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Das Labyrinth in seiner einfachsten Form besteht aus 3 Umgängen. Für manche ist es gar kein „echtes“ Labyrinth, weil der Weg direkt in das Zentrum führt ohne erst näher und dann wieder weiter weg zu sein.
Da es aber keine allgemeingültige Definition für das Labyrinth gibt, dürfen wir das dreigängige doch als echt ansehen.
Wie entsteht es?
Das Grundmuster zur Erzeugung eines 7-gängigen, klassischen Labyrinths ist inzwischen wohl allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs bekannt. (Falls nein, bitte hier noch einmal nachschauen.)
Ein 3-gängiges, historisches Labyrintht gibt es nicht, es entsteht durch eine Reduzierung des Grundmusters. Läßt man dort die 4 Winkel weg, bleiben nur noch das Kreuz und die vier Punkte übrig.
Das erinnert mich an längst vergangenene Kindertage, wo es hieß: Punkt, Punkt, Komma, Strich, fertig ist das Mondgesicht. So einfach geht es aber auch mit dem Labyrinth, und darum ist es ein Kinderspiel, eines so zu zeichnen.
Hier ein paar Beispiele für 3-gängige Labyrinthe:
Das erste Bild zeigt einen Anhänger von Alexander Lautenbacher.
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Das „Personal“ zum Labyrinth kennen wir aus der griechischen Mythologie: Den kretischen König Minos, seine Gattin Pasiphaë, ihre Tochter Ariadne, den Helden Theseus, den Baumeister und Erfinder Daidalos, seinen Sohn Ikaros und das unmögliche Fabelwesen Minotauros, halb Mensch, halb Tier, für das das Labyrinth als Gefängnis gebaut wurde.
Der Ursprung des Labyrinths wird im Mittelmeerraum zur Zeit der minoischen Kultur vermutet. Auf kretischen Münzen ist das klassische siebengängige Labyrinth mit seinem eindeutigen Weg in die Mitte abgebildet, so wie wir es heute noch kennen und als das „echte“ Labyrinth ansehen. Doch als Gefängnis für den Minotauros wäre das höchst ungeeignet gewesen. Es könnte also nur ein Labyrinth im weiteren Sinne gewesen sein: der Irrgarten mit seinen Sackgassen und der verwirrenden Wegführung.
Seit der britische Archäologe Sir Arthur John Evans bei seinen Ausgrabungen die Ruinen des Palastes von Knossos auf der Insel Kreta freilegte, wird darin der Standort für das Labyrinth des Minotauros gesehen. Aber einen wissenschaftlichen Beweis dafür gibt es bis heute nicht.
Ist das Labyrinth überhaupt so entstanden? Gibt es ein historisches, reales Labyrinth, in das man den Minotauros hätte einsperren können?
Vielleicht war es eher das Höhlensystem von Gortys, ebenfalls auf Kreta und nicht so weit von Knossos entfernt? Es wird sogar Labyrinth genannt.
Der beste Kenner dieses Höhlensystems ist zweifellos der Schweizer Thomas Waldmann, der unzählige Male in den unterirdischen Gängen gewesen ist, sich inzwischen bestens auskennt und alles auf seiner Website „Die kretische Labyrinth-Höhle“ dokumentiert hat.
In Zusammenarbeit mit ihm hat sich im Sommer dieses Jahres eine Gruppe der Universität Oxford wissenschaftlich mit dieser Höhle beschäftigt. Im Projekt „Labyrinth Lost“ berichten sie davon und teilen ihre bisherigen Forschungsergebnisse mit.
Vielleicht darf diese Labyrinth-Höhle als das Labyrinth des Minotauros angesehen werden?
Jedenfalls wäre so eine unterirdische Höhle besser als Gefängnis geeignet gewesen als eine bauliche Anlage.
Vielleicht werden wir es auch nie erfahren und so bleibt uns das Geheimnis Labyrinth noch lange erhalten.
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Es gibt ein klassisches Labyrinth in einer ganz besonderen Form: The man in the maze. Zu sehen ist es vor allem auf geflochtenen Bastkörben der Indianer Nordamerikas, die diesen Typ vermutlich auch entwickelt haben.
Es ist rund, aber die Mitte ist nicht in der Mitte. Wenn man genau hinschaut, erkennt man die vier Wendepunkte des klassischen Labyrinths. Die bilden auch die vier Ecken eines Quadrates.
Neuartig ist die Aufteilung in 8 Segmente, die auch an die Speichen eines Rades denken lassen. So kommt zusätzlich eine Bewegung zur Mitte hin und von der Mitte weg, dazu. Die Wegfolge ist wieder 3-2-1-4-7-6-5-8; also wohlbekannt vom klassischen Typ. Die „Pfadwechsel“ erfolgen immer auf dem 9. und. 10. Kreis. Der 11. ist gleichsam der ruhende Pol oder die Nabe.
Das könnte an das Rad der Lehre (Dharma-Rad) im Buddhismus mit den acht Speichen denken lassen, die wiederum an den achtfachen Pfad erinnern.
Eine Flash-Animation dazu gibt es auf der Website mymaze.
Wer gerne so ein Labyrinth bauen möchte, bitte:
Hier ist die Konstruktionszeichnung als PDF-Datei zum anschauen, drucken oder kopieren.
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Neue und kreative Ideen zum Labyrinth hat Alana Forest aus Australien entwickelt.
Bei ihr dürfen sich die Wege überkreuzen und verknoten. Auf den ersten Blick sieht das nach Irrgarten aus, denn es gibt Kreuzungen. Die sind aber nicht als solche gedacht. Vielmehr soll man immer geradeaus gehen, also nicht etwa rechts oder links abzweigen. Man kann sich das ganze dreidimensional vorstellen, wie z.B. die Fahrspuren in einem Autobahnkreuz.
Der Weg hinein in das Labyrinth ist daher eindeutig und führt sicher in die Mitte. Der Weg heraus aus dem Labyrinth ist derselbe und doch ein anderer. Wenn ich in der Mitte des Labyrinths war und wieder zurück will, muss ich umkehren und den gleichen Weg gehen. Und doch hat sich etwas gewandelt. Die Zeichnungen machen das deutlich.
Das chinesische Sprichwort: Der Weg entsteht, wenn man ihn geht, trifft hier wörtlich zu.
Noch viele weitere Varianten findet man auf der Website von Alana Forest.
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