Ursprung und Bedeutungen des Namens LABYRINTHOS 2

Ein Gastbeitrag des Sprachforschers Zoltán Kruse

© Zoltán Ludwig Kruse

Die Anspruchshaltung des Schnell-Verstehens-Wollens erscheint für die Erfassung der multiplen Bedeutungen, die der Name LABYRINTHOS bietet, als unzweckmäßig. Da er in sehr alter, noch vorgriechischer, ja, vorkretischer Zeit formuliert wurde, bedarf es einer angemessenen Vorbereitung, einer allmählichen Annäherung an den damaligen Zeitgeist und an die gänzlich andere Denkensweise der Menschen. Der Rhythmus des Lebens war damals von natürlicher Langsamkeit, ja, Gemächlichkeit bestimmt. Unbekannt war das Hetzen moderner Zeiten. Die Denkensweise der damaligen Menschen war eine naturverbundene, analogische, netzwerkartig verknüpfte. Ihre Gedankengänge waren von Entsprechungen, von Gleichnissen gekennzeichnet. Vor allem Frauen und Mütter müssten heute diese Art des Denkens in netzwerkartigen Verbindungen an sich gut nachvollziehen können, da es ihrer Natur und ihrer Art der Kommunikation entspricht. Im Gegensatz dazu steht die heute übliche rationale Art des Denkens, die charakterisiert ist durch logisch lineare, blitzschnelle Gedankengänge. Daher, wenn es gewünscht wird den Namen LABYRINTHOS in allen seinen Bedeutungsdimensionen zu erfassen, ist es notwendig, eine Gewichtsverlagerung von der heutigen überwiegend logischen Denkensart hin zur analogischen vorzunehmen und zu verwirklichen. Auch ist es ratsam sich mit den konkreten Aspekten des kreativen Lautspiels eingehend zu beschäftigen, denn es ist dies das wesentliche Schlüsselelement, wodurch die Botschaften des LABYRINTHOS zugänglich werden und zur Entfaltung gelangen können. Und noch eines: um die Fülle der Informationen, die der Name LABYRINTHOS enthält, aufnehmen zu können, sind eine geeignete Aufnahmebereitschaft und –fähigkeit natürlich die Voraussetzung.

Der Name LABYRINTHOS ist die geradezu paradigmatische Kundgabe der Engramm-Geprägtheit des menschlichen Gehirns und seiner Denkensweise. Er besteht aus der Reihe der 10 verschiedenen Urlaute L◦A◦B◦Y◦R◦I◦N◦TH◦O◦S. Eine Korrelation an Ordnungszahlen ist somit inhärent. Aus den 10 Urlauten, die durch Evokationskraft gekennzeichnet sind, lassen sich, durch Laut-Spiel, die weiteren Laute des menschlichen Lautschatzes differenzierend entwickeln. Allesamt bilden sie die Laut- bzw. Buchstaben-Siegel der Wort- und Sprachschöpfung des Menschen:

L < J ◦ A < Å, Ã, Ă, Ä/Æ, E ◦ B < P, PH/F, V, W ◦ Y/Ü < I ◦ R < L ◦ I < Ü/Y, Î ◦ N < NJ, M ◦ TH < T, TJ/TY, D, DJ, DH, TS, TZ, S, Z ◦ O < Œ/Ö, U ◦ S/ß < Š, Z, Ž, C, TS, TŠ/TSCH, CH, H, K/Q, G, GJ/GY.

Bezüglich der Sprachlaute bemerkt Jack Goody Folgendes: „Die menschlichen Sprachwerkzeuge können zwar eine riesige Zahl von Lauten erzeugen, doch beruhen fast alle Sprachen auf dem formalen Wiedererkennen von nur ungefähr vierzig dieser Laute durch die Mitglieder einer Gesellschaft.“

Der Name LABYRINTHOS erfüllt den Rahmen der Vollständigkeit der Primärzahlen.
In der Zehn der Tetraktys 1 + 2 + 3 + 4 = 10 ist das Paradigma der Schöpfung offenbart. Die Zehn ist Ausdruck von Vollständigkeit des Himmelreiches. Gleichzeitig auch jenes projektierenden menschlichen Wissens und Verständnisses, das den Ursprung der schwingenden Urlaute als im Himmels-Geist seiend erkannt hat. Die Zehn Urlaute L◦A◦B◦Y◦R◦I◦N◦TH◦O◦S erhalten durch ihre Korrelation an Ordnungszahlen eine zusätzliche, topische Dimension, die aufschlussreich ist:
L 1 ◦ A 2 ◦ B 3 ◦ Y 4 ◦ R 5 ◦ I 6 ◦ N 7 ◦ TH 8 ◦ O 9 ◦ S 10.

