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Posts Tagged ‘Chartres Labyrinth’

Die Babylonischen Eingeweidelabyrinthe haben Eingang gefunden in die moderne Medizin. Auf eine ganz ungewöhnliche Art und Weise. Ein labyrinth-artiger Chip dient zur Diagnose von Krebszellen im Blut. Die labyrinthische Anordnung der Bahnen erweist sich als ein wirkungsvolles Werkzeug zur Isolierung von zirkulierenden Krebszellen im Blut. Das heißt, dass die kurvenreiche  und gewundene Linienführung im Labyrinth dabei besonders nützlich ist.

Labyrinth-Chip

Labyrinth-Chip, Foto mit freundlicher Genehmigung der Universität Michigan, © Joseph XU, Michigan Engineering Communications & Marketing

Was ist das nun für ein Labyrinth?
Auf den ersten Blick erinnert es an ein mittelalterliches Labyrinth, wie das berühmte Chartres Labyrinth. Es hat zehn Umgänge in drei Sektoren, in einem sind es acht. Sie werden nicht der Reihe nach durchlaufen, sondern wechselweise. Und dann hat es zwei Zugänge: Einen Eingang und einen Ausgang. Es ist also ein Durchgangslabyrinth wie wir das von den Babylonischen Labyrinthen kennen. Wir haben daher einen eigenen, neuen Typ vor uns. Dargestellt ist der Weg im Labyrinth, der Ariadnefaden. Das erinnert uns an den Mythos vom Minotauros, den es zu bekämpfen gilt wie hier den Krebs.
Dienten die Babylonischen Eingeweidelabyrinthe zur Wahrsagung, dient hier das Labyrinth der Medizin.
Das erinnert mich an „Ancient Myths & Modern Uses„, ein Buch über Labyrinthe von Sig Lonegren.

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Beim Labyrinthkongress in Lettland konnte ich neben dem klassischen Labyrinth und dem baltischen Rad auch ein Pflasterlabyrinth vom Typ Chartres erleben. Vita und Viesturs haben es im Jahr 2010 etwas außerhalb des Anwesens auf einer Wiese am Waldrand angelegt. Vorbild war offensichtlich das Foto eines ähnlichen Labyrinths in den Gärten der Welt in Berlin Marzahn. Einen genauen Plan gab es wohl nicht. So habe ich einige Maße genommen und danach diese Zeichnung erstellt:

Der Grundriss

Der Grundriss

Die Wege und die Begrenzungslinien sind beide je 40 cm breit. Die Wege sind aus 6 Reihen hellen Granitsteinen gepflastert, die Begrenzungen aus 7 Reihen mit dunklen Steinen. Die Mitte hat einen Durchmesser von 1.80 m, die aus 8 Reihen heller Steine und dem zentralen Stein mit 80 cm Durchmesser bestehen. Dieser besteht aus einer einzigen Platte aus rötlichem Granit und ist leicht konvex gewölbt.

Die Wege und Linien werden eingefasst mit 7 Reihen dunkler Steine in einer Breite von etwas 77 cm. Die gepflasterte Fläche hat somit einen Durchmesser von 21 m. Daran schließt sich ein 2.50m breiter Weg aus Splitt an, begrenzt mit größeren Feldsteinen.
Die einfache Weglänge von außen bis zum Mittelpunkt beträgt insgesamt 371 m.

Das Labyrinth ist auf Google Earth zu sehen. Die geografischen Koordinaten betragen N 56° 58′ 55″, E 23° 18′ 9″.

Luftbild

Luftbild

Hier einige Fotos:

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Die Rechteckform wird von vielen verwendet, die sich mit Labyrinthen beschäftigen, z.B. Jo Edkins,  Niels Mejlhede Jensen oder diversen Autoren in Caerdroia. Erwin und ich haben sie in vielen Beiträgen auf diesem Blog verwendet. Nicht alle verwenden die gleiche Rechteckform und nicht alle verwenden sie in der gleichen Weise, aber immer im Bemühen, ein vertieftes Verständnis des Labyrinths zu erlangen. Im Folgenden zeige ich einige Beispiele mit der Rechteckform des Chartres Labyrinths.

