Welt Labyrinth Tag 2022

Wieder einmal (zum 14. Mal) lädt uns die Labyrinth Society ein, den Welt Labyrinth Tag zu feiern:
Der Welt Labyrinth Tag ist eine jährliche Veranstaltung, die von der Labyrinth Society als weltweite Aktion gesponsert wird, bei der wir um 1 Uhr Ortszeit gemeinsam ein Labyrinth begehen sollten, um eine rollende Welle friedlicher Energie über den Erdball zu erzeugen. Jedes Jahr am ersten Samstag im Mai nehmen Tausende von Menschen rund um den Globus am Welt Labyrinth Tag teil, der eine bewegte Meditation für den Weltfrieden und eine Feier der Labyrinth-Erfahrung darstellt. Viele begehen um 1 Uhr Ortszeit gemeinsam ein Labyrinth, um eine Welle friedlicher Energie zu erzeugen, die von einer Zeitzone zur nächsten rollt.

Dieses Jahr ist das der Samstag, der 7. Mai 2022.

Der Aufruf der Labyrinth Society
Der Aufruf der Labyrinth Society

Mehr Informationen dazu hier (in Englisch) … Link >


Die zweite jährliche große Verbindung in der Big Connection:

Zum Aufbau von Labyrinthgemeinschaften für den Dienst an uns selbst und unserem Planeten:

Der Aufruf zur Big Connection
Der Aufruf zur Big Connection

Mehr Informationen dazu hier (in Englisch) … Link >


Für viele wird es aber auch möglich sein, wie gewohnt durch ein Labyrinth zu gehen.

Wie auch immer, der Welt Labyrinth Tag 2022 kann gefeiert werden.

Wer ein Labyrinth sucht, kann hier fündig werden:

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Das Labyrinth auf den Silbermünzen von Knossos, Teil 3

Inzwischen gibt es digitale Münzsammlungen, in denen ich weitere Münzen mit Labyrinthdarstellungen gefunden habe. Das ist vor allem das Netzwerk der universitären Münzsammlungen in Deutschland (dazu Link unten).

Im gemeinsamen Portal des NUMiD-Verbunds (ebenfalls Link unten) habe ich mit dem Suchbegriff: Labyrinth Knossos nunmehr zehn Münzen gefunden, von denen ich hier bei 5 Stück jeweils die Rückseite mit dem Labyrinth zeigen möchte.

Alle diese Werke bzw. der Inhalt stehen unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.


Im Münzkabinett der Universität Würzburg gibt es zwei Münzen.

Die eine mit der Objektnummer ID373 zeigt auf der Vorderseite den Kopf der Hera und auf der Rückseite das 7-gängige Labyrinth.

Das 7-gängige Labyrinth
Das 7-gängige Labyrinth

Die zweite Münze mit der Objektnummer ID375 zeigt auf der Vorderseite den Kopf Apollons und auf der Rückseite eine männliche Gestalt, auf einem Labyrinth sitzend. Dieses hat 5 Umgänge und dürfte zu den „fehlerhaften“ Silbermünzen von Knossos zählen.

Das fehlerhafte Labyrinth
Das „fehlerhafte“ Labyrinth

An der Universität Erlangen habe ich ebenfalls zwei Münzen gefunden.

Die eine mit der Objektnummer ID134 zeigt auf der Vorderseite den Kopf der Hera und auf der Rückseite das Labyrinth des Minotauros.

Das 7-gängige Labyrinth
Das 7-gängige Labyrinth

Die andere mit der Objektnummer ID135 zeigt auf der Vorderseite den Kopf des Zeus und auf der Rückseite das Labyrinth des Minotauros.

Das 7-gängige Labyrinth
Das 7-gängige Labyrinth

Dann gibt es noch die Universität Münster mit einer Münze. Sie hat die Objektnummer ID1316 und zeigt auf der Vorderseite Zeus als Stier mit Europa auf dem Rücken sitzend. Die Rückseite zeigt das leider etwas schwer zu erkennende Labyrinth des Minotauros.

Das 7-gängige Labyrinth
Das 7-gängige Labyrinth

Im digitalen Münzkabinett des Akademischen Kunstmuseums der Universität Bonn habe ich eine weitere Münze aus Knossos unter der Inventarnummer G.34.07 gefunden.

Sie zeigt auf der Vorderseite den Kopf des Zeus und auf der Rückseite ein quadratisches Labyrinth.

Das 7-gängige Labyrinth
Das 7-gängige Labyrinth

Ich empfehle ausdrücklich, die digitalen Münzsammlungen zu besuchen. Um zusätzliche Informationen zu erkunden.

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Wie repariere ich die Fehler in historischen Skandinavischen Labyrinthen?, Teil 5

Es bleiben jetzt nur noch die letzten beiden rätselhaften Isländischen Labyrinthe übrig.
Das sind die Zeichnungen von zwei identischen Labyrinthen aus dem Nationalmuseum von Reykjavik, NMI 3135 (Abb. 6) und NMI 5628 (Abb. 7) im Gastbeitrag von Richard Myers Shelton.

