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Posts Tagged ‘7-gängiges klassisches Labyrinth’

Vor knapp 7 Jahren war die Blume des Lebens schon einmal Thema in diesem Blog. Nun möchte ich dazu einiges ergänzen.
Als erstes die Originalzeichnung des Ariadnefadens. Sie ist entstanden, als bei einem Besuch in Salzburg mich Marianne Ewaldt fragte, ob das Labyrinth in der Blume des Lebens enthalten sei. Sie gab mir eine kleine Festschrift zum 80. Geburtstag von Dr. Siegfried Hermerding, die betitelt war mit „Die Blume des Lebens und das Universum“. Darin waren unzählige Symbole und Urformen abgebildet, jedoch kein Labyrinth.

Ariadnefaden in der Blume des Lebens

Ariadnefaden in der Blume des Lebens

Das ist die Abbildung, in die ich am 25.6.2012 in Salzburg den Ariadnefaden für das dreigängige Labyrinth eingezeichnet habe.

Was hat es mit der Blume des Lebens auf sich?
Eine nüchterne und rationale Antwort darauf gibt Wikipedia:

Die Blume des Lebens ist ein Ornament auf einem sechseckigen Ausschnitt eines Dreiecksgitters. An jedem Gitterpunkt schneiden sich Kreise bzw. Kreisbögen um die sechs benachbarten Gitterpunkte, sodass benachbarte Gitterpunkte durch Linsen verbunden sind, neunzig an der Zahl.
An jedem inneren Gitterpunkt berühren sich sechs Linsen wie Blütenblätter, was der modernen Esoterik (New Age) die Bezeichnung Blume des Lebens nahelegte. Darauf, dass das Ornament schon früher so genannt worden wäre, gibt es keinen Hinweis.

Viele sehen in der Blume des Lebens viel mehr. Das dürfen sie, jedoch sollte man das nicht überbetonen.
Aus labyrinthischer Sicht bleibt festzustellen, dass es sich um ein Gitternetz handelt, in das sich je nach Größe verschiedene Labyrinthe unterbringen lassen. Sie haben immer eine sechseckige Form und eine würfelförmige Anmutung. Es handelt sich also um einen Stil, so ähnlich wie bei den Labyrinthen im Man-in-the-Maze-Stil, wie Andreas in etlichen Artikeln erläutert hat.

In den unten genannten Artikeln sind dann weitere Zeichnungen und Ableitungen von Andreas und mir zu finden.

Um ein 7-gängiges Labyrinth in der Blume des Lebens unterzubringen, muss man das Gitternetz aus Vollkreisen erweitern, wie Andreas ausgeführt hat.
Das hat Marianne Ewaldt als Keramikkünstlerin getan und mir letztes Jahr ein solches Labyrinth geschenkt.

Ein goldener Ariadnefaden im 7-gängigen Labyrinth

Ein goldener Ariadnefaden im 7-gängigen Labyrinth

Und hier ist dann noch eine Zeichnung von mir mit allen Linien des Labyrinths in einem noch etwas größerem Gitternetz:

Das ganze 7-gängige Labyrinth

Das ganze 7-gängige Labyrinth

Deutlich ist zu erkennen, dass die äußeren Begrenzungslinien ein Sechseck bilden und auch noch einen Würfel enthalten.

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Beim letzten Labyrinthkongress in Lettland habe ich ein klassisches Labyrinth mit einer ganz eigenen Form erleben können.

Hier einige Fotos davon:

Der Weg aus Erde war etwa 40 cm breit, die begrenzenden Steine etwa 30 cm groß und beidseits eingebettet in einen etwa 25 cm breiten „Grünstreifen“. Der Mittelteil war ziemlich groß mit einem runden Blumenbeet darin. Die Weglänge war angegeben mit 232 m.

Was ist denn nun das Besondere an diesem Labyrinth?

Das Besondere ist, dass der Mittelteil viel größer ist als sonst üblich und die vier Wende- und Endpunkte nicht in einem Quadrat liegen. Und damit auch kein Kreuz bilden, wie wir es vom kretischen Labyrinth kennen. Damit ergibt sich auch die fast kreisrunde Form.

Der Prototyp

Der Prototyp

Hier möchte ich an einem (linkshändigen) Prototyp zeigen, wie man es am besten konstruieren könnte. Ich verwende als Achsmaß die Einheit 1 m, so dass das Labyrinth für beliebige Größen skaliert werden kann.

