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Posts Tagged ‘römisches Labyrinth’

Es gibt acht Möglichkeiten für ein einachsiges, 5-gängiges Labyrinth (siehe Verwandte Artikel unten).

Die Struktur der unterschiedlichen Labyrinthe lässt sich durch die Wegfolge ausdrücken. Hier eine Aufstellung:

  1.  3-2-1-4-5
  2.  5-4-1-2-3
  3.  5-2-3-4-1
  4.  1-4-3-2-5
  5.  3-4-5-2-1
  6.  1-2-5-4-3
  7.  1-2-3-4-5
  8.  5-4-3-2-1

Das im letzten Beitrag von mir vorgestellte Sektorenlabyrinth (siehe Verwandte Artikel unten) hat in allen 4 Quadranten unterschiedliche Wegfolgen. Oder etwas anders ausgedrückt: Es stecken 4 verschiedene Labyrinthe drin. Es waren die Wegfolgen in der 1. bis 4. Zeile der Aufstellung oben.


Nun heute ein weiteres 5-gängiges Sektorenlabyrinth mit der von Gossembrot entwickelten Doppelbarrieren-Technik:

Ein neues 5-gängiges Sektorenlabyrinth im konzentrischen Stil

Ein neues 5-gängiges Sektorenlabyrinth im konzentrischen Stil

Die Wegfolge im Quadranten I lautet: 3-4-5-2-1, die im Quadranten IV: 1-2-5-4-3. Das sind die vorgenannten Wegfolgen an 5. und 6. Stelle. Die beiden oberen Quadranten haben: 1-4-3-2-5 und 5-2-3-4-1. Diese entsprechen den oberen an 4. und 3. Stelle genannten Wegfolgen. Nicht verwunderlich, denn die Überleitung in diesen Sektorenlabyrinthen erfolgt entweder auf dem 1. oder dem 5. Umgang.

Hier in einer Darstellung, die wir von den römischen Labyrinthen kennen:

Das neue Sektorenlabyrinth in quadratischer Form

Das neue Sektorenlabyrinth in quadratischer Form

Oder hier im Knidos Stil:

Das neue Sektorenlabyrinth im Knidos Stil

Das neue Sektorenlabyrinth im Knidos Stil

Auf Wikimedia Commons fand ich dieses Bild von Mark Wallingers Labyrinth-Installation in der Station Northwood Hills, die im Rahmen eines netzwerkweiten Kunstprojekts zum 150-jährigen Bestehen der Londoner U-Bahn installiert wurde. Es ist Teil der so genannten Emboss-Familie (eine der insgesamt 11 labyrinth design families).

Mark Wallinger Labyrinth 10/270, Foto: Urheber © Jack Gordon

Mark Wallinger Labyrinth 10/270, Foto: Urheber © Jack Gordon


Diese Datei ist lizenziert unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international“.


Jetzt fehlen nur noch zwei Wegfolgen, dann hätten wir die acht vollständig.
Auch dafür gibt es ein neues Sektorenlabyrinth:

Noch ein neues Sektorenlabyrinth im konzentrischen Stil

Noch ein neues Sektorenlabyrinth im konzentrischen Stil

In den beiden unteren Quadranten haben wir die Wegfolgen 1-2-3-4-5 und 5-4-3-2-1. Das sind die ganz oben an 7. und 8. Stelle genannten Wegfolgen. Die beiden oberen (5-2-3-4-1 und 1-4-3-2-5) sind wieder identisch mit den beiden oberen im vorigen und den im vorigen Beitrag gezeigten Labyrinthen.

In der quadratischen Darstellungsweise sieht man, dass es eigentlich eine Mischung von Serpentinen-Typ und Mäander-Typ ist (siehe Verwandte Artikel unten).

Das neue Sektorenlybyrinth im römischen Stil

Das neue Sektorenlybyrinth im römischen Stil

Hier im Knidos Stil:

Das neue Sektorenlabyrinth im Knidos Stil

Das neue Sektorenlabyrinth im Knidos Stil

In nur drei Sektorenlabyrinthen lassen sich also, vereinfacht ausgedrückt, alle theoretisch möglichen acht 5-gängigen Labyrinthe nachweisen.