Der Name LABYRINTHOS enthält zugleich die Urwortskern-Sequenz: LA ◦ LAB ◦ AB ◦ ABY ◦ BY ◦ BYR ◦ YR ◦YRI ◦ RI ◦ RINTH ◦ IN ◦ INTH ◦ THO ◦ THOS ◦ OS. Diese sind Bestandteile des Wortschatzes der uralten agglutinierenden KU(N).MAG.GAR/ ŠU.ME.ER/šumerischen Sprache (1) und gleichzeitig der aktuellen agglutinierenden hungar/magyarischen Sprache (2). Diese urzeitlichen Wortskerne sind lautsprachliche Archetypen und eingestimmter Ausdruck essenzieller Allgemeinheiten des Lebens auf Erden. Ihre kennzeichnende Grundeigenschaft ist die der V a r i i e r b a r k e i t. Durch kreatives Laut- und Permutationsspiel wird die Sinndifferenzierung der Grundbedeutung eines jeweiligen Urwortskernes, der eine Ausgangsgestalt darstellt, erlangt. Als tragendes Wortrückgrat allgegenwärtig auch im Wortschatz der heutigen indoeuropäischen Sprachen (und darüber hinaus), teils selbständig meist jedoch in zwei- und mehrsilbigen Worten integriert, bilden diese Urwortskerne das Wortklangpotential der Gedanken-grundlage für den choreografisch – geometrisch – figürlich – mythisch materialisierten Ausdruck des LABYRINTHOS – Gedankeninhaltskomplexes. Und somit einen unschätzbaren Schatz der menschlichen Sprachkommunikation. Die der Sequenz der Urwortskerne entsprechenden, reichdifferenzierten Bedeutungen sind:

LA: Fülle, Überfluss, Zauber (1), hinunter, unten, Boden, Pferd, Saft, Schoß, lebt, tötet, sitzt, gebiert, Nacht, schein, Traum, neu, Gewicht, steht, Tier, Gestalt, Staat, Platz, Fisch, stirbt, hört u. a.(2) ◦ LAB:Kurier (Läufer/in) (1), Fuß-Maß, Schritt/Tritt, schreitet, Schreiter/in, Fläche, Platte, Sumpf, Treppe, Schaufel, Flamme, Entzündung, Honigwabe, Milz, Flagge, flattert, Luft, Falter, Schleier u. a.(2) ◦ AB: Fenster, Loch (1), heil, Heilsein, Unversehrtheit, heiles Fenster/Loch, ergänzt, vervollständigt, baut, Gebäude, erbaut sich, Bogen, Herz/saugt, Gürtel, Jahr, hütet, Hund u. a. (2) ◦ ABY: Vater-Kraft (1), Vater (- Mutter – Kind), Pater, Vaterschaft, Schwiegervater, Abtu. a. (2) ◦ BY: Ohr, Hören, Gehör (1), hinein, drinnen, Innerste, weit, Wanst, Darm/Gedärm, Ohr, Zauber, Vertrauen, Trauer, Keller, Vulva, Glied, Bursche/Bub, Paarung, Baum, Gras u. a.(2) ◦ BYR: Göttlicher Thron, Heiligtum, Sonne (1), Sonnen-Röte, Wirbel, wirbelt, wallt, Wallung, siedet, heiß, Glut, Staub, Dunst, bohrt, röstet, sengt, dreht, dreht sich, Prozess, Spirale, Form, Richter, richtet, Gebot, Blut, Wein, Haut, Mensch, kommt unter, Mann, Paar u. a.(2) ◦ YR: Duft, spüren, Wächter/in, Hüter/in (1), schreibt, Schreiber, Schrift, Leere –Raum – All, Quelle – Ader – berührt – spürt – gelangt – reift, Flut – Strom – Preis, Wächter, Nase, Herr u. a. (2) ◦ YRI: Stadt, Sintflut, Kraft (1), universale Kraft, Braut, Festung, Burg, Stadt u. a. (2) ◦ RI: prägen (1), schreit, ritzt, kerbt, schneidet ein, bürdet auf – erlegt auf – rügt – rechnet an – durchmisst – durchschreitet, darauf u. a. (2) ◦ RINTH: prägt – Intelligenz – öffnet (1), Ordnung, Rang, zerstört, bebt, dämmert u. a. (2) ◦ IN: Lenker/in, Führer/in, Gott/Göttin, Mutter, Sprache (1), Ich, Selbst, Sehne, startet, Mutter, Sprache, kommt, Himmelreich, oben, Licht, Heimat, Ist, Hengst, wandelt u. a. (2) ◦ INTH, NIT/NYIT: Mann, Penis (1), öffnet, winkt, pendelt, gießt, streut, strömt, schüttet aus u. a. (2)◦ THO: Zeit, Weg, Sonne, Monat, Neumond (1), Ansatz, Landschaft, Nadel, See, Weg, hier, dort, hierher, dorthin, hindurch, Fünf, pocht, Zeit u. a. (2) ◦ THOS: Einheit, Sechzig, Zusammensein, Scham, Sex, Vitalität, Lebenskraft (1), Zehn, Feuer, strahlt Hitze aus, reinigt, Reinheit, Körper, tut, stößt, Kampf, Geisel, Ehre, Ehren, Ruhm, Lob, Zierde, Herrlichkeit, Leuchte u. a. (2) ◦ OS: Eins, Gott, Wissen, Kennen, Horn, Leben (1), Ur-, Ahn, Summe, Totalität, und, auch, trinkt, isst, dörrt, dieses, jenes, Geschmack, Partikel, Süße, Honig, fällt, gräbt, Regen, Eins, Ursprung, Gehirn, Bett, Wort, Wind, Geist, Wasser, Salz, treibt, sendet, Sendung, Musik u. a. (2).