RFChartresSteafel

Abbildung 1

Thorn Steafel (Abb. 1) verwendet die Rechteckform für die Begrenzungsmauern, gewonnen mit Methode 1 zum Vergleich der Muster der Labyrinthe von Chartres und Bayeux (Steafel T. Reappraising the Bayeux Labyrinth. Caerdroia 2014; 43: 40-45).

RFChartresEdkins

Abbildung 2

Jo Edkins zeigt auf seiner Website die Rechteckform für den Ariadnefaden nach Methode 1, um den Wegverlauf zu analysieren (Abb. 2).

diagram_chartres_rechteck_dual

Abbildung 3

Die gleiche Rechteckform (für den Ariadnefaden, nach Methode 1) verwendet Erwin in diesem Beitrag (Abb. 3). Er untersucht damit den Wegverlauf und die Dualität. Das letztere sieht man an der unterschiedlichen Nummerierung der Umgänge links und rechts aussen.

In allen drei nach Methode 1 gewonnenen Rechteckformen ist der Eingang unten rechts und das Zentrum oben links.

RF Chartres

Abbildung 4

Weil sie sich von links oben nach rechts unten liest, verwende ich immer die mit der Methode 2 gewonnene Rechteckform für den Ariadnefaden (Abb. 4). Diese bezeichne ich als das Muster.

RFChartresJensen

Abbildung 5

Auch Niels Mejlhede Jensen verwendet eigentlich die mit der Methode 2 gewonnene Rechteckform für den Ariadnefaden (Abb. 5). Er geht jedoch von einem Labyrinth aus, dessen Hauptachse nach Rechts ausgerichtet ist. Daher steht bei ihm die Rechteckform auf einer Aussenseite, die Achsen sind horizontal und die Umgänge sind vertikal angeordnet.

Die Rechteckform oder das Muster zeigt das Wesentliche eines Labyrinths ohne Ablenkungen durch runde oder vieleckige Umrisse, unterschiedlich lange Wege, künstlerische Gestaltungen, Verzierungen etc.. Dies ist nützlich für

  • Die Analyse des Wegverlaufs. Diese dient als Basis für weitere Zwecke wie
  • Den Vergleich von Labyrinthen und die Feststellung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Labyrinthen
  • Die Darstellung der Besonderheiten spezifischer Labyrinthe und das Erkennen ihrer inneren Struktur
  • Das Erforschen von Zusammenhängen zwischen verschiedenen Labyrinthen
  • Das Aufzeigen einer wesentlichen allgemeinen Eigenschaft von Labyrinthen: der Dualität

Das Muster ist ein eindeutiges Kriterium für die Gruppierung von gleichen und die Unterscheidung von verschiedenen Labyrinthen.

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Vor kurzem ging es um den langen und verschlungenen Weg in einem klassischen Labyrinth.
Heute wollen wir einmal den Weg im Chartres Labyrinth genauer anschauen. Das ist ein ganz anderer Typ von Labyrinth. Es hat mehr Umgänge als das kretische Labyrinth, elf statt sieben.
Wir orientieren uns am Original, also an dem Labyrinth, das sich seit über 800 Jahren in der Kathedrale von Chartres befindet. Die Wege sind viel schmäler als bei einem „Freilandlabyrinth“.
Es hängt nicht nur vom Typ Labyrinth ab, wie lang die Wege sind, sondern auch von der Bauweise. Also: Wie breit die Wege sind, wie breit die Begrenzungslinien dazwischen sind, wie groß die Mitte ist usw.
Beim Chartres Labyrinth haben wir einen Abstand von 42.6 cm von Wegachse zu Wegachse.

Der Weg im Chartres Labyrinth

Von A bis Z: Der lange und der kurze Weg im Chartres Labyrinth

Der direkte Weg von „A“ bis „Z“ quer über alle Begrenzungslinien hinweg in das Zentrum des Chartres Labyrinths beträgt 6.45 m. Das entspricht dem halben Durchmesser von 12.90 m.
Der ganze, lange Weg vom Eingang bis in das Zentrum beläuft sich auf 263.05 m, wenn ich allen Wendungen folge. Das ergibt ein Verhältnis zwischen langer und kurzer Strecke von 263.05 : 6.45 = 40.78. Also ein viel höherer „Umwegfaktor“ als beim kretischen Labyrinth.