Es ist aber auch noch möglich, die „oberen“ Wegfolgen nach unten zu verlegen, sodass sich wieder neue Darstellungsmöglichkeiten ergeben.
Dann lassen sich auch noch die rechten und linken „unteren“ Quadranten vertauschen.
Oder alles spiegeln und rechtsläufige Labyrinthe erzeugen.

Hier dazu zwei Beispiele:

Noch ein neues Sektorenlabyrinth in runder Form

Noch ein neues Sektorenlabyrinth in runder Form

Ein anderes neues Sektorenlabyrinth im Knidos Stil

Ein anderes neues Sektorenlabyrinth im Knidos Stil

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Bei den 7-gängigen Labyrinthen von Gossembrot in den letzten Beiträgen hat mich vor allem die Technik der Doppelbarrieren fasziniert. Dadurch sind ganz neue Typen an Labyrinthen möglich. Wahrscheinlich hat er die Doppelbarrieren nicht „erfunden“, aber er hat sie als erster konsequent und systematisch benutzt.

Wie sieht es nun aus, wenn man diese Technik bei 5-gängigen Labyrinthen anwendet?
Das habe ich probiert und bin dabei auf eine ganz neue Art von Sektorenlabyrinthen gestoßen.
In diesen wird bekanntlich ein Sektor nach dem anderen durchwandert, bevor die Mitte erreicht wird.
Bei den historischen römischen Labyrinthen unterscheidet man im wesentlich drei verschiedene Varianten: Den Mäander-Typ, den Spiral-Typ und den Serpentinen-Typ (siehe Verwandte Artikel unten).
Der Eintritt ins Labyrinth erfolgt meistens bis zum innersten Umgang. Und in allen vier Sektoren sind die Strukturen gleich.
Der Wechsel in den nächsten Sektor erfolgt entweder immer außen oder auch schon einmal innen entlang (oder abwechselnd).

Jetzt der neue Typ:

Das neue Sektorenlabyrinth im konzentischen Stil

Das neue Sektorenlabyrinth im konzentischen Stil

Was ist das besondere daran?
Schon der Eingang: Er erfolgt auf dem 3. Umgang. Das gibt es bei keinem historischen Sektorenlabyrinth. Und der Eintritt ins Zentrum erfolgt ebenso vom 3. Umgang aus.

Dann ist die Struktur, ausgedrückt durch den Wegverlauf, in jedem Quadranten unterschiedlich.

Quadrant I:   3-2-1-4-5
Quadrant II:  5-2-3-4-1
Quadrant III: 1-4-3-2-5
Quadrant IV: 5-4-1-2-3

Die Übergänge in den nächsten Sektor erfolgen immer wechselweise.

Das neue Labyrinth ist trotzdem sehr ausgewogen und spiegel-symmetrisch.

Hier in einer quadratischen Form:

Das neue Sektorenlabyrinth in quadratischer Form

Das neue Sektorenlabyrinth in quadratischer Form

So lässt es sich besser mit den bisher bekannten römischen Labyrinthen (siehe unten) vergleichen, die meistens quadratisch sind.

Der Unterschied zu diesen wird vor allem in der Diagrammdarstellung deutlich. Denn diese zeigt die innere Struktur, das Muster.

Das Diagramm für das neue Sektorenlabyrinth

Das Diagramm für das neue Sektorenlabyrinth

Schön zu sehen sind dabei die ineinander verschachtelten Mäander.

Aber auch im Knidos Stil macht sich dieser Typ gut:

Das neue Sektorenlabyrinth im Knidos Stil

Das neue Sektorenlabyrinth im Knidos Stil

Wie soll man diesen Typ nun nennen? Und wer baut eines als begehbares Labyrinth?

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Dieses Labyrinth gibt es seit 2014. In meinem persönlichen Blog hatte ich schon einmal über einen Besuch im Gesundheitsgarten geschrieben (siehe Weiterführender Link unten). In diesem Artikel soll es nun um das Labyrinth selbst gehen.