Aus diesem Netzwerk archetypischer Inhalte ergibt sich Folgendes:

LA eröffnet die Wortklangsphäre der Seinsallgemeinheit von Fülle – Last – Hinunter – Land;
LAB eröffnet die Wortklangsphäre der Seinsallgemeinheit von Lauf – Flächen;
AB eröffnet die Wortklangsphäre der Seinsallgemeinheit von Heilsein – Integrität;
ABY eröffnet die Wortklangsphäre der Seinsallgemeinheit von Vater;
BY eröffnet die Wortklangsphäre der Seinsallgemeinheit von Penetrieren – Penetriertheit;
BYR eröffnet die Wortklangsphäre der Seinsallgemeinheit von Für/Feuer – Pyros/(py)rot;
YR eröffnet die Wortklangsphäre der Seinsallgemeinheit von Ader – Stromraum – Mehren;
YRI eröffnet die Wortklangsphäre der Seinsallgemeinheit von Universale Kraft – Stadt;
RI eröffnet die Wortklangsphäre der Seinsallgemeinheit von Prägen – Ritzen;
RINTH eröffnet die Wortklangsphäre der Seinsallgemeinheit von Ordnung – Rang;
IN eröffnet die Wortklangsphäre der Seinsallgemeinheit von Universale Intelligenz Mutter;
INTH eröffnet die Wortklangsphäre der Seinsallgemeinheit von Mäander – Öffnen;
THO eröffnet die Wortklangsphäre der Seinsallgemeinheit von Ansetzen – Zeitlichkeit;
THOS eröffnet die Wortklangsphäre der Seinsallgemeinheit von Zehn – Feuer – Kampf – Lob;
OS eröffnet die Wortklangsphäre der Seinsallgemeinheit von Geist – Essenz – Summe.

Diese Urwortskerne erfüllen also eine regelrechte Schlüsselfunktion. Allesamt bilden sie den LA ◦ LAB ◦ AB ◦ ABY ◦ BY ◦ BYR ◦ YR ◦YRI ◦ RI ◦ RINTH ◦ IN ◦ INTH ◦ THO ◦ THOS ◦ OS – Schlüsselbund, den Labyrinth interessierten Personen besser bekannt in der kondensierten Spargestalt LABYRINTHOS.