Grundkonstruktion

Grundkonstruktion

Wir beginnen mit der Festlegung der Mitte M1 und der oberen beiden Wendepunkte M2 und M3. Mittels Bogenschlag von M3 und M1 aus legen wir Punkt M4 mit den Maßen 6.00 m und 6.50 m fest. Punkt M5 wird anschließend mit Bogenschlag von M1 und M4 aus mit den Maßen 4.00 m und 5.50 m festgelegt.

Dadurch haben wir die Mittelpunkte für alle Bögen und die vier Wendepunkte M2, M3, M4 und M5 abgesteckt.

Jetzt sind nur noch die verschiedenen Kreisbögen abzustecken und das Labyrinth mit seinen Begrenzungslinien ist fertig.

Konstruktionszeichnung

Konstruktionszeichnung

Hier können Sie die Konstruktionszeichnung als PDF-Datei anschauen/drucken/speichern/kopieren …

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Vor kurzem hat Andreas hier einen Beitrag gebracht zum Jericho Labyrinth St. Gallen, das wohl die erste historisch belegte Achsquerung in einem Labyrinth aufweist.

Ich habe auch schon einmal darüber geschrieben. Aber jetzt möchte ich es noch einmal tun. Denn es scheint mir ein Mittel oder Element der Labyrinthgestaltung zu sein, das bisher niemand beachtet hat.

Darauf bin ich gestoßen, als ich das Labyrinth nicht mehr nach einem Grundmuster gezeichnet habe, sondern nach der Wegfolge. Und dabei habe ich bemerkt, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt die Linien miteinander zu verbinden.

Am Beispiel des kretischen Labyrinth mit seinen 7 Umgängen soll das noch einmal gezeigt werden. Wie viele Möglichkeiten der Achsquerung habe ich und was bewirken sie?

Zunächst das ursprüngliche, gewohnte Labyrinth, allerdings rund und mit größerer Mitte.

Das kretische 7-gängige Labyrinth

Das kretische 7-gängige Labyrinth

Der letzte Wegabschnitt zur Mitte liegt auf der vertikalen Hauptachse. Der Eingang liegt links der Hauptachse, führt zum dritten Umgang und wendet sich zuerst nach links. Der Eintritt in die Mitte erfolgt vom fünften Umgang aus von rechts und liegt dem Eingang gegenüber.


Wie oft kann ich nun die Achse queren?
An zwei Stellen: Vom ersten auf den vierten Umgang und vom vierten auf den siebten Umgang. Das kann jeweils an einer Stelle geschehen oder an beiden Stellen zusammen. Das ergibt insgesamt drei Varianten.

Hier die erste Version:

Die Achsquerung vom 1. zum 4. Umgang

Die Achsquerung vom 1. zum 4. Umgang

Durch die Achsüberquerung wechsle ich beim Übergang vom ersten auf den vierten Umgang nicht die Richtung wie im Original, sondern bleibe auch im vierten Umgang im „Linksdrall“.
Dadurch erreiche ich aber auch die Mitte von links, ich habe gleichsam diesen Wegabschnitt auf die andere Seite der Hauptachse gelegt.
Der Haupteingang rutscht etwas weiter nach links und die zwei unteren Wendepunkte verschieben sich ebenfalls nach links.


Die zweite Version:

Die Achsquerung vom 4. zum 7. Umgang

Die Achsquerung vom 4. zum 7. Umgang

Hier bleibt der Wechsel vom ersten auf den vierten Umgang wie im Original, doch vom vierten auf den siebten behalte ich wieder den „Drall“ bei.
Der Eintritt in die Mitte erfolgt wieder von links wie im Original. Der Haupteingang rutscht aber auf die rechte Seite. Die beiden unteren Wendepunkt sind nach rechts verschoben.


Die dritte Version:

Die Achsquerung vom 1. zum 4. und vom 4. zum 7. Umgang

Die Achsquerung vom 1. zum 4. und vom 4. zum 7. Umgang

Zwei Achsquerungen wie in den vorigen Varianten, nun gemeinsam. Dadurch gibt es aber erhebliche Verschiebungen. Alles wandert nach links. Der Haupteingang liegt wieder links, und der Eintritt in die Mitte erfolgt von rechts.


