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Posts Tagged ‘mittelalterliches Labyrinth’

Neben dem allgemein bekannten Labyrinth von Chartres und dem weniger populären Labyrinth von Reims ist noch ein drittes, wenig bekanntes, sehr interessantes (interessantes und selbstduales) mittelalterliches Labyrinth mit 4 Achsen und 11 Umgängen überliefert. Dieses stammt aus einer Handschrift, die in der städtischen Bibliothek von Auxerre aufbewahrt wird. Deshalb habe ich es mit Typ Auxerre benannt.

Zum Schluss möchte ich diese drei und die dazu komplementären Labyrinthe zeigen.

In den drei folgenden Abbildungen gehe ich jeweils vom originalen Labyrinth (Figur oben links) aus.

Daraus gewinne ich durch Entrollen des Ariadnefadens das Muster (Figur oben rechts).

Dann spiegle ich das Muster vertikal, ohne die Verbindungen zur Aussenwelt und zum Zentrum zu unterbrechen. Das ergibt das Muster des komplementären Labyrinths (Figur unten rechts).

Dieses rolle ich dann wieder ein und erhalte das komplementäre Labyrinth (Figur unten links).

Abb. 1 zeigt den Vorgang am Beispiel des Labyrinths von Auxerre. Dieses Labyrinth ist in Kern [1] nicht verzeichnet. Die Abbildung des originalen Labyrinths stammt von Saward [2] nach der Quelle von Wright [3].

Abbildung 1. Labyrinth von Auxerre und Komplementäres

Abb. 2 zeigt das Labyrinth von Reims und sein Komplementäres. Die Abbildung des originalen Labyrinths stammt von Kern.

Abbildung 2. Labyrinth von Reims und Komplementäres

Schliesslich werden in Abb. 3 das Labyrinth von Chartres und sein Komplementäres wiedergegeben. Die Abbildung des originalen Labyrinths stammt von Kern.

Abbildung 3. Labyrinth von Chartres und Komplementäres

Mit diesen Betrachtungen wollte ich darauf hinweisen, dass es drei historische Labyrinthe mit vergleichbarem Vollkommenheitsgrad gibt wie Chartres. Zusammen mit den dazu komplementären haben wir nun sechs sehr interessante Labyrinthe mit 4 Achsen, 11 Umgängen und ähnlichem Vollkommenheitsgrad vorliegen.

[1] Kern, H. Labyrinthe. 2. Auflage Prestel, München 1983.
[2] Saward J. Labyrinths and Mazes. Gaia, London 2003.
[3] Wright C. The Maze and the Warrior. Harvard University Press, Cambridge (Massachusetts) 2001.

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Nur von oben erkennt man die Struktur und die Schönheit eines Labyrinthes am besten. Für die Vögel ist das kein Problem, für uns schon. Diesen Blick haben wir vielleicht als Fallschirmspringer, Gleitschirmflieger, Passagier in einem Ballon oder einem Flugzeug? Darum freut es mich umso mehr, dass ich jetzt einige Labyrinthe aus der Vogelperspektive zeigen kann. Das verdanke ich meinem Sohn, der so ein neues „Fluggerät“ mit Kamera unten dran sein eigen nennt und dankenswerterweise einige Überflüge gemacht hat.

Am Ufer des Mains stehen an der Mainlände noch die Skulpturen des diesjährigen Bildhauersymposiums zum  Thema Panta rhei (Alles fließt). Als Beitrag der Kindergartenkinder St. Sebastian dazu entstand auf der Wiese neben dem Volleyballplatz das zuerst mit Sägemehl gestreute und nun in den Rasen gemähte Labyrinth vom Typ Knidos.

Knidos Labyrinth an der Mainlände

Knidos Labyrinth an der Mainlände, Foto: Tobias Reißmann

Am Haslauer Platz unterhalb der Wallfahrtskirche „Maria im Sand“ findet sich das zweite Labyrinth vom gleichen Typ. Der Eingang ist neben der Skulptur „Fremder“ und das Labyrinth ist ausgerichtet zum dort stehenden „Jakobsstein“, der den Abschluss des Dettelbacher Skulpturenweges „Pilgervolk“ von 2005 bildet.

Knidos Labyrinth an der Wallfahrtskirche

Knidos Labyrinth an der Wallfahrtskirche, Foto: Tobias Reißmann

Am Anfang des Jahres machten wir weitere Überflüge von anderen Labyrinthen. Die Videos davon sind auf Youtube zu sehen.

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Hier das Knidos Labyrinth von St. Alfons in Würzburg:

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Hier das Mittelalterliche Labyrinth von Münsterschwarzach:

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Hier das Römische Labyrinth von Retzbach:

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Auch in Google Earth kann man manchmal Labyrinthe sehen, wenn die Qualität der Satellitenbilder gut genug ist. Die Kenntnis der geographischen Koordinaten eines Labyrinths (quasi deren Hausnummer und Adresse) helfen beim Suchen.

Hier das Labyrinth vom Typ Baltisches Rad an der Mönchbergschule in Würzburg in einem interaktiven Kartenausschnitt:

Eine weitere schöne Aufnahme von oben verdanke ich meinem Schwiegersohn, der als Ballonfahrer vor nunmehr einem Jahr unterwegs war und zufällig unter sich das Labyrinth von Eisingen entdeckte. Die Fotos sind im unten aufgeführtem Artikel zu sehen.