So sieht es im Grundriss aus:

Das römische Labyrinth

Das römische Labyrinth

Es handelt sich um ein römisches Labyrinth, bei dem der Weg in einfachen Serpentinen jeden der vier Sektoren durchläuft. Der Gesamtdurchmesser beträgt 15 m, die Mitte hat einen Durchmesser von 1.40 m. Die Wege sind 40 cm breit und mit Granitsteinen gepflastert. Sie werden voneinander durch einen 50 cm breiten Grünstreifen getrennt. Der Gesamtweg durch die 7 Umgänge und die 4 Sektoren in die Mitte beläuft sich auf etwa 182 m. Der Eingang zum Labyrinth liegt rechts neben der Hauptachse. Die Trennstreifen der einzelnen Quadranten liegen auf einem Kreuz.

Einige fotografische Impressionen:

Es gibt zwei Videos auf YouTube, hier das erste:

Und hier das zweite:

Inzwischen habe ich mir überlegt, was man „labyrinth-technisch“ hätte anders machen können. Denn so ganz gelungen scheint mir die Umsetzung der an sich guten und originellen Idee eines römischen Labyrinths im Zentrum des Gesundheitsgartens nicht zu sein.

Der letzte Wegabschnitt zur Mitte hin sollte bei einm Labyrinth immer auf der zentralen Hauptachse liegen. Wenn man die Mitte etwas größer macht, erhält man vor allem um die Mitte herum längere und gleichmäßigere Wegabschnitte. Will man das erreichen und den Gesamtdurchmesser von 15 m beibehalten, kann man die Wege und die Trennstreifen gleich breit machen, hier wären das 40 cm. Die Mitte würde dann einen Durchmesser von 3.20 m haben.
Mit gleichem Aufwand und am gleichem Ort hätte man meiner Meinung nach ein schöneres Labyrinth bauen können.

Hier der Entwurf dazu:

Entwurf

Entwurf

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Weiterführender Link

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Endlich kam ich dazu, dieses außergewöhnliche Labyrinth aus Granitquadern im Fichtelgebirge zu besuchen.

Zu erreichen ist es über die Straße von Kleinschloppen nach Kirchenlamitz. Im Ortsteil Buchholz gibt es gegenüber der Gaststätte Waldschmiede einen Parkplatz und direkt dahinter liegt das Labyrinth.

Die Idee zur Anlage stammt von Willi Seiler aus Wunsiedel, einem ehemaligen Fachschullehrer an der Fachschule für Steinbearbeitung in Wunsiedel. Die Bauarbeiten wurden nach den Plänen von Architekt Peter Kuchenreuther aus Marktredwitz im Jahr 2009 durchgeführt.

Es handelt sich um ein römisches Sektorenlabyrinth mit einem Mäander in jedem Quadranten und hat 5 Umgänge. Es ist quadratisch angelegt und hat die Abmessungen 34 x 34 m. Die Mitte ist gut 6 m groß mit einem 5 m hohem Obelisken, in den Hermann Kerns bekannter Ausspruch: “ Im Labyrinth verliert man sich nicht. Im Labyrinth findet man sich. Im Labyrinth begegnet man nicht dem Minotaurus. Im Labyrinth begegnet man sich selbst.“ eingemeißelt ist.

Die Wege und die Blöcke sind etwa je 1.20 m breit. Die höheren Quader in der Mitte und außen herum sind etwa 1.20 m hoch, die kleineren so 60 – 80 cm. In jedem Quadranten gibt es ein kleines Schlupfloch zum Verlassen des immerhin 400 m langen Weges. In der Mitte befinden sich der Obelisk und einige hölzerne Bänke, sowie auf dem Boden noch einmal ein gepflastertes Labyrinth, bei dem der Weg in dunklen Steinen dargestellt ist, gleichsam ein Negativ des „großen“ Labyrinths.

