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Posts Tagged ‘Indisches Labyrinth’

In Teil 1 (siehe Verwandter Artikel unten) über das vereinfachte Grundmuster habe ich nur von der Vergrößerung von Labyrinthen gesprochen.

Das Grundmuster

Aber selbstverständlich lässt sich damit auch die Anzahl der Umgänge reduzieren. Das ist auch möglich bei Labyrinthen, die nicht nur nach diesem Muster allein konstruiert wurden, sondern bei allen, in denen dieses Muster enthalten ist. Die möchte ich einmal als zusammengesetzte Labyrinthe bezeichnen.

Für mich sind das das Indische Labyrinth, das Baltische Rad und der Wunderkreis. Sie alle haben nur zwei Wendepunkte, jedoch ist die Mitte jeweils anders ausgebildet.
Das Indische Labyrinth enthält eine Spirale, das Baltische Rad hat eine große leere Mitte und einen zweiten Zugang, der Wunderkreis enthält eine Doppelspirale und hat ebenfalls einen zweiten Zugang.

Hier das Indische Labyrinth, das durch ein Grundmuster erzeugt werden kann, das in einem Dreieck liegt:

Das Indische Labyrinth

Das Indische Labyrinth

Das Indische Labyrinth mit zwei Umgängen mehr:

Das vergrößerte Indische Labyrinth

Das vergrößerte Indische Labyrinth

Hier das Baltische Rad. Das Mittelteil wird auf eine besondere Art konstruiert. Aber die Umgänge um die zwei Wendepunkte herum lassen sich paarweise vergrößern oder verkleinern.

Das Baltische Rad

Das Baltische Rad

Das Baltische Rad mit zwei Umgängen weniger:

Das verkleinerte Baltische Rad

Das verkleinerte Baltische Rad

Der Wunderkreis hat im Mittelteil eine Doppelspirale. Diese kann ebenfalls mehr oder weniger Windungen haben (wird hier nicht gezeigt). Die typischen „labyrinthischen“ Umgänge um die zwei Wendepunkte herum lassen sich nach dem obigen Grundmuster ändern.

Der Wunderkreis

Der Wunderkreis

Der Wunderkreis mit zwei Umgängen weniger:

Der verkleinerte Wunderkreis

Der verkleinerte Wunderkreis

Mit diesen Ausführungen möchte ich zeigen, dass es eine „Technik“ gibt, mit der man die Größe eines Labyrinthes beeinflussen kann.

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Ein sehr schönes Labyrinth Exemplar (Abb. 1) mit der Bezeichnung Cakra-vyuh findet sich bei Kern° (Abb. 626, S. 433).

Andere 5

Abbildung 1: Cakra-Vyuh Labyrinth aus einem indischen Ritualbuch

Die Abbildung stammt aus einem zeitgenössischen indischen Ritualbuch. Darin wird ein auch heute noch praktizierter Brauch unbekannten Alters beschrieben, bei dem die Labyrinth Vorstellung zur magischen Erleichterung der Geburt eingesetzt wird. Für Kern ist es ein modifizierter Kretischer Typ. Ich ordne es einem eigenen Typen zu und nenne diesen Typ nach der Bezeichnung von Kern Cakra-Vyuh (siehe Verwandte Beiträge: Typ oder Stil / 14).

Das Seed Pattern ist klar erkennbar. Man kann sich gut vorstellen, dass das Labyrinth vom Seed Pattern aus konstruiert ist. Trotzdem zögere ich, es dem Klassischen Stil zuzuordnen. Dazu weicht die kalligrafisch anmutende Ausführung zu stark vom Klassischen Stil ab. Die Begrenzungsmauern liegen mit dem grössten Teil ihres Umfangs, zu etwa 3/4, auf einer konzentrischen Kreisschar. Es hat somit auch Elemente des konzentrischen Stils. Ja, mit seinen knickfrei aneinandergefügten Bogenstücken, wo die Begrenzungsmauern von der Kreisschar abweichen und ins Seed Pattern münden, erinnert es sogar ein wenig an den Knidos Stil.

Ich habe dieses Labyrinth deshalb bei keinem bekannten Stil, sondern bei anderen Labyrinthen eingeordnet (Typ oder Stil / 9). Aber ich hatte diesen Labyrinth Typ auch schon im Man-in-the-Maze Stil gezeichnet (Wie zeichne ich ein Man-in-the-Maze Labyrinth / 5).

SPCV

Abbildung 2: Aufbau des Seed Pattern

Abb. 2 zeigt, wie das Seed Pattern aufgebaut ist. Man beginnt mit einem zentralen Kreuz. Dann fügt man an die Kreuz Arme Halbbögen an (2. Figur). Als nächstes fügt man in die verbleibenden Zwischenräume vier weitere Halbbögen ein. Das Seed Pattern enthält nun 8 Halbbögen (3. Figur). Zum Schluss wird in jeden Halbbogen ein Punkt gesetzt. Wir haben nun ein Seed Pattern mit 24 Enden, die alle auf einem Kreis liegen.

Am Muster zeigt sich deutlich, dass das Labyrinth eine eigene Wegführung hat. Deshalb ist es für mich ein eigenständiger Typ.

Typ Cakra Vyuh

Abbildung 3: Muster

Ferner ist es ein selbstduales, aber, nach Tony Phillips, uninteressantes Labyrinth (Un- / interessante Labyrinthe). Denn es besteht aus einem sehr interessanten 9-gängigen Labyrinth, mit aussen und innen je einem zusätzlichen, trivialen Umgang.