Wenn ich den Faden am Anfang und am Ende packe und auseinanderziehe, erhalte ich eine gerade Linie, die von „A“ bis „Z“ reicht und die dem Weg in die Mitte entspricht, also 263.05 m lang ist.
Wenn ich Anfang und Ende zusammenfüge, erhalte ich einen Kreis. Der Umfang entspricht der geraden Linie von 263.05 m. Der Durchmesser wäre dann 83.73 m.
Ich kann auch ein Quadrat mit dem gleichen Umfang daraus machen. Das hätte dann vier Seitenlängen von je 65.76 m.

Die nachfolgende Zeichnung zeigt die verschiedenen Figuren in den richtigen Größenverhältnissen untereinander, auch wenn sie unmaßstäblich ist.

Der entrollte Ariadnefaden

Der entrollte Ariadnefaden

Wundern Sie sich nicht, dass das Original Labyrinth so winzig aussieht. Das wird verursacht durch den „Umwegfaktor“ von 40.78. (Zur Erinnerung: Beim kretischen Labyrinth beträgt dieser Wert 24.4).
Der entrollte Ariadnefaden ist also im Verhältnis zum ursprünglichen Labyrinth viel länger. Die Proportionen in der Zeichnung stimmen jedoch.

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Das Chartres Labyrinth hat viele Qualitäten. Für viele ist es das perfekteste und schönste Labyrinth überhaupt, für einige (hoffentlich nicht so viele) ist es gar nicht so toll bis kein Labyrinth.

Die speziellen Eigenschaften des Chartres Labyrinths sind nicht auf den ersten Augenblick zu erkennen. Dazu muss man etwas genauer hinschauen und sich mit der Struktur und dem inneren Aufbau befassen.

Zuerst erforschen wir die Selbstdualität.

Die Linienführung im Chartres Labyrinth

Die Linienführung im Chartres Labyrinth

Die Umgänge sind in der Zeichnung sowohl von außen nach innen als auch  von innen nach außen nummeriert (wie auch unten im Diagramm).

Zuerst ermitteln wir die Linienfolge für den Weg hinein, also von außen (0) nach innen (12):
(0)-5-6-11-10-9-8-7-8-9-10-11-10-9-8-7-6-5-4-3-2-1-2-3-4-5-4-3-2-1-6-7-(12).

Jetzt nummerieren wir die Umgänge von innen (0) nach außen (12) und lesen dann die Linienfolge für den Weg zurück ab:
(0)-5-6-11-10-9-8-7-8-9-10-11-10-9-8-7-6-5-4-3-2-1-2-3-4-5-4-3-2-1-6-7-(12).

Wir stellen fest, sie sind identisch. Damit ist das Chartres Labyrinth selbstdual, ein Zeichen seiner besonderen Qualität.

In der Linienfolge drücken sich der Rhythmus und die Bewegungsfigur eines Labyrinthes aus. Im Chartres Labyrinth werden manchmal zwei Quadranten berührt, manchmal nur einer. Niemals drei oder gar vier. Die größte Schrittweite ist fünf (0-5, 6-11, 1-6, 7-12), am häufigsten aber eins. Das charakteristischste am Chartres Labyrinth ist für mich die Schrittfolge am Anfang 0-5-6-11 und 1-6-7-12 am Ende. Es geht gleich hinein, man kommt ganz schnell an die Mitte heran, pendelt dann im ganzen Labyrinth hin und her und erreicht überraschend die Mitte von ganz außen aus. Das macht die Dramaturgie dieser besonderen Bewegungsfigur aus.

Zugegeben, die Zählerei ist mühselig. Beim Begehen des Chartres Labyrinths muss man das auch gar nicht machen. Die eigentliche Erfahrung teilt sich ja im Gehen mit.


Was ist mit der Symmetrie?

Dazu wählen wir wieder die Rechteckform und geben den Umgängen unterschiedliche Farben. Unten rechts ist der Eingang und oben links geht es in die Mitte. Die Umgänge sind in beiden Richtungen nummeriert. Es kommt hier nicht auf die wahren Größenverhältnisse (also Länge der Abschnitte) an, sondern es geht nur um die Struktur (Andreas nennt es das Muster).