Der Grundriss

Der Grundriss

Die Mitte hier noch einmal größer:

Die Mitte

Die Mitte

Hinter dem Labyrinth ist ein kleiner Hügel aufgeschüttet, von dem aus man alles noch einmal überschauen kann. Im Bereich der Anlage sind etliche Informationstafeln aufgestellt, die ausführliche Angaben zur Geologie, Fauna, Granitabbau im Fichtelgebirge u.ä. enthalten, wie auch zur Idee des Labyrinths.

 

Informationstafel

Informationstafel

 

Granitlabyrinth Epprechtstein

Granitlabyrinth Epprechtstein

 

Tankstelle für Geist und Seele

Tankstelle für Geist und Seele

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Weiterführende Links

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Wie schon vor drei Jahren 2011 konnte ich zu diesem Ereignis wieder einen Labyrinth-Entwurf beisteuern. Aus einer Liste von 9 verschiedenen Vorschlägen haben sich die Verantwortlichen für ein römisches Labyrinth vom Typ Dionysos entschieden. Es ist bekannt seit dem 2. Jhdt. n.Chr. und gehört somit zu den ältesten Labyrinth-Typen überhaupt.

Das römische Labyrinth Typ Dionysos

Das römische Labyrinth Typ Dionysos

Der vorhandene Platz erlaubt nur ein Labyrinth mit etwa 13 m Durchmesser. Für die Wege wurde 1 m Breite gewählt. Daher sind nur 5 Umgänge möglich, da auch die Mitte etwas größer ausfallen sollte. In der Konstruktionszeichnung sind die Details nachvollziehbar.

Als Gesamtlänge der Wegbegrenzung ergaben sich knapp 150 m. Wenn man nun für die Lichter einen Abstand von ca. 50 cm wählt, kommt man auf immerhin 300 Lichter, die man benötigt. Größer darf der Abstand nicht mehr sein, denn bei einer Wegbreite von 1 m müssen die Durchgänge klar erkennbar bleiben. Der Weg in die Mitte selbst liegt bei 117 m.

Die Entwurfszeichnung

Die Entwurfszeichnung

 Wie stecke ich am besten so ein Labyrinth ab?

Zuerst legt man den Mittelpunkt fest und dann die vertikale Hauptachse. Ich verwende dazu ein 3 mm dickes Stahlseil mit Markierungen aus Tesaband für die verschiedenen Radien, eingehängt mit einem Karabinerhaken an einem im Mittelpunkt eingeschlagenen ca. 1 cm dicken Eisenstab.

Dann zeichnet man mit Kreide den inneren und den äußeren Kreis und berücksichtigt am besten dabei schon die Eingänge. Anschließend trägt man, ausgehend von der unteren Markierung der vertikalen Achse am Außenkreis, die horizontalen Achsmarkierungen rechts und links, sowie die obere vertikale Achse an. Mit Hilfe der Sehnenlänge von 9.19 m für den 13 m Durchmesser-Kreis geht das am einfachsten.

Nun zeichnet man die geraden senkrechten und waagrechten Linien, die am inneren Kreis beginnen und am 2. Kreis von außen gesehen, aufhören. Dazu verwendet man am besten ein zweites Drahtseil oder auch eine Schnur. Jeweils 1 m parallel zu den vorigen Linien verläuft eine weitere Gerade vom Außenkreis bis zum 2. Kreis von innen gesehen. Die unteren senkrechten Linien für den Eingang ins Labyrinth und in das Zentrum verlaufen in parallelen Abständen von 50 cm, 1 m und 1.50 m zur vertikalen Hauptachse. Diese kürzeren Entfernungen trägt man mit einem Zollstock an, der halbwegs rechtwinklig zu den Hauptlinien gehalten werden muss.

Nun zeichnet man die vier innerhalb liegenden Kreisabschnitte, die abwechselnd an einer Geraden beginnen und 1 m vor der nächsten Geraden aufhören – und umgekehrt.

Wir waren vier Personen und haben knapp zwei Stunden gebraucht, um das Labyrinth  anzuzeichnen und die Lichtschalen zu verlegen.

