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Typ Reims und Typ Auxerre

Am Beispiel des Labyrinths vom Typ Chartres konnte gezeigt werden, dass sich auch mehrachsige Labyrinthe in den MiM-Stil umsetzen lassen (siehe verwandte Beiträge 1, unten). Alle Labyrinthe mit vier Achsen und 11 Umgängen benötigen im MiM-Stil eine Hilfsfigur mit 90 Speichen (siehe verwandte Beiträge 2). Dies ist durch die Anzahl der Achsen und Umgänge bestimmt.

Die Anzahl Ringe beträgt für den Labyrinth Typ Chartres 22. Sie kann für verschiedene Labyrinth Typen mit vier Achsen und 11 Umgängen variieren. Diese Anzahl hängt ab von der Anzahl der Umgänge, der Tiefe der Verschachtlung der Wendestellen (siehe verwandte Beiträge 5) und der Anzahl der achsquerenden Wegstücke. In Abb. 1 wird dies genauer erläutert.

Abbildung 1. Hilfsfigur für den Typ Chartres – Ringe

Für die äusseren Begrenzungsmauern der 11 Umgänge (weiss) werden 11 Ringe benötigt. Ein weiterer Ring wird für das Zentrum verwendet (grau). (Dieser Raum könnte auch eingespart werden. Mein erster Entwurf für das Labyrinth zum Neuen Jahr enthielt noch keinen separaten Ring für das Zentrum – siehe verwandte Beiträge 3 -. Jedoch hätte man dann keinen eigenen Raum für das Zentrum. Deshalb habe ich in der finalen Form einen eigenen Ring für das Zentrum eingesetzt). Die Hauptachse hat an ihren tiefsten Stellen jeweils nur zwei ineinander verschachtelte Wenden. Dafür werden drei Ringe benötigt (blau). Die Nebenachsen haben alle nur einfache Wendestellen. Dafür würden zwei Ringe genügen. Für die achsquerenden Wegstücke werden zusätzliche fünf Ringe (rot) benötigt. Damit an der schmalsten Stelle zwischen zwei Begrenzungsmauern genug Platz für den Weg frei bleibt, kommen zwei weitere Ringe im Inneren der Figur hinzu, die gar nicht vom Labyrinth belegt werden. Sie dienen der Vergrösserung des Zentrums (grün), damit man die Figur überhaupt vernünftig zeichnen kann. Für das alles werden somit 22 Ringe benötigt.

Ein vierachsiges Labyrinth mit 11 Umgängen in den MiM-Stil umzusetzen ist schon recht aufwändig. Man benötigt Lineal und Zirkel oder ein Zeichenprogramm, um die Figur ausreichend genau zu zeichnen. Nachdem wir nun diese Figur für den Typ Chartres haben, können wir bestimmte andere Labyrinth Typen einfach in den MiM-Stil bringen. Diese Typen müssen vier Achsen, 11 Umgänge, 5 (und weniger) achsquerende Wegstücke sowie zwei (und weniger) ineinander liegende Wendestellen aufweisen. Dies trifft u.a. für die beiden anderen historischen sehr interessanten Labyrinth Typen, den Typ Reims und den Typ Auxerre, zu (verwandte Beiträge 4). Um diese in den MiM-Stil umzusetzen, kann man vom Typ Chartres im MiM-Stil ausgehen. Alle Begrenzungslinien auf allen Speichen und Hilfskreisen ausserhalb des Seed Pattern können belassen werden. Lediglich die Seed Pattern müssen an bestimmten Stellen verändert und deren Anschlüsse an die Begrenzungsmauern angepasst werden.

Abbildung 2. Labyrinth vom Typ Reims im MiM-Stil

Abb. 2 zeigt den Typ Reims im MiM-Stil. Das Seed Pattern der Hauptachse hat nur an zwei Orten neben dem Eingang und neben dem Zentrum des Labyrinths zwei ineinander liegende Wendestellen. Ansonsten hat es an der Hauptachse nur einfache Wendestellen. Es hat an der ersten und dritten Nebenachse fünf, an der zweiten drei achsquerende Wegstücke, wie das Labyrinth vom Typ Chartres. Jedoch liegen die achsquerenden Wegstücke der ersten und dritten Nebenachse an anderen Stellen als beim Labyrinth vom Typ Chartres.

Abbildung 3. Labyrinth vom Typ Auxerre im MiM-Stil

In Abb. 3 ist der Typ Auxerre im MiM-Stil wiedergegeben. Dieser Typ hat an der Hauptachse ein etwas anderes Seed Pattern als der Typ Chartres. Die Seed Pattern der Nebenachsen und somit die achsquerenden Wegstücke sind gleich wie beim Typ Chartres.

Man kann noch andere Labyrinth Typen, wie z.B. das Komplementäre von Reims auf die gleiche Weise in den MiM-Stil umsetzen. Allen liegt eine Hilfsfigur mit 90 Speichen und 22 Ringen zugrunde.

Bei anderen Labyrinth Typen mit 4 Achsen und 11 Umgängen geht es aber nicht so einfach. So haben die Komplementären von Auxerre oder Chartres an der Hauptachse auch Wendestellen mit drei Verschachtlungen. Deshalb braucht man für die Seed Pattern dieser Typen vier (blaue) Ringe. Die Hilfsfigur für diese Labyrinthe hat 23 Ringe. Man müsste das Zentrum und die elf Umgänge alle einen Ring weiter nach aussen verschieben. Dann müssten wiederum die Seed Pattern geändert und die Anschlüsse angepasst werden. Zusätzlich müsste jedes Stück einer Begrenzungsmauer ausserhalb des Zentrums angefasst und verändert werden.