Das rechteckige Diagramm

Das rechteckige Diagramm

Umgang 6 verkörpert in beiden Richtungen die Mitte, das ist die Spiegelachse. Die grünen und die blauen Felder gleichen sich. Durch Spiegeln und Drehen lassen sie sich übereinanderlegen. Die gelben Felder sind die verbindenden Elemente. Sie verlaufen stufenförmig in Serpentinen.
Andreas Frei nennt sie kaskadierende Serpentinen. Für ihn steckt darin ein Prinzip der Labyrinthkonstruktion. Mehr darüber erfahren Sie auf seiner Website (siehe Link unten).

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Am Weltlabyrinthtag 2012 wurde ein neues Labyrinth vor dem Westportal des Magdeburger Domes eingeweiht. Der Magdeburger Dom ist so alt wie die Kathedrale Notre Dame de Chartres. Daher lag es nahe, sich am berühmten Chartres Labyrinth zu orientieren. 800 Jahre nach dessen Bau etwa um 1200 entstand so ein dem Original nachempfundenes Pflasterlabyrinth an dieser Stelle.

Das Labyrinth vor dem Westportal

Das Labyrinth vor dem Westportal

Die Stadt Magdeburg realisierte als erste Baumaßnahme zur Umgestaltung des gesamten Domplatzes den Bau des Labyrinths. Der Magdeburger Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper übergab es am 5. Mai 2012 seiner Bestimmung und Domprediger Giselher Quast erteilte den kirchlichen Segen.
Gundula Thormaehlen (Mitbegründerin der TLS) rief mit ihrem Muschelhorn die himmlischen Kräfte aus den vier Himmelsrichtungen herbei. Für die musikalische Begleitung der Feier sorgte die Martin-Rühmann-Band. Die Spruchbänder wiesen auf das für 2012 ausgerufene Kaiser-Otto-Jahr in Magdeburg hin.

Blick aus der Vogelperspektive

Blick aus der Vogelperspektive

Die Konzeption und Umsetzung des Labyrinths lag in den Händen der Landschaftsarchitektin Daniela Süßmann aus Magdeburg mit ihren engagierten Mitarbeiterinnen. Seit Jahren hatte sie die Idee zu einem Labyrinth auf dem Domplatz. Jetzt endlich wurde es Wirklichkeit nach vielen Vorgesprächen mit den städtischen Behörden, der Denkmalpflege und der Domgemeinde.

Entwurfszeichnung

Entwurfszeichnung

Besondere Anerkennung gebührt der Firma Barleber Naturstein Bau- und Pflasterarbeiten, deren Bauleiter, Vorarbeiter und Pflasterer die insgesamt 47000 Mosaikpflastersteine sorgfältig und genau verlegten.
In der Mitte des Labyrinths wurde unter der Pflasterfläche ein großer Amethyst eingebaut, dem heilende Kräfte nachgesagt werden.
Alle am Bau Beteiligten haben Meisterhaftes geleistet. Noch nie wurde ein Labyrinth vom Typ Chartres als Pflasterlabyrinth so perfekt umgesetzt.

Die 6-blättrige Mitte

Die 6-blättrige Mitte

Die Breite der begehbaren Wege beträgt durchschnittlich 40 cm und besteht aus Bernburger Muschelkalksteinen, die durch eine etwa 10 cm breite Linie aus dunklen Basaltsteinen begrenzt sind. Der einfache Weg vom Eingang bis in die Mitte beträgt etwa 287 m. Die Mitte hat einen Durchmesser von gut 3 m, so dass sich einschließlich der 113 Zacken ein Gesamtdurchmesser von 14.45 m ergibt. Die vermörtelten Pflastersteine sind auf einem Unterbau aus Beton verlegt und in die vorhandene, ungebundene Granitpflasterfläche integriert. Daher sind einige Dehnungsfugen notwendig, die aber noch „verblassen“ werden. Die gesamte Fläche vor den Westtürmen, die zur Zeit restauriert werden, weist eine vom Dom wegführende Neigung auf, so dass das Labyrinth gut erkennbar ist.

