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Posts Tagged ‘Labyrinth von Nîmes’

Hier zeige ich nun die Keimstrukturen des Labyrinths von Nîmes.

Abbildung 1. Die Keimstrukturen

Abbildung 1. Die Keimstrukturen

Diese bieten ein ungewohntes Bild. Die Hälfte diesseits der Achse (A) gleicht stark der Keimstruktur von Walahfrid (siehe unten, Verwandte Beiträge: Varianten der Keimstruktur / 1). Wir erkennen die Wendestellen entlang der Achse ausgerichtet und die eine Hälfte des Querbalkens (a). Die jenseitige Hälfte der Keimstruktur jedoch ist gedreht, aufgeteilt und auseinandergeschoben (B). Und so finden wir die zweite Hälfte des Querbalkens vertikal ausgerichtet wieder (b). Diese Keimstruktur lässt sich problemlos zum Labyrinth komplettieren, indem man nach der bekannten Manier die beiden Enden neben dem Zentrum mit einem Bogen um das Zentrum herum verbindet etc.

Abbildung 2. Zurückverfolgt

Abbildung 2. Zurückverfolgt

Gestützt auf die Ausführungen zur Transformation des Labyrinths von Nîmes (siehe verwandte Beiträge: In fünf Schritten zum Labyrinth von Nîmes) ist es nun leicht, diese Veränderungen der Keimstruktur zurück zu verfolgen. Zuerst führen wir die äussere Wendestelle neben die innere. Als Resultat sieht man die jenseitige Hälfte der Achse wieder zusammenhängend. Aber sie liegt noch gedreht und an das innere Ende der diesseitigen Hälfte verschoben. In einem zweiten Schritt drehen wir sie und schieben sie nach oben. Als Resultat erhalten wir die Keimstruktur, wie wir sie vom Labyrinth von Walahfrid kennen.

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Im letzten Beitrag (s. Verwandte Beiträge unten) habe ich schon auf den speziellen Grundriss dieses römischen Mosaik-Labyrinths hingewiesen.

Abbildung 1. Mosaik - Labyrinth von Nîmes

Abbildung 1. Mosaik – Labyrinth von Nîmes

Inzwischen habe ich es mir noch genauer angeschaut und sechs Besonderheiten gefunden.

Abbildung 2. Die Besonderheiten

Abbildung 2. Die Besonderheiten

  1. Hier gibt es keine Diagonale (vgl. die 3 feinen gestrichelten Linien von der Mitte zu den anderen drei Ecken). An den Diagonalen macht der Weg jeweils eine Biegung um 90° Grad. Alle Umgänge machen also nur 3 Mal eine 1/4 Kreisdrehung.
  2. Damit zusammen hängt, dass die Wendestellen, die normalerweise jenseits (an der dem Eingang gegenüberliegenden Seite) der Achse liegen, horizontal und nicht vertikal ausgerichtet sind.
  3. Darüber hinaus liegen sie nicht in einer Linie, wie das normalerweise der Fall ist und auch für die diesseitigen Wendestellen zutrifft.
  4. Die inneren 3 Umgänge (Umgang 5 – 7) liegen ganz diesseits der Achse, also in den Quadranten 1 und 2.
  5. Deshalb werden auch Quadranten 3 und 4 ausschliesslich von den vier äusseren Umgängen (1 – 4) belegt.
  6. Und, als wäre das noch nicht genug, macht nun das Zentrum wieder eine Ausnahme. Anstatt entlang der Achse gerade ins Zentrum zu führen, biegt der Weg vor dem Zentrum noch ein einziges Mal um 1/4 Drehung ab. Er erreicht das Zentrum somit wieder parallel zum Eingang ins Labyrinth. Zunächst dachte ich, der Zeichner wollte damit vielleicht über die wahre 3/4-Natur des Labyrinths hinwegtäuschen. Bei genauerer Betrachtung  zeigt es sich jedoch, dass diese letzte Wendestelle ein unvermeidliches Ergebnis der gewählten Wegführung ist.

Ich bin immer wieder erstaunt darüber, was für interessante Entdeckungen man an historischen Labyrinthe machen kann.

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