Ich sehe davon ab, diese Labyrinth Typen im MiM-Stil zu zeichnen. Man sieht schon aus den vorliegenden Figuren, dass der Stil ganz klar das Aussehen des Labyrinths dominiert und man schon recht genau hinsehen muss, um die Unterschiede zwischen diesen Typen in diesem Stil auszumachen.

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Typ im Stil

Ich verwende für die Typologie von Labyrinthen ausschliesslich ein Kriterium: die Wegführung. Diese wird am besten im Muster ersichtlich. Labyrinthe mit dem gleichen Muster sind vom gleichen Typ. Davon unterscheide ich den Stil. Stil kann umschrieben werden als eine wegweisende grafische Gestaltung.

Typ und Stil sind ergänzend. Bei vielen Labyrinth Exemplaren kann man Typ und Stil angeben. Aber es kann nicht für alle Exemplare ein Stil angegeben werden. Zum Abschluss will ich die in dieser Serie verwendeten Labyrinth Exemplare nach Typen einordnen und wo möglich auch den Stil angeben. Eine Liste der verwendeten Typen findet sich unten am Beitrag.

 

Aus dem Beitrag Typ oder Stil / 1

Kret:char

 

 

 

Kretischer Typ im Chartres Stil

 

Char:klass

 

 

 

Typ Chartres im klassischen Stil

 

 

Aus dem Beitrag Typ oder Stil / 3

7_anix

 

 

 

 

Kretischer Typ im klassischen Stil

 

ani_round_laby

 

 

 

Kretischer Typ im konzentrischen Stil

 

 

chaliceclassic

 

 

Chalice: Es gibt historische Labyrinthe mit diesem Muster. Daher nenne ich diesen Typ Abingdon (im Beitrag nicht gezeigt, aber erwähnt)

 

 

 

 

Trinity: eigener Typ (Typ Trinity) im Chartres-Stil

 

stanthony_thumb

 

 

St. Anthony: eigener Typ (Typ St. Anthony)

 

CoP

 

 

 

Circle of Peace: eigener Typ (Typ Circle of Peace)

 

santarosa1

 

 

 

Santa Rosa: eigener Typ (Typ Santa Rosa; im Beitrag nicht gezeigt, aber erwähnt)

 

 

 

Aus dem Beitrag Typ oder Stil / 4

 

regensb8

 

 

 

Chartres 8 Umgänge: eigener Typ (Typ Regensburg; kretischer Typ mit 1 zusätzlichen trivialen Umgang innen)

 

charneu8

 

 

 

Chartres 8 Umgänge: eigener Typ (Typ Charneu im Chartres Stil)

 

greycort

 

 

 

Grey’s Court: Typ Grey’s Court

 

ravenna5

 

 

 

Ravenna 5 Umgänge: Es gibt historische Labyrinthe mit diesem Muster. Daher nenne ich diesen Typ Compiègne

 

emending

 

 

 

Chartres, 5 Umgänge: Eigener Typ (Typ Emendingen)

 

 

Aus dem Beitrag Typ oder Stil / 5

Reims 1

 

 

 

Typ Reims

 

Chartres 5

 

 

 

Typ Chartres im Reims Stil

 

Um den Beitrag nicht zu überladen, unterbreche ich hier und bringe die Fortsetzung im nächsten Beitrag.

 

Die Typen:

 

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Typen und Exemplare

Im letzten Beitrag habe ich Labyrinth Exemplare verschiedenen Stilen zugeordnet. Hier will ich nun Labyrinth Exemplare verschiedenen Labyrinth Typen zuordnen. Was ein Typ ist, habe ich im Beitrag / 6 beschrieben. (Siehe: verwandte Beiträge). Als Exemplar bezeichne ich das einzelne Labyrinth, sei es als Bild, Zeichnung, Plan, ausgelegt oder gebaut. Ich verwende die drei schon beschriebenen Typen und ordne jedem wiederum eine Auswahl von Exemplaren zu.

 

RF Kretisches Labyrinth

 

Exemplare vom Kretischen Typ

 

 

Es gibt eine grosse Zahl von Labyrith Exemplaren vom Kretischen Typ. Dies ist der Typ mit den meisten Exemplaren. Man sieht grosse Unterschiede in Stil und Ausführung der einzelnen Exemplare. Aber alle sind alternierende Labyrinthe mit einer Achse, sieben Umgängen und der Umgangsfolge 3, 2, 1, 4, 7, 6, 5.

 

RF Reims

 

Exemplare vom Typ Reims

 

 

Es gibt nur sehr wenige Exemplare vom Typ Reims. Ich kenne nur zwei historische Exemplare. Um auf die Schnelle eine Zeile voll zu bekommen, habe ich noch eine eigene Zeichnung angefügt.

 

RF Chartres

 

Exemplare vom Typ Chartres

 

 

Ganz anders steht es um den Typ Chartres. Es ist dies der zweit häufigste Labyrinth Typ.

Dieser Typ eignet sich übrigens bestens, um den Unterschied zwischen Typ und Stil zu verdeutilchen. Es gibt ja einen Typ Chartres und einen Stil Chartres. Man vergleiche die Labyrinthe, die hier dem Typ Chartres zugeordnet sind mit den Exemplaren aus dem letzten Beitrag (Typ oder Stil /9), die dem Stil Chartres zugeordnet sind.

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