Die Erstbegehung am 5. Mai 2012 um 13 Uhr

Die Erstbegehung am 5. Mai 2012 um 13 Uhr

Leider hat es zum Zeitpunkt der Einweihung um 13 Uhr etwas geregnet, was aber der fröhlichen Aufbruchsstimmung keinen Abbruch tat. So hat sich Magdeburg würdig in die weltweite Labyrinthbewegung rund um den Erdball eingereiht, nach dem Motto für den Weltlabyrinthtag: Walk as One at one. Wie schon vor drei Jahren am 1. Weltlabyrinthtag 2009.

Am Tag nach der Einweihung

Am Tag nach der Einweihung

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten (voraussichtlich Ende 2012) an den Westtürmen wird auch das Westportal des Doms wieder sichtbar sein und das Labyrinth kann seine volle Wirkung als einladendes Symbol entfalten.

Schon jetzt ist es ein Zeichen für Neubeginn, für Umkehr und Ankommen, das alle Menschen zur Begehung einlädt.

Magdeburg ist eine Reise wert.

Hier zwei kurze Videos auf YouTube:

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von Giancarlo Pavat

Alatri ist eine kleine Stadt in Mittelitalien in der Provinz Frosinone, in der Region Latium, südlich von Rom.
Alatri rühmt sich römischer und mittelalterlicher Denkmäler, darunter sind auch viele schöne Kirchen und Paläste aus dem 11. bis 13. Jahrhundert. Die Kirche des Hl. Franziskus von Assisi stammt aus dem 13. Jahrhundert und zusammen mit dem angrenzenden Kloster öffnet sie sich auf die Piazza Königin Margherita von Savoyen. Die Kirche wird heute als Halle für Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Bei Restaurierungsarbeiten im Jahr 1996 wurde ein Verbindungsgang unter der Kirche entdeckt, mit einer Reihe von Fresken an den Wänden, darunter Spiralen, Kreise, Pflanzen, Blumen und einer einzigartigen Darstellung „Christus Pantokrator“ in der Mitte eines großen Labyrinths. Das Fresko befindet sich am oberen Teil einer Wand.
Zur Zeit ist fast gar nichts über den Ursprung dieses Kunstwerkes bekannt, ja, es war völlig unbekannt bis zur eher zufälligen Entdeckung im Jahre 1996. Die Darstellung eines Bildes mit Christus in der Mitte eines Labyrinths war bisher nicht bekannt, allerdings entspricht die Wegführung des Alatri Fresko Labyrinths im Wesentlichen dem Bodenlabyrinth in der Kathedrale von Chartres in Frankreich.

Der Durchmesser des ganzen Labyrinths beträgt etwa 140 cm, während die Mitte 55 cm hat. Im Zentrum des Labyrinths dargestellt ist ein bärtiger Christus, dessen Kopf von einem Heiligenschein mit eingeschriebenem Kreuz umgeben ist und der einen dunklen Rock mit einem goldenen Umhang trägt.In seiner linken Hand, an der er einen Ring trägt, hält er ein mit zwei Schnallen verschlossenes Buch, das mit einem Herz verziert ist. Die rechte Hand ist in einer Segensgebärde zum letzten Stück des Weges ausgestreckt, wo es ins Zentrum mündet.

Die Wand mit dem Fresko „Christus im Labyrinth“ zeigt nach Süden, so dass der Eingang zum Labyrinth westlich liegt (links im Fresko) und die Mitte des Labyrinths im Osten. Daher ist das Labyrinth orientiert wie die überwiegende Mehrheit der Labyrinth in christlichen Kirchen: Sie beginnen von wo aus die Sonne untergeht und führen weiter in der Richtung, in die sie steigt, dem Licht entgegen.

Nach Professorin Graziella Frezza vom Ministerium für Kulturgüter der Italienischen Republik, können die Fresken von Alatri auf das 11. bis 14. Jahrhundert datiert werden, und, derzeit sind wahrscheinlich die Tempelritter die Urheber oder Auftraggeber des Freskos „Christus im Labyrinth“.

Gegenwärtig sind die Fresken von Alatri in einem schlechtem Zustand, aber wegen ihrer Bedeutung hat die italienische Regierung Gelder für ihre Restaurierung bewilligt.

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Giancarlo Pavat
Alle Fotos © Giancarlo Pavat

Quelle: Caerdroia 40 (2010), herausgegeben von Jeff Saward

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