Die bringe ich erst einmal in die hier gewohnte geometrisch korrekte Form.

NMI 3135
NMI 3135
NMI 5628
NMI 5628

Die Labyrinthe sehen sich sehr ähnlich. Das eine ist einfach das andere, jeweils gespiegelt, sie sind also identisch.

Beide haben 11 Umgänge und eine größere Mitte, die aber nicht zu erreichen ist. Und es gibt nur Sackgassen, die jedoch auch nicht alle zu erreichen sind. Dafür gibt es eine Verzweigung, ähnlich wie beim Wunderkreis.
Der Weg über Umgang 8 führt zu 10 und endet hier. Der Weg über Umgang 6 führt über 2 und 4 zu 3 und endet da. Das Ende von 4 und 9 erreiche ich gar nicht. Die Mitte ist nur zu erreichen, wenn ich direkt nach dem Eintritt ins Labyrinth einen Haken schlage würde.

Die dickeren schwarzen Linien (= die Steinsetzungen) bilden die ununterbrochene Linie, den Ariadnefaden. Aber ohne jeden Anfang oder Ende, anders als noch beim Dritvík Labyrinth. Vermutlich liegt der Sinn und Zweck dieser Labyrinthe in den Steinsetzungen und nicht im Weg zwischen den Linien, wie wir es sonst von allen übrigen Labyrinthen aus dieser Zeit und in dieser Region kennen?
Aber welcher sollte das sein? Ein Gefängnis für die Geister oder Trolle? Ein Tor zur Unterwelt oder zur Anderswelt? Ein Denkmal für einen Schutzgeist? Für Rituale oder zur Magie?


Nun meine Erklärung: Nichts von alledem. Nur der Versuch, einmal ein anderes Labyrinth zu machen. Eines mit 11 Umgängen, die es zahlreich gibt in dieser Region. Die meisten sind nach dem erweitertem Grundmuster entstanden. Aber mathematisch betrachtet, gibt es über 1000 Möglichkeiten für ein 11-gängiges Labyrinth, wie Tony Phillips berechnet hat.

Die Umgangsfolge muss immer aus einer Reihe von geraden und ungeraden Ziffern bestehen. Und der Eintritt ins Labyrinth muss auf einem ungeraden Umgang liegen.
Zudem müssen die vier Sackgassen ersetzt werden. Hier darf jeweils eine Begrenzungslinie enden, aber kein Weg. Sie werden also zu Wendepunkten.

Nun meine beiden Vorschläge, wie die Labyrinthe umgestaltet werden könnten:

11-gängiges klassisches Labyrinth 7_5
11-gängiges klassisches Labyrinth 7_5

Ich habe zuerst ein 11-gängiges Labyrinth nach dem erweiterten Grundmuster mit dem Kreuz, vier Doppelwinkeln und vier Punkten gezeichnet (hier nicht gezeigt). Die Umgänge habe ich dann von außen nach innen nummeriert und anschließend die Umgangsfolge abgeleitet: 0-5-2-3-4-1-6-11-8-9-10-7-12. Diese habe ich rückwärts gelesen und so die Umgangsfolge für das gegenläufige Labyrinth erhalten, nämlich: 0-7-10-9-8-11-6-1-4-3-2-5-12. Damit wieder habe ich das hier dargestellte Labyrinth im Knidos-Stil konstruiert. Das komplementäre dazu sieht übrigens genau so aus, denn das Basislabyrinth nach dem Grundmuster ist selbst-dual.
Hier gehe ich also vom Eingang her zuerst in den 7. Umgang und vom 5. her betrete ich das Zentrum.
Wir hätten also ein komplementäres 11-gängiges Labyrinth vor uns, ganz so wie es der Versuch im 15-gängigen Borgo Labyrinth war.

Der zweite Vorschlag lässt sich aus einem verschobenem Grundmuster entwickeln:

11-gängiges klassisches Labyrinth 7_9
11-gängiges klassisches Labyrinth 7_9

Dafür nehme ich ein Kreuz, zeichne oben je einen Winkel und unten je drei Winkel. Die Punkte kommen wieder in die vier Ecken (hier nicht dargestellt). Die Umgangsfolge ergibt sich dann zu: 0-7-2-5-4-3-6-1-8-11-9-12. Daraus konstruiere ich dann das hier gezeigte Labyrinth im Knidos-Stil.
Die drei weiteren Verwandten dieses Labyrinths bekomme ich dann mit den in diesem Blog von Andreas ausführlich beschriebenen Methoden durch Rückwärtszählen und Ergänzen der Umgangsfolgen. Damit hätten wir dann wieder drei zusätzliche neue Vorschläge.

Da es aber noch über 1000 weitere theoretische Möglichkeiten gibt, wissen wir letztlich nicht, was sich die Verfasser der isländischen Labyrinthe vorstellten und von welchen Ideen sie sich leiten ließen.