Nachfolgend eine Darstellung des Weges als Ariadnefaden:

Der Ariadnefaden in gewohnter Form

Der Ariadnefaden in gewohnter Form

Der Ariadnefaden mit 2 Achsquerungen

Der Ariadnefaden mit 2 Achsquerungen

 

 

 

 

 

 

 

Vielleicht kann man das als unnötig abtun? Es wäre trotzdem schön, es einmal in der Praxis auszuprobieren. Vor allem, wie es sich anfühlt, andere Richtungsänderungen als im Original zu erleben.
Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit in einem großen Sandkastenspiel? An einem Sandstrand beispielsweise? Wo man einfach die Linien in den Sand kratzen kann und sie dann von der Flut wieder gnädig auslöschen lässt.

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Viele sind überrascht wie lang der Weg in einem Labyrinth sein kann, vor allem wenn sie zum ersten Mal ein Labyrinth begehen. Und viele, die ein Labyrinth anlegen wollen, z.B. mit Steinen oder mit Lichtern, staunen, wie viel Material sie brauchen.

Unter der Überschrift „Formprinzipen“ in seinem Buch Labyrinthe schreibt Hermann Kern zum Stichwort >Prinzip Umweg<:

– wenn der Weg in einem Maximum an Umweg den ganzen Innenraum ausfüllt

Wenn ich vor einem Labyrinth stehe, ist die Mitte, das Ziel greifbar nahe. Doch erst beim Hineingehen erfahre ich, wie verschlungen und kompliziert der Weg eigentlich ist. Dieser Weg, der rote Faden oder der Ariadnefaden ist jedoch eine ununterbrochene Linie im Labyrinth, ohne Kreuzungen oder Abzweigungen.

Ariadnefaden

Von A bis Z: Der lange und der kurze Weg

In der Zeichnung nenne ich „A“ den Anfang des Weges und „Z“ das Ziel, die Mitte. Bei vielen Labyrinthen könnte ich mit wenigen Schritten über alle Begrenzungen hinweg direkt die Mitte erreichen. Das tut man/frau natürlich nicht. (Allenfalls wenn es um den Quantensprung geht.)

Jetzt vergleiche ich einmal  für ein 7-gängiges Labyrinth mit etwa 15 m Durchmesser den kurzen und den langen Weg. Der kurze Weg beträgt 6.33 m, der lange hat 154.62 m. Oder anders ausgedrückt: Der lange Weg ist 24.4 mal länger als der kurze (154.62 : 6.33 = 24.4).
Das könnte man auch als eine Formel für das Labyrinth bezeichnen. Um beispielsweise zu berechnen wie effektiv der Grundriss ist. Oder wie verschlungen der Weg ist? Oder aus welcher minimalen Fläche kann ich welche maximale Länge herausholen?
Vielleicht könnte man diesen Wert zu Ehren von Hermann Kern als „Umwegfaktor“ 24.4 bezeichnen?

Wenn ich nun diesen Faden am Anfang und am Ende packe und auseinanderziehe, erhalte ich eine gerade Linie, die von „A“ bis „Z“ reicht und so lange wie der Weg ins Labyrinth ist, also 154.62 m.
Wenn ich Anfang und Ende aufeinanderlege und dann den Faden auseinanderziehe, erhalte ich einen Kreis. Der Umfang entspricht der geraden Linie von 154.62 m. Als Durchmesser ergäben sich 49.22 m.
Ich kann auch ein Quadrat mit dem gleichen Umfang daraus machen. Das hätte dann vier Seitenlängen von je 38.65 m.

Die nachfolgende Zeichnung zeigt die verschiedenen Figuren in den richtigen Größenverhältnissen untereinander, auch wenn sie unmaßstäblich ist.

Der entrollte Ariadnefaden

Der entrollte Ariadnefaden

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Hermann Kern schreibt in seinem Werk Labyrinthe (Prestel Verlag, München 1982) zu den Formprinzipien (Einführung, S. 14):

Jedes Labyrinth besteht aus Linien, die als Grundriß zu lesen sind; sie bilden eine hochkomplizierte abstrakte Bewegungsfigur, deren Nachvollzug erhebliches Vorstellungsvermögen erfodert. Nachvollzogen wird die Figur durch gedankliches Abschreiten des Weges zwischen den Linien.

Damit will ich niemanden abschrecken, sondern nur deutlich machen, dass die Beschäftigung mit dem Labyrinth durchaus anspruchsvoll sein kann. Und eine kleine Hilfestellung geben zum Nachvollziehen.