Verwandte Beiträge:

°Kern, Hermann. Labyrinthe – Erscheinungsformen und Deutungen; 5000 Jahre Gegenwart eines Urbilds. München: Prestel, 2. Aufl. 1983.

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Der Typ Baltisches Rad ist eine ganz eigene Form eines Labyrinths, für manche strenge Labyrinthologen gar keines. Denn es hat oft eine Verzweigung und einen zweiten, wenn auch kurzen Weg aus oder zur Mitte. Und oft auch noch einen Weg außenherum, von dem aus man wieder in verschiedene Richtungen gehen kann.

Das beste historische Beispiel ist das Rad in der Eilenriede in Hannover. Und das nächste der Wunderkreis von Kaufbeuren. Weitere haben nicht überlebt und sind nur aus der Literatur bekannt.

Es besteht vom Design her eine Verwandtschaft mit dem Indischen Labyrinth (Chakra Vyuha), denn es beruht wie dieses auf dem Dreieck als Grundmuster.

Ein Baltisches Rad

Ein Baltisches Rad

Hier soll nun eine Art Prototyp mit einem Achsmaß von 1 m vorgestellt werden, das so gedreht ist, dass die zentrale Achse durch die Mitte der Aufweitung im inneren Teil verläuft. Die acht eigentlichen Umgänge sind umgeben von einem Außenkreis und eingebettet in einen Kreis mit insgesamt 22 m Gesamtdurchmesser.

Das Ganze ist skalierbar, das heißt die Größen können proportional verändert werden durch Multiplikation mit einem Faktor. Alles z. B. mit 0.5 multipliziert ergibt ein Labyrinth mit 11 m Durchmesser und 0.5 m Achsmaß und halben Radien.

Am besten fängt man in der Mitte an und legt als erstes die Hauptachse mit den Punkten M1 und AX1 fest. Von diesen ausgehend werden durch Einschneiden von zwei verschiedenen (schon festgelegten) Punkten die übrigen Mittelpunkte M2 bis M4 abgesteckt. M5 liegt rechtwinklig zum Zentrum M1.

Die Hauptpunkte

Die Hauptpunkte

Die Achsen der einzelnen Wegbegrenzungslinien werden dann in ihrem jeweiligen Geltungsbereich abgesteckt, ausgehend von den verschiedenen  Kreismittelpunkten. Die unterschiedlichen Kreisbögen folgen einander knickfrei, da sie an der gemeinsamen Tangente senkrecht zum Mittelpunkt aufeinander stoßen. Das klingt komplizierter als es ist.

Konstruktionszeichnung

Konstruktionszeichnung

Hier sind in einer Konstruktionszeichnung alle Maßangaben zusammengefasst.

Wer möchte, kann sich diese als PDF-Datei anschauen, kopieren oder drucken.

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Dieses Labyrinth hat als Grundmuster ein Dreieck. Es ist ebenso leicht und einfach zu konstruieren wie das klassische Labyrinth. Von wem es erfunden wurde, wissen wir nicht. Und ob sein Ursprung im indischen Kulturraum liegt, wissen wir auch nicht. Oft wird es als Chakra Vyuha bezeichnet, eine strategische Schlachtformation, die im hinduistischen Mahabharata eine Rolle spielt.

Es hat nur zwei Wendepunkte und eine Mitte, die sich spiralförmig zuzieht (aber keine echte Spirale ist). Variationen sind sehr leicht möglich. Man muß dann nur einige Winkel im Grunddreieck hinzufügen. Oder die Mitte etwas anders gestalten, indem man sie z.B. größer macht.

Beginnen wir mit einer einfachen Ausführung, bei der die Seiten des Dreiecks in 4 gleiche Abschnitte unterteilt sind.

Das Grundmuster

Das Grundmuster

Wir fangen an der Spitze oben an und verbinden bogenförmig die Spitze mit dem rechts unterhalb liegendem freien Ende (1-1).

Die ersten Schritte

Die ersten Schritte

Dann verbinden wir der Reihe nach von links nach rechts jeweils bogenförmig um die vorher gezeichnete Linie herum die übrigen Linienenden und Punkte von 2 bis 6. Als Ergebnis erhalten wir ein Labyrinth mit zwei Wendepunkten und 5 Umgängen.

Das fertige Labyrinth

Das fertige Labyrinth

Die genauen Mittelpunkte und Radien lassen sich der nachfolgenden Zeichnung entnehmen. Das Labyrinth besteht also aus verschiedenen Kreisbögen mit unterschiedlichen Radien und unterschiedlichen Anfangs- und Endpunkten. Sie stoßen aber knickfrei aneinander an. Dadurch ergibt sich die harmonische Linienführung.

Die Konstruktionszeichnung

Die Konstruktionszeichnung

Dieses Labyrinth hat ein anderes „Feeling“ als das klassische 7-gängige Labyrinth. Das merkt man, wenn man es begeht. Sei es in echt oder mit dem Auge, z.B. hier am Bildschirm.
Aber typisch wie bei allen „echten“ Labyrinthen ist, dass man gleich am Anfang mitten hinein geht, dann Wendungen zurück und nach außen erfährt und überraschend plötzlich in der Mitte ankommt. Das drückt sich auch in der Wegfolge aus: 3 – 2 – 1 – 4 – 5 – 6.

Und hier die Konstruktionszeichnung als PDF-Datei zum anschauen, drucken, speichern, kopieren.

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