Die verschiedenen Facetten einer essentiellen Seinsallgemeinheit werden, wie vorhin schon bemerkt, stets durch urwortskerninternes Laut- und Permutations-Spiel realisiert. Es ist für die interessierte Leserschaft daher sehr wichtig sich mit diesem kreativen Spiel-Phänomen zu beschäftigen und Vertrautheit zu gewinnen. Um selbst erkennen zu können, dass aus einem einzigen Urwortskern jeweils eine Vielfalt an semantischen Wandlungsformen realisiert wird. Erst wenn diese Vertrautheit erlangt ist, kann es nachvollzogen werden, dass Wortklänge wie beispielsweise: Lauf, Läuf~er/in, Leb~en, lieb~en, lab~en, lob~en, Lipp~en, Lapp~en, Flä~che, Pla~tte, plä~tten, Pla~tz, Schau~fel, pla~n, pla~nieren, Pla~ne, Fil~m, Fol~ie, Bla~tt, Wal~d, Laub, Wil~d, Fell, Wel~t, Ball, Wal~ze, Wal~zer, Pil~ger, pal~avern, plau~dern, Plau~sch, Fal~te, Fal~ter, Flu~g, Luf~t, Flü~gel, flie~gen, flü~chten usw. an den Urwortskern-Schlüssel LAB “Flächen“ gebunden, oder Feuer/Für, Pyr~omane, (py)r~ot, bre~nnen, bro~deln, Bru~nst, Brü~he, Bro~t, bra~ten, brau~sen, Bier, brau~en, fer~mentieren, Wur~st, Wär~me, Fro~st, frie~ren, Fri~gidität, Pir~ouette, Wir~bel, Spi~rale, Wor~t, Wahr~heit, s~pre~chen, s~por~nen, s~prüh~en, S~por~t, Wür~de, War~te, Pru~nk, prah~len, pra~ssen, raub~en, rauf~en, raff~en, bohr~en, per~for~ieren, Bru~nnen usw. an den Urwortskern-Schlüssel BYR “Sonnen-Röte“ gebunden, oder aber Int~eresse, int~ern, Int~erferenz, Int~ervall, Int~erview, Int~elligenz, Eng~el, Ank~er, End~e, Ant~wort, w~an~ken, w~ink~en, W~ind, w~end~en, w~and~eln, Schw~ing~ung, Schw~ank~ung, Schw~enk~en, kl~ing~en, s~ing~en, p~end~eln, Und~ine, Schw~ang~erschaft usw. an den Urwortskern-Schlüssel INTH/ING “Hin-und-her-Bewegung“ gebunden sind. Durch lautende, immaterielle rote Fäden in Verbindung sind. Ja, dass die Urwortskerne die öffnende Funktion von umfangreichen Wortklangsphären erfüllen. Und folglich, dass die in den Wortklangsphären enthaltenen Variationsgestalten Bestandteile der semantischen Konstellation eines jeweiligen Urwortskernes darstellen.

Unentbehrlich für die Erfassung der Bedeutungen dieser lautsprachlichen Archetypen ist das Verständnis der damals allgemein geltenden Auffassung von Namen. Das Wort, der Name schuf Realität, er reflektierte sie. Wesentliches wurde lautlich ausgedrückt. Der Name war somit essentieller Bestandteil der Erscheinungsform. Und es war jeweils der richtige, wahre Namen des Genannten. Der Name demonstrierte in gewisser Weise die vom Genannten in der Welt-Ordnung eingenommene Stellung. Er war kein bloßer Zufall, eine willkürliche Verbindung einer Bedeutung mit einer Kombination von Lauten. Ganz im Gegenteil, der Name war wie der Siegelabdruck, realer Ausdruck der Seinsart des Genannten. Einen Namen nennen und Existieren galt damals somit als äquivalent. Der Name, das Wort war eingestimmt auf das Genannte. Das heißt, dass die in der Wortartikulation geäußerten Laute, auf Grund ihrer Evokationskraft, das Genannte stimmig nachzeichneten. Das Genannte wurde in Lautäquivalenten reflektiert.
Manche Sprachspezialisten (angefangen mit F. de Saussure) sind heute der Ansicht, dass diese archaische Situation der Stimmigkeit längst überholt sei. Sie vertreten die Auffassung, dass das sprachliche Zeichen, das Wort, arbiträr sei und die Arbitrarität als solche ein wesentliches Element der Sprache ausmache.
Meines Erachtens bezeugen Urwortskerne allgemein und speziell die des LABYRINTHOS Schlüsselbundes unverändert diese eben erklärte Stimmigkeit. Sie ist keinesfalls verloren gegangen. Die ursprüngliche Qualität von Eingestimmtheit kann unmöglich verloren gehen. Ihre gültige Wirksamkeit besteht nach wie vor, ganz unabhängig davon ob diese einer Person bewusst oder unbewusst ist oder ob sie diese annimmt oder ablehnt. Dennoch, es ist von geringem Wert, wenn diese Gegebenheit als deklarierte Wahrheit einfach übernommen wird. Es kann nur dann wertvoll sein, wenn sie in einem Prozess aufmerksamen Hörens durch Selbsterfahrung nachvollzogen wird.

