale „Kuchenstück“ in diesem Bereich weg.

Konstruktionszeichnung

Konstruktionszeichnung

Wer so ein Labyrinth einmal bauen möchte, ist herzlich dazu eingeladen. Die Zeichnung enthält alle dafür notwendigen Angaben. Allerdings kann man auch andere Parameter verwenden, denn das Labyrinth ist skalierbar. Der Zeichnung ist ein Achsmaß von 1 m zugrunde gelegt. Das bedeutet, dass sich alle Angaben proportional ändern (verkleinern oder vergrößern) lassen. Möchte man z.B. ein halb so großes Labyrinth, multipliziert man alle Maße mit 0,5. Auch mit „krummen“ Zahlen kann man so verfahren, bis das gewünschte Ergebnis erzielt wird.

Hier können Sie die Konstruktionszeichnung als PDF-Datei anschauen / drucken / speichern /  kopieren

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