Inzwischen habe ich eine ganze Reihe von labyrinthgeeigneten Mäandern (den Typ 4) gefunden. Den ältesten habe ich auf einer griechischen Amphora aus der Zeit um 470 v.Chr. in der Antikensammlung des Martin von Wagner Museums der Universität Würzburg entdeckt. Einige Exemplare befanden sich an öffentlichen Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert. Und mit einem hatte ich schon direkten Kontakt: Ein Mäanderband auf einem Waschlappen in Frottee aus dem eigenen Haushalt.
Hier eine kleine Zusammenstellung:

Aus allen kann man ein Labyrinth „generieren“, genauer gesagt: den Weg im Labyrinth. Denn der Mäander ist der Ariadnefaden (eben der Weg) in linearer Form.
Bei genauerem Hinsehen erkennt man einige kleine Unterschiede. Sie entstehen durch Spiegelung der „Grundform“ entweder in horizontaler oder vertikaler Achse. Es ergeben sich vier verschiedene Varianten. In der nachfolgenden Zeichnung lässt sich das anhand der Farben und Zahlen nachvollziehen:

Ich kann den Mäander von links nach rechts „lesen“ oder von rechts nach links. Entsprechend fällt die Lage des Eingangs aus.


Wie mache ich aus dem Mäander nun ein Labyrinth? Oder vielleicht etwas hochgestochener: Welcher Code steckt im Mäander, der mich zum Labyrinth führt?

Die „Entschlüsselung“ versuche ich so einfach und nachvollziehbar wie möglich zu machen. Dazu dienen die Farben und die Zahlen. Mit deren Hilfe kann man den Weg der einzelnen Abschnitte verfolgen.

Gedrehter Mäander

Gedrehter Mäander

Zuerst drehe ich den Mäander mit dem Eingang unten links aus der obigen Zeichnung um 90 Grad nach links.
Das „Geheimnis“ im Mäander ist die Anordnung der Linien. Hier sind sie von „0“ bis „8“ nummeriert. „0“ steht für außen, Anfang der Linie, Beginn. „8“ steht für innen, Ende der Linie, Mitte, Zentrum, Ziel. Diese Linienabschnitte sind auch mit unterschiedlichen Farben kenntlich gemacht.
Jetzt lese ich die Reihenfolge ab, in der diese Abschnitte durchlaufen werden. Und, treue Leser dieses Blogs wissen es, das ergibt die Wegfolge (Umgangsfolge, Linienfolge) für das Labyrinth. Diese lautet: 0-3-2-1-4-7-6-5-8.
Auch die Richtungswechsel leite ich daraus ab. Also, ob es nach links oder nach rechts geht, nach außen oder nach innen.

Diesen gedrehten Mäander ziehe ich nun quer auseinander. Das ergibt das Labyrinth in Diagrammform. Selbstverständlich sind die Längen der einzelnen Linienabschnitte verzerrt, entsprechen nicht den ursprünglichen oder den neuen Längen. Darauf kommt es auch gar nicht an. Wichtig ist nur welche Linie in welche Richtung läuft. Es ist ja ein Schema. Vielleicht schwierig zu verstehen, vor allem wenn es um die Lage des Eingangs und des Zentrums geht. Die liegen ja im richtigen Labyrinth nahe beieinander und nicht wie im Schema außen auf der rechten und der linken Seite.

Das Diagramm

Das Diagramm

Ich stelle mir dieses Rechteck immer als einen auseinandergezogenen Ring oder Reifen vor. Wenn ich diesen Reifen hinten in der Mitte durchschneide und die beiden äußeren Enden nebeneinanderlege, kommt der Eingang lagerichtig auf die linke Seite und das Zentrum auf die rechte.
Vielleicht wird es in der unteren Zeichnung klarer? Wenn ich die Linien der Reihe nach verfolge (also 3-2-1-4-7-6-5-8) muss ich wechselweise auf der einen Seite hinaus und auf der anderen Seite wieder hinein. Am besten einfach ausprobieren.