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In Bamberg gibt es einen 2007 angelegten Schöpfungsweg mit 12 Stationen, der am ehemaligen Kloster St. Michael beginnt und endet.

Als zweite Station wurde ein Lavendellabyrinth auf einer Wiese unterhalb der Klinik St. Getreu angelegt. Die Linienführung orientiert sich am mittelalterlichen Labyrinth aus dem 16. Jhdt. im Dom San Vitale in in Ravenna (Italien).

Das 7-gängige mittelalterliche Labyrinth Typ Ravenna

Das 7-gängige mittelalterliche Labyrinth Typ Ravenna

Das Labyrinth hat einen Durchmesser von etwa 27 m. Der Weg in die Mitte beträgt gut 350 m. In der Mitte wächst ein Weinstock.
Die geographische Lage des Labyrinths: N 49° 53′ 39.4″, E 10° 52′ 18.2″

Hier in Google Earth: Das Labyrinth befindet sich auf der Wiese zwischen der St. Getreu-Straße und dem Weg am Ottobrunnen (nicht für Autos).

[googlemaps http://maps.google.com/?t=h&ie=UTF8&ll=49.89395,10.87208&spn=0.004838,0.00912&z=16&output=embed&w=425&h=350]

Zu erreichen ist das Labyrinth am besten von der St. Getreu-Straße aus, an der auch die Kirche St. Getreu und die Klinik liegen. Zum Labyrinth selbst gelangt man, wenn man (von der Straße aus gesehen) links um die Klinik herum den Hang nach unten geht. Oder am einfachsten durch die Klinik hindurch läuft und in der untersten Ebene eine Tür nach draußen nimmt.

Es gibt einen Flyer mit einer Lageskizze und Angaben zu den 12 Stationen des Schöpfungsweges. Angelegt wurde der Weg von einer Projektgruppe zum 1000-jährigem Jubiläum des Erzbistums Bamberg. Ansprechpartner ist Klaus Schwaab, der Umweltbeauftragte der Erzdiözese Bamberg.

Weiterführende Links

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Aus einer Tafel am Kunstlabyrinth bei den Drei Linden möchte ich gern folgendes zitieren und einige Bilder beifügen:

Die Form

Die besondere künstlerische Gestaltung durch Prof. Gerhard Wünsche macht dieses Labyrinth einzigartig. Im Spiel von Licht und Schatten wandelt sich der Platz mit seinen Skulpturen im Tages- und Jahreskreis. Den Labyrinthweg mit offenen Sinnen durchschreitend geschieht Wandlung.

Das Thema

Wandlung und Verwandlung in der Polarität von

  • Werden und Vergehen
  • Abschiednehmen und Neubeginn
  • Wahrnehmen und Loslassen
  • Geburt und Tod

Probieren Sie auch das Karussell um die Bilder im Vollbildmodus anzuschauen. Klicken Sie dazu in ein beliebiges Bild. Sie können dann vorwärts und rückwärts blättern. Hierher zurück geht es mit einem Klick in die schwarze Fläche oder dem Drücken der „Esc“-Taste auf Ihrer Tastatur.

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Beim Labyrinthkongress in Hofkirchen stand erlebten wir am Sonntag, dem 5. August 2012 das Kunstlabyrinth der Verwandlung. Zuerst gab es eine kurze Einführung in die Entstehungsgeschichte dieses außergewöhnlichen Labyrinths. Beim Begehen war dann auch der Künstler, Prof. Gerhard Wünsche, anwesend.

Der Labyrinthplatz liegt auf einer Kuppe, im Volksmund „d’Scheibn“ genannt. Bei den „Drei Linden“ war der zur Herrschaft Marsbach gehörende Gerichtsplatz, an dem 1848 die letzte öffentliche Hinrichtung stattgefunden hat.

Grundriss Kunstlabyrinth

Grundriss Kunstlabyrinth

Die Form orientiert sich an einem kleinen Labyrinth im Treppenabgang zur Krypta im Kölner Dom.

Die Wege sind mit Splitt befestigt und die Begrenzungsflächen sind mit Lavendel bepflanzt.

Für mich ist das Labyrinth der Verwandlung so etwas wie ein Stonehenge im Mühlviertel. Und ich wünsche dem Labyrinth genau so viele Besucher wie dem Original in England.

Probieren Sie doch einmal das Karussell um die Bilder im Vollbildmodus anzuschauen. Klicken Sie dazu in ein beliebiges Bild. Sie können dann vorwärts und rückwärts blättern. Hierher zurück geht es mit einem Klick in die schwarze Fläche oder dem Drücken der „Esc“-Taste auf Ihrer Tastatur.

Wer das Labyrinth besuchen will, hat etliche Möglichkeiten:

  • Bei der Labyrinthgemeinde Hofkirchen informieren
  • Jemanden im Ort fragen, denn jeder in Hofkirchen kennt den Weg
  • Sich selbst orientieren und dann navigieren. Wanderer und Radfahrer kommen direkt hin, Autofahrer müssen vorher aussteigen. Hier die Koordinaten für das Kunstlabyrinth: 48 28 55.8 N, 13 48 44.1 E

Oder vorher einmal in Google Earth nachschauen? Noch ist das Labyrinth nicht zu sehen. Aber vielleicht in einigen Jahren, wenn die Satellitenbilder erneuert werden?
Das Labyrinth befindet sich ungefähr in Bildmitte, auf der grünen Wiese bei der kleinen Ecke in der hellen (Wald-)fläche.

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