Hier die Entwurfszeichnung als PDF-Datei zum anschauen, speichern, kopieren, drucken

Jetzt noch eine kleine Fotogalerie:

Wir hatten etwa 270 Leuchtschalen, allerdings mit unterschiedlicher Brenndauer. Das  Anzünden war heuer deutlich schwieriger als vor drei Jahren, wegen des Windes. Es hat gute zwei Stunden gedauert, obwohl wir einen Gasbrenner verwendeten. Und obwohl die Kinder mitgeholfen haben beim Anzünden.

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Die erste große Veränderung an der Labyrinthfigur geschah in der Zeit des Römischen Reiches von etwa 165 v.Chr. bis 400 n.Chr. Vorher kannte man fast zwei Jahrtausende lang nur den klassischen (kretischen) Typ.

Der römische Typ ist gekennzeichnet durch die Einteilung in (meistens vier) Sektoren / Quadranten / Abschnitte, die der Reihe nach absolviert werden, bevor man die Mitte erreicht. Dabei können die Art der Linienführung und die äußere Form unterschiedlich sein.

Jeff Saward hat in einem seiner Bücher erläutert wie man sich die Entstehung des römischen Labyrinths aus dem kretischen vorstellen kann, und ich habe in einem vorherigen Artikel versucht, das nachzuvollziehen (siehe unten). Von ihm stammt auch die nachfolgende Aufteilung in drei große Gruppen. Hier möchte ich das nur etwas näher erklären.


Der Grundriss oder die Anzahl der Umgänge ist bei der Unterscheidung der verschiedenen Gruppen nicht so wichtig. Wesentlich ist die Art der Linienführung.

Beim Mäandertyp werden je Sektor zwei einfache Mäander abgeschritten, ganz wie im kretischen Labyrinth, wenn auch in anderer Reihenfolge. In quadratischer Form sieht das so aus:

Römisches Labyrinth: Mäander-Typ

Römisches Labyrinth: Mäander-Typ

Die enge Verwandtschaft und die Herkunft vom kretischen Labyrinth erkennt man noch besser in der Diagramm-Darstellung:

Römisches Labyrinth: Mäander-Typ als Diagramm

Römisches Labyrinth: Mäander-Typ als Diagramm

Wir haben neun Umgänge. Einer wird gebraucht für die Umrundung der Mitte und einer für den Wechsel in den nächsten Sektor. Die inneren sieben Umgänge sind identisch mit denen im kretischen Labyrinth. Deutlich zu erkennen sind die zwei Mäander.

Ganz genau müsste man diesen Typ eigentlich als Zwei- oder Mehr-Mäander Typ bezeichnen. Denn es gibt noch andere Exemplare mit mehr Mäandern.

Bei Andreas Frei heißt dieser Typ: Pont Chevron, Loig, Sousse

Als begehbare Labyrinthe: Hessisch Lichtenau, München


Der nächste Typ wird als Spiral-Typ bezeichnet. Er ist weniger kompliziert und hat nur eine Richtungsänderung innerhalb des Sektors. Die spiralförmige Bewegung wird durch einen einfachen Mäander verursacht.

Römisches Labyrinth: Spiral-Typ

Römisches Labyrinth: Spiral-Typ

Wieder die Diagramm-Darstellung:

Römisches Labyrinth: Spiral-Typ als Diagramm

Römisches Labyrinth: Spiral-Typ als Diagramm

Das Prinzip der Wegführung ist identisch mit der im vorigem Typ, auch wenn es insgesamt weniger Umgänge gibt.

Streng genommen müsste man diesen Typ als Ein-Mäander-Typ bezeichnen. Denn die Spirale ist nichts anderes als ein Mäander.

Bei Andreas Frei heißt dieser Typ: Avenches, Algier

Als begehbare Labyrinthe: Wittelshofen, Kirchenlamitz, Reupelsdorf, Schwanberg


Beim Serpentinen-Typ schlängelt sich der Weg im Sektor einfach hin und her.

