Welt Labyrinth Tag 2020: Ein Labyrinth zeichnen

Wieder einmal (zum 12. Mal) lädt uns die Labyrinth Society ein, den Welt Labyrinth Tag zu begehen.
Es ist, wie jedes Jahr, der erste Samstag im Mai, heuer der 2. Mai 2020.

Flyer der Labyrinth Society

Flyer der Labyrinth Society

Die weltweite Corona-Pandemie beeinflußt auch diesen Tag. Größere Gruppenveranstaltungen sind da meistens nicht möglich.
Darum sollte der Tag anders als sonst gefeiert werden. Dazu gibt es viele Möglichkeiten.

Die Labyrinth Society bietet unter dem Titel Walk around the World, eine 24-Stunden- Online-Veranstaltung an, die Menschen auf der GoToMeeting-Plattform virtuell über Zeitzonen hinweg miteinander verbindet.
Dazu ist eine Registrierung erforderlich. Mehr darüber und weitere Informationen gibt es auf der Website der Labyrinth Society:


Lars Howlett bietet an, virtuell und online ein Fingerlabyrinth zu verwenden.

Grafik © Lars Howlett

Grafik © Lars Howlett

Das geschieht in einem Zoom-Meeting am 2. Mai.2020 von 12:45 bis 14:00 PM Pacific Time (USA und Kanada), zu dem man sich hier registrieren kann:

Bei uns wäre das von 21:45 bis 23:00 CEST. Hier ein Umrechner für die verschiedenen Zeitzonen:


Mein Vorschlag: Ein Labyrinth zeichnen

Auch dafür gibt es viele Möglichkeiten und Methoden. Einige waren schon Thema in diesem Blog.
Wie wäre es mit einem Labyrinth auf leeren Klopapierrollen? Nach all den Hamsterkäufen müssten doch genügend vorhanden sein?
Dabei wird direkt der Ariadnefaden gezeichnet, der Weg im Labyrinth. Wir verwenden also kein Muster, wie das sonst beim klassischen Labyrinth üblich ist.

Klopapierrollenlabyrinthe

Klopapierrollenlabyrinthe

Wie das geht, wird hier erklärt.


Oder wir zeichnen die (Begrenzungs-) Linien für einen Wunderkreis? Der Weg verläuft hier zwischen den Linien. Es ist ein Durchgangslabyrinth mit einer Wahlmöglichkeit.

Die Begrenzungslinien für einen Wunderkreis

Die Begrenzungslinien für einen Wunderkreis

Genaueres wird nachfolgend erklärt:


Wir können aber auch den Weg im Labyrinth, den Ariadnefaden, zeichnen:

Der Ariadnefaden im Wunderkreis

Der Ariadnefaden im Wunderkreis (Kaufbeuren)

Die Methode dazu sehen wir hier:


Für viele wird es aber auch möglich sein, wie gewohnt, ein Labyrinth zu begehen.

Egal wie, der Welt Labyrinth Tag kann gefeiert werden.
Die Labyrinth Society organisiert auch dazu wieder eine Umfrage.

Wer ein Labyrinth sucht, kann hier fündig werden:

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Das 3-gängige Labyrinth auf dem Zauberwürfel

Im Zusammenhang mit dem Thema Labyrinth und Blume des Lebens wurde öfter die Ähnlichkeit mit einem Würfel erwähnt. Das sechseckige Labyrinth erinnerte einfach zu sehr an einen Würfel. Und das brachte mich auf die Suche nach dem Labyrinth auf dem Würfel.

Einen Zauberwürfel habe ich auch und als kleines Gehirntraining löse ich ihn einmal täglich. Das geht inzwischen auswendig und routiniert.

Wie ein Zauberwürfel aussieht, lässt sich in den Beiträgen unter Weitere Links unten nachschauen.

Als erstes habe ich versucht, den Ariadnefaden auf den kleinen Quadraten unterzubringen. Das geht relativ problemlos.

Zur besseren Darstellung werden erst einmal die 6 Seiten eines Würfels „flachgelegt“:

Der aufgebogene Würfel

Der aufgebogene Würfel

Da lässt sich der Ariadnefaden für ein 3-gängiges Knossos Labyrinth einzeichnen. Das hat bekanntlich die Wegfolge: 3-2-1-4.
Der Anfang befindet sich unten links auf der Vorderseite. Dann gehen wir in die dritte Zeile, in die zweite und die erste Zeile und schließlich in die Mitte in 4 oben auf dem mittleren Quadrat.

Der Ariadnefaden

Der Ariadnefaden

Und hier in einer isometrischen Darstellung:

Der Würfel in 3 Ansichten

Der Würfel in 3 Ansichten

Ich hoffe, dass man/frau sich das auf den Zeichnungen vorstellen kann?
Wir sehen den Linienverlauf auf 5 Seiten des Würfels, die Unterseite bleibt leer. Die Mitte ist etwas größer, wir berühren aber nicht alle kleinen Quadrate.

Der Ariadnefaden für die Vorlage mit etwas dickeren Linien:

Der Ariadnefaden

Der Ariadnefaden

Hier eine Vorlage als PDF-Datei zum herunterladen oder ausdrucken.