Die Präsenz dieser Urwortskerne in den beiden oben genannten Sprachen agglutinierender Organisation berechtigt die Folgerung, dass Autoren der Formulierung der LABYRINTHOS Urwortskern-Sequenz die weisen MAG – Gelehrten waren. Ihre Körperschaft war in den alten Zeiten, bekannter Weise, für die Pflege aller Wissensbereiche zuständig. Ihr führendes Oberhaupt ist aus den Keilschrifttexten als KAL.MAG (lat. “Pontifex Magorum“) bekannt. Der akkadische Übersetzungswert von MAG/MAH bzw. KAL.MAG ist “rabu, rabi“. Als Gelehrte der KU(N).MAG.GAR Sprache, ursprünglich im Lande KI.EN.GI/Šumer und KAL.DA /Chaldäa in Südmesopotamien ansässig, widmeten sie sich der Pflege von Sprach- und Schriftkunde, von Weisheit, von Gotteskunde, von Sterndeutung, von Wahrsagung, von Sternenkunde, von Zahlenkunde, von Messkunde, von Erdkunde, von Geometrie, von Geomantik, von Baukunde, von Heilkunde, von Pflanzenkunde, von Klangkunde, von Musik und von vielen anderen Wissensbereichen. Ihre geistigen und materiellen Schöpfungen resultierten aus einer Denkensweise, die auf Analogien, Entsprechungen, Gleichnissen gegründet war. Sie erhielt Ausdruck in der wohlbekannten kingir/šumerischen Maxime: “KITA DIM ANTA“. Sehr ähnlich klingt diese im Hungar/Magyarischen: LENT MINT FENT “Auf der Erde/unten wie im Himmel/oben“ wovon KINT MINT BENT “Außen wie innen“ eine Variation darstellt. Der LABYRINTHOS – Schlüsselbund selbst ist in dieser Weise gedacht und formuliert worden, nämlich als zusammenhängendes Netzwerk von essenziellen Grundthemen des Lebens auf Erden. Ein dichtgewirktes Gedanken-Gewebe, in dem die 15 Urwortskerne die tönenden Knotenpunkte darstellen. Diese durch Lautspiel variierbaren lautsprachlichen Archetypen sind weniger durch Eindeutigkeit und Ausschließlichkeit gekennzeichnet, vielmehr durch Mehrdeutigkeit, Multivalenz, also Einschließlichkeit. Eben, der ganzheitlichen Einheit der wahrgenommenen Natur entsprechend.
Auf Grund der Präsenz der den Namen LABYRINTHOS bildenden Urwortskerne im Wortschatz der KIN.GIR/Šumer-er, scheint mir die Lokalisierung der ursprünglichen Labyrinthos Vorstellung auf KI.EN.GI und KAL.DA bestätigt zu sein. Höchstwahrscheinlich wurde er in der Tempelstadt LAGASH, Wirkungsstätte des EN.SI GUDEA, formuliert. Der Stadt alter Name SIR.LA.BUR.KI / SIR.BUR.LA.KI Licht, Fülle, Steingefäß, ErdeLicht-Füllen Sammel-Areal, die eine Übereinstimmung mit der 1. Hälfte des Namens LABYRINTHOS aufweist, unterstützt diese Annahme.
Unterstützung erhält die Gegebenheit des Mesopotamisch – Chaldäischen Ursprungs auch durch die Erkenntnis, dass die Anfänge von Kultur in KI.EN.GI / Šumer liegen. Diese Erkenntnis wurde von verschiedenen namhaften Šumerologen und Kunstwissenschaftlern in ihren Schriften zum Ausdruck gebracht. So z. B. in den Büchern ”History Begins at Šumer” von S. N. Kramer und “Šumer und Akkad“ von A. Parrot. Aus dem Buch “Der Zwölfte Planet“ des Šumerologen Z. Sitchin stammt das folgende, diesbezüglich aufschlussreiche Zitat:
»Wir haben die Tempel der Griechen und der Arianer betreten, der Hethiter und Horiter, der Kanaaniter, Ägypter und Amoriter. Wir sind den Wegen gefolgt, die uns über Erdteile und Meere mehrere Jahrtausende rückwärts getragen haben. Und alle Gänge in allen Tempeln haben uns zu einem einzigen Ursprung geführt: Šumer.« Das heißt: KI.EN.GI.

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Mehr über den LABYRINTHOS Lebens-Code, das Buch LABYRINTHOS Wortkernschichtung und den Autor selbst können Sie auf seiner Website laberintes.de erfahren.

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