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Das Dritvík Labyrinth auf der Halbinsel Snæfellsnes in Island

Vor wenigen Monaten (im Juni 2021) besuchte Daniel C. Browning, Jr. (alias Ancient Dan) das Dritvík Labyrinth auf der Halbinsel Snæfellsnes in Island (siehe den ersten Weiterführenden Link unten)
Ich empfehle Ihnen wärmstens, diesen Artikel und den dazugehörigen ersten Teil zu lesen.

Das gab mir neue Einblicke in dieses ganz besondere Labyrinth. Daniel hat mir freundlicherweise erlaubt, einige seiner Fotos und Grafiken hier zu zeigen, wofür ich sehr dankbar bin.

Zuerst zeige ich Brynjúlf Jónssons Plan des Dritvík Labyrinths aus dem Jahr 1900, der (für mich) klarer ist als der, den ich von Richard Myers Shelton in seinem Gastbeitrag vom Januar 2021 erhalten habe.

Brynjúlf Jónssons Plan des Dritvík Labyrinths von 1900
Brynjúlf Jónssons Plan des Dritvík Labyrinths von 1900

Jónsson nennt es Völundarhús (Wielandshaus). Hermann Kern nennt die isländischen Labyrinthe auch Wielandshäuser. Bereits im 14. und 15. Jahrhundert gibt es Isländische Pergamenthandschriften mit der Darstellung von Wielandshäusern. Sie sind jedoch eine Mischform von Trojaburgen und mittelalterlichen Labyrinthen, die ganz anders aussehen als das Dritvík Wielandshaus. Die übrigen nordischen Steinsetzungen werden oft auch als Trojaburgen, Babylone, Jatulintarha, Jericho, Jerusalem u.ä. bezeichnet. Diese Namen sagen aber schon oft auch etwas über deren Bedeutung aus.

Wie sieht das Labyrinth heute aus? Das zeigt ein beeindruckendes Luftbild von Daniel von Juni 2021:

Das restaurierte Dritvík Labyrinth
Das restaurierte Dritvík Labyrinth, wie es im Juni 2021 aussah (Foto © Daniel C Browning Jr, 2021)

Dabei sieht man die Unterschiede zu Jónssons Zeichnung sehr deutlich. Vor allem im unteren rechten Teil gibt es erhebliche Abweichungen, aus den zwei Schleifen wurden eine.

Plan des restaurierten Dritvík Labyrinths
Plan des restaurierten Dritvík Labyrinths, erstellt aus dem Luftbild von (© Daniel C Browning Jr, 2021)

Jeff Saward erkundete 1997 das Dritvík Labyrinth (Caerdroia 29 von 1998) und zeigt ein Foto davon in seinem Buch „Das große Buch der Labyrinthe und Irrgärten“ und im Worldwide Labyrinth Locator (siehe den dritten Weiterführenden Link unten). Schon da zeigt es dieselbe Linienführung wie auch noch 2021. Auffällig ist auch ein größerer Steinhaufen in der Mitte. Dasa erinnert ein bisschen an die russischen Babylons.

Er nennt es Wielandshaus-Steinlabyrinth und klassifiziert es als klassisch-baltischen Typ mit Spirale in der Mitte.

Um die Bedeutung des Dritvík Labyrinths zu verstehen, ist es sehr hilfreich, den kulturhistorischen Hintergrund zu beleuchten. Und das hat Daniel sehr ausführlich im ersten Teil seines Beitrags getan. Wiederum empfehle ich wärmstens dessen Lektüre.

Da heißt es an einer Stelle: Bárðr verschwand unter dem Gletscher und wurde zum Schutzgeist der Halbinsel Snaefellsnes. So könnte man das Labyrinth auch als das Tor zur Unterwelt und als ein Denkmal oder eine Erinnerung an Bárðr ansehen. Auf jeden Fall als einen Ort mit magischer Bedeutung. Vielleicht könnte man es statt Wielandshaus sogar Bárðrshaus nennen?

Die besondere Linienführung durch die Steinsetzungen ist bestens dazu geeignet. Denn sie allein stellen eine ununterbrochene Linie dar, wie wir es von einem Labyrinth erwarten. Der wird zwar in einem „nomalen“ Labyrinth durch den eigentlich unsichtbaren Teil des Labyrinths, den Weg (oder auch Ariadnefaden), abgebildet. Aber hier durch die Steine. Und als Besonderheit kommt noch hinzu, dass diese Linienführung in der Mitte beginnt und endet, nicht wie sonst außen. Dadurch ist dieses Labyrinth auch nicht so begehbar wie wir es sonst gewohnt sind. Es könnte mit seinen Sackgassen höchstens als Falle dienen.

Sogar die in meinen Augen missglückte Restaurierung von 2000 ändert an diesem Befund nichts. Es gibt zwar nun einen Zugang mit einer Verzweigung wie bei einem Wunderkreis, auch eine Doppelspirale in der Mitte. Aber man kommt nicht mehr zurück zum Eingang. Man landet entweder rechts oder links in einer Sackgasse.
Die Steinsetzung allein bildet wieder eine ununterbrochene Linie, die in der Mitte beginnt und endet.

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