Das durchschnittene Diagramm

Das durchschnittene Diagramm

Da ich aus dem Mäander die richtige Wegfolge für das Labyrinth (Ariadnefaden) ableiten kann, lässt sich das Labyrinth allein nach dieser Wegfolge zeichnen. Ich brauche dafür nicht das wohlbekannte Grundmuster zum Zeichnen des Labyrinths (Begrenzungslinien).
Das zum Mäander und dem Diagramm passende Labyrinth sieht folgendermaßen aus:

Das linksläufige klassische Labyrinth (Ariadnefaden)

Das linksläufige klassische Labyrinth (Ariadnefaden)

Hier in quadratischer Form:

Das quadratische klassische Labyrinth

Das quadratische klassische Labyrinth

Welcher Mäander erzeugt nun dieses linksläufige Labyrinth? Von den vier oben gezeigten Versionen der mit dem Eingang unten links und der mit dem Eingang oben rechts. Warum? Weil der Umgang 3 (der gelbe) nach Passieren von 0 (grau) zuerst nach links abbiegt.

Bei den Mäanderversionen mit dem Eingang unten rechts und dem Eingang oben links biegt Umgang 3 zuerst nach rechts ab. Folglich muss auch das daraus erzeugte Labyrinth anders aussehen, und zwar folgendermaßen:

Das rechtsläufige klassische Labyrinth (Ariadnefaden)

Das rechtsläufige klassische Labyrinth (Ariadnefaden)

Das wiederum ist aber nichts anderes als das vertikal gespiegelte linksläufige Labyrinth.
Aus den vier möglichen Versionen eines labyrinthgeeigneten Mäanders lassen sich also zwei Versionen des klassischen 7-gängigen Labyrinths ableiten.


Zum Schluss soll aber auch das Labyrinth so gezeigt werden, wie es viele kennen: Mit der Darstellung der Begrenzungslinien. Die sind in Schwarz gehalten. Der Weg, der in den vorigen Zeichnungen farbige Ariadnefaden, ist dabei der freie Raum zwischen den Linien. Die Begrenzungslinien kreuzen sich und haben einen Anfang, hier sogar vier. Diese Form lässt sich am einfachsten aus dem Grundmuster erzeugen.

Das linksläufige klassische Labyrinth (Begrenzungslinien)

Das linksläufige klassische Labyrinth (Begrenzungslinien)

Macht man die Wege in allen Umgängen gleich breit, wird aus dem sonst zentralen Kreuz die rautenförmige „Fontanelle“.

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Die Anfertigung des Fingerlabyrinths beim Workshop auf dem Labyrinthkongress in Hofkirchen i.M. hat mich auf eine neue Idee gebracht:
Die meisten Fingerlabyrinthe zum Nachfahren des Weges mit den Fingern zeigen diesen in vertiefter Form. So wie ich es auch bei meinem 6-gängigen Jericholabyrinth getan hatte. Ich wollte es aber umgekehrt haben.
Das habe ich bei einem erneuten Besuch im Atelier von Prof. Gerhard Wünsche in Hofkirchen i.M. in die Tat umgesetzt. Auf den noch feuchten und weichen Ton habe ich den Ariadnefaden in Form einer Schnur gedrückt und eine Vertiefung erzeugt. Nach dem Brennen des Tons habe ich dann die Schnur in die Vertiefung geklebt. So hebt sich also der rote Faden von der Oberfläche ab und läßt sich mit den Fingern nachfahren.

Ariadnefaden 1

Ariadnefaden 1

Das obige Exemplar zeigt das wohlbekannte 7-gängige kretische Labyrinth mit der Wegfolge 3-2-1-4-7-6-5-8.

Für diese Wegfolge lassen sich aber noch drei weitere Varianten zeichnen. Eine davon habe ich für mein zweites Fingerlabyrinth gewählt.

Ariadnefaden 2

Ariadnefaden 2

Die insgesamt möglichen Linienführungen hatte ich schon früher einmal in einem Artikel beschrieben (siehe unten).

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Das Labyrinth nach dem Grundmuster zu zeichnen, fasziniert immer noch jeden, der es das erste Mal tut. Es gibt das Grundmuster für die Begrenzungslinien (die Wände oder Mauern) und seit 2010 auch das Grundmuster für den Weg, den Ariadnefaden.

Doch das ist nicht die einzige Möglichkeit. Bei der Beschäftigung mit dem Mäander habe ich aus verschiedenen Mäanderkombinationen Labyrinthe erzeugt und bin dabei auf wohlbekannte und auf bisher noch unbekannte, also neue Typen, gestoßen.
Die Mäander habe ich mehr als Lieferanten für die Wegfolge im Labyrinth gesehen. Denn ein Labyrinth wird ja vor allem durch die Wegfolge definiert, wenngleich nicht nur.