Römisches Labyrinth: Serpentinen-Typ

Römisches Labyrinth: Serpentinen-Typ

Hier das Diagramm:

Römisches Labyrinth: Serpentinen-Typ als Diagramm

Römisches Labyrinth: Serpentinen-Typ als Diagramm

Bei diesem Typ ist es ganz einfach, mehr oder weniger Umgänge anzuhängen.

Bei Andreas Frei heißt dieser Typ: Dionysos, Fribourg

Als begehbares Labyrinth: Retzbach


In diese Gruppen lassen sich mit einigen Varianten die historisch bekannt gewordenen römischen Labyrinthe einsortieren. Und nach diesen Kriterien lassen sich noch eine Unzahl von Varianten denken. Denn es kommt nicht auf die äußere Form (eckig oder rund) oder die Anzahl der Sektoren an. Die ursprünglichen historischen Labyrinthe waren ja vielfach Mosaikarbeiten und dienten mehr dekorativen Zwecken. Heutzutage werden die Labyrinthe meistens als begehbare Objekte angelegt. Da gäbe es also noch ein reiches Betätigungsfeld. Denn die häufigsten neuen Labyrinthe sind entweder das kretische oder der mittelalterliche Chartres-Typ.

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Nur von oben erkennt man die Struktur und die Schönheit eines Labyrinthes am besten. Für die Vögel ist das kein Problem, für uns schon. Diesen Blick haben wir vielleicht als Fallschirmspringer, Gleitschirmflieger, Passagier in einem Ballon oder einem Flugzeug? Darum freut es mich umso mehr, dass ich jetzt einige Labyrinthe aus der Vogelperspektive zeigen kann. Das verdanke ich meinem Sohn, der so ein neues „Fluggerät“ mit Kamera unten dran sein eigen nennt und dankenswerterweise einige Überflüge gemacht hat.

Am Ufer des Mains stehen an der Mainlände noch die Skulpturen des diesjährigen Bildhauersymposiums zum  Thema Panta rhei (Alles fließt). Als Beitrag der Kindergartenkinder St. Sebastian dazu entstand auf der Wiese neben dem Volleyballplatz das zuerst mit Sägemehl gestreute und nun in den Rasen gemähte Labyrinth vom Typ Knidos.

Knidos Labyrinth an der Mainlände

Knidos Labyrinth an der Mainlände, Foto: Tobias Reißmann

Am Haslauer Platz unterhalb der Wallfahrtskirche „Maria im Sand“ findet sich das zweite Labyrinth vom gleichen Typ. Der Eingang ist neben der Skulptur „Fremder“ und das Labyrinth ist ausgerichtet zum dort stehenden „Jakobsstein“, der den Abschluss des Dettelbacher Skulpturenweges „Pilgervolk“ von 2005 bildet.

Knidos Labyrinth an der Wallfahrtskirche

Knidos Labyrinth an der Wallfahrtskirche, Foto: Tobias Reißmann

Am Anfang des Jahres machten wir weitere Überflüge von anderen Labyrinthen. Die Videos davon sind auf Youtube zu sehen.

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Hier das Knidos Labyrinth von St. Alfons in Würzburg:

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Hier das Mittelalterliche Labyrinth von Münsterschwarzach:

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Hier das Römische Labyrinth von Retzbach:

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Auch in Google Earth kann man manchmal Labyrinthe sehen, wenn die Qualität der Satellitenbilder gut genug ist. Die Kenntnis der geographischen Koordinaten eines Labyrinths (quasi deren Hausnummer und Adresse) helfen beim Suchen.

Hier das Labyrinth vom Typ Baltisches Rad an der Mönchbergschule in Würzburg in einem interaktiven Kartenausschnitt:

Eine weitere schöne Aufnahme von oben verdanke ich meinem Schwiegersohn, der als Ballonfahrer vor nunmehr einem Jahr unterwegs war und zufällig unter sich das Labyrinth von Eisingen entdeckte. Die Fotos sind im unten aufgeführtem Artikel zu sehen.

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