Ein solcher Würfel wäre als Zauberwürfel sicher recht einfach lösbar. Vor allem, wenn man eine Vorlage davon vor Augen hat.

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Weitere Links

Eine goldene griechische 50 Euro-Gedenkmünze aus dem Jahr 2017

2017 wurde eine Gedenkprägung zu Ehren der minoischen Kultur  von der Prägestätte der Zentralbank von Griechenland herausgegeben.
Diese früheste Hochkultur Europas kann zeitlich etwa bis in die Jahre um 2600 v. Chr. eingeordnet werden. Die minoische Kultur hat ihren Namen in Anlehnung an den berühmten König Minos erhalten. Die Geschichte besagt, dass dieser mit der Hilfe des Gottes der Meere, Poseidon, und einem weißem Stier an die Herrschaft gekommen sei und somit zu Ruhm und Verehrung innerhalb seines Volkes kam.

Die 50-Euro-Goldmünze aus dem Jahr 2017 wurde in einer Auflage von 1500 Stück in echtem Gold (999,9/1000) und in der höchsten Sammlerqualität „Polierte Platte“ geprägt.

Hier die Wertseite:

Wertseite: Hellenische Demokratie 50 Euro

Wertseite: Hellenische Demokratie 50 Euro

Und hier die Bildseite:

Bildseite: Minoische Zivilisation 2017

Bildseite: Minoische Zivilisation 2017

Zu sehen sind zwei ineinander verschachtelte Mäanderkreuze in einem großen Quadrat um 5 kleinere Quadrate herum.

Hier die Struktur in einer Schwarz-Weiß Nachzeichnung:

Nachzeichnung der Bildseite

Nachzeichnung der Bildseite

Die schwarzen Linien bilden zwei in sich geschlossene Liniensysteme ohne Anfang und ohne Ende. Die weißen Linien haben Abzweigungen und Sackgassen, ebenfalls ohne einen Zugang.
Das erinnert sehr an eine ähnlich Darstellung auf den Silbermünzen von Knossos, die weit über 2000 Jahre älter sind (siehe verwandte Artikel unten).

Soll die Darstellung wieder das Labyrinth des Minotauros symbolisieren?

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Das Labyrinth auf den Silbermünzen von Knossos, Teil 2

In der griechischen Mythologie ist das Labyrinth der Ort, an dem der Minotauros versteckt und gefangen gehalten wird. Es ist daher nicht unbedingt ein realer Ort.
Das Labyrinth, wie wir es heute kennen und schätzen, ist dafür höchst ungeeignet. Denn es hat einen Eingang, einen eindeutigen Weg und eine zugängliche Mitte.
So finden sich auf den Silbermünzen aus Knossos auch höchst unterschiedliche Interpretationen des Labyrinths. Es gibt Mäander und weitere symbolhafte Darstellungen.
Ein Motiv will ich heute herausgreifen und näher betrachten.

Ich habe zwei Exemplare mit demselben Motiv gefunden. Einmal auf einer Münze aus dem Münzkabinett von Berlin:

Minotauros 420-380 v. Chr.

Minotauros 420-380 v. Chr.: Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, Objekt 18218282 Vorderseite

Labyrinth 420-380 v .Chr.

Labyrinth 420-380 v. Chr.: Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, Objekt 18218282 Rückseite

Und einmal auf einer Münze aus dem Britischen Museum in London:

Quadratischer Flächenmäander 500-431 v. Chr.

Quadratischer Flächenmäander 500-431 v. Chr. / Quelle: Hermann Kern, Labyrinthe, 1982, Abb. 43

Sie stellen beide das gleiche dar. Die „Berliner“ Münze scheint zwar exakter zu sein, enthält aber an zwei Stellen im oberen Bereich kleine Fehler. Zwei senkrechte Linien stoßen aneinander, wo eigentlich eine Lücke sein müsste. Dieser Bereich ist auf der „Londoner“ Münze präziser dargestellt, obwohl die Linien insgesamt schwerer zu erkennen sind.

Ich habe eine „Reinzeichnung“ angefertigt, die erkennen lässt, was der Präger dieser Münzen wohl zeigen wollte. Man erkennt Linien, die einem bestimmten Schema folgen. Sie sind symmetrisch, wiederholen sich und zeigen ein verschlungenes „Wegsystem“. Der eingezeichnete rote Faden lässt das erkennen.
Es gibt vier ineinander verschachtelte Wege ohne Anfang und Ende, aber auch ohne Eingang. Das ist zwar nicht „unser“ Labyrinth aber als Gefängnis besser geeignet. Da käme der Minotauros nicht so schnell heraus.

Der überarbeitete Flächenmäander

Der überarbeitete Flächenmäander

Das könnte schon eine Andeutung sein vom römischen Sektorenlabyrinth einige hundert Jahre später.

Aber es zeigt auch eine gewisse Verwandtschaft zum Babylonischen Labyrinth, hunderte Jahre älter und in einem anderen Kulturkreis entstanden (siehe dazu die labyrinthischen Fingerübungen im Artikel über das Babylonische Labyrinth).

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