Beim freihändigen Zeichnen des Ariadnefadens habe ich entdeckt, dass es manchmal mehrere Möglichkeiten für den Richtungswechsel eines Umganges gibt.

Das brachte mich auf die Idee, nach weiteren Varianten für das klassische, kretische 7-gängige Labyrinth mit der inzwischen wohlbekannten Wegfolge 0-3-2-1-4-7-6-5-8 zu suchen.
Und ich habe drei weitere Labyrinthfiguren mit der gleichen Wegfolge gefunden.

Das darin enthaltene Grundmuster und den eckigen Ariadnefaden in Gestalt des Mäanders habe ich erst nach der eigentlichen Labyrinthkonstruktion ermittelt.

Hier zunächst einmal das am weitesten verbreitete kretische Labyrinth in „Reinform“:

Das klassische 7-gängige Labyrinth

Das klassische 7-gängige Labyrinth

Das Grundmuster für die Wände ist farblich hervorgehoben. Der Ariadnefaden in Diagrammform zeigt, dass der Weg im Labyrinth aus zwei einfachen (bei mir Typ 4 genannt) Mäandern zusammengesetzt ist.
Das Labyrinth hat 7 Umgänge, vier Wendepunkte und die Wegfolge 0-3-2-1-4-7-6-5-8.


In dieser Variante kreuzt der vierte Umgang die Hauptachse und bei gleicher Wegfolge wie im vorigen Beispiel entsteht ein neuer Typ:

Ein 7-gängiges Labyrinth mit kreuzendem 4. Umgang

Ein 7-gängiges Labyrinth mit kreuzendem 4. Umgang

Das Grundmuster ist auseinandergezogen und gespalten. Der Ariadnefaden ist ebenso auseinandergezogen, aber die beiden Mäanderelemente sind klar erkennbar.
Das Labyrinth hat 7 Umgänge, vier Wendepunkte und die Wegfolge 0-3-2-1-4-7-6-5-8, jedoch ein ganz anderes Aussehen als gewohnt.


Hier kreuzt der 7. Umgang die Hauptachse und bei gleicher Wegfolge entsteht wieder ein neuer Typ:

Ein 7-gängiges Labyrinth mit kreuzendem 7. Umgang

Ein 7-gängiges Labyrinth mit kreuzendem 7. Umgang

Das Grundmuster ist wieder verschoben und gespalten. Der Ariadnefaden ist verändert, doch erkennbar, das zweite Element ist gespiegelt.
Das Labyrinth hat 7 Umgänge, vier Wendepunkte und die Wegfolge 0-3-2-1-4-7-6-5-8, jedoch wieder ein ganz anderes Aussehen als gewohnt.


Nun kreuzen der 4. und der 7. Umgang die Hauptachse und bei gleicher Wegfolge entsteht wieder ein neuer Typ:

Ein 7-gängiges Labyrinth mit kreuzendem 4. und 7. Umgang

Ein 7-gängiges Labyrinth mit kreuzendem 4. und 7. Umgang

Das Grundmuster ist verschoben und gespalten. Der Ariadnefaden ist verändert, doch die zwei Elemente sind gut zu sehen.
Das Labyrinth hat 7 Umgänge, vier Wendepunkte und die Wegfolge 0-3-2-1-4-7-6-5-8, jedoch wieder ein ganz anderes Aussehen als gewohnt.

Es gibt also für die gleiche Wegfolge vier verschiedene Formen. Die korrekte Bezeichnung wird etwas schwierig. Hier sieht man deutlich, dass die Angabe der Wegfolge für die Definition nicht ausreicht.

Jetzt kann man (auch frau) sich fragen, warum es bisher keine Labyrinthe dieses Typs gab. Aus dem Grundmuster lassen sie sich jedenfalls nur schwer erzeugen, aus dem Mäander wohl auch nicht.

Genauer betrachtet, sehen diese drei neuen Varianten auch nicht besonders schön aus. Die Komponenten Quadrat und Kreis treten nicht so deutlich in Erscheinung. Die ursprüngliche, älteste und bekannteste Version des klassischen Labyrinths macht insgesamt einen ausgewogenen und harmonischen Eindruck. Es geht nichts über das gute, alte kretische Labyrinth. Das zeigt sich einmal mehr.

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