Wie mache ich einen Wunderkreis? Teil 1

Ein Wunderkreis besteht aus einer Doppelspirale, umgeben von einem einfachen Labyrinth mit zwei Wendepunkten.

Wir beginnen im Zentrum mit der Doppelspirale. Als Minimum würde ein Halbkreis unterhalb und ein Halbkreis oberhalb der waagrechten Linie genügen. Es lassen sich beliebig viele Bögen hinzufügen um die Doppelspirale größer zu machen. Hier nehmen wir drei Bögen, die wir mit A, B und C bezeichnen. Die unteren werden um M1 als Mittelpunkt gezeichnet, die oberen sind versetzt und werden um M2 als Mittelpunkt gezeichnet.

Schritt 1

Schritt 1

Danach fügen wir auf der linken Seite drei Bögen hinzu. Sie werden in einem Dreieckssektor um den Mittelpunk M1 gezeichnet. Wir nummerieren die Umgänge von außen her mit 1, 2 und 3. Umgang 3 wird später zum Eingang.
Der Wendepunkt M3 für den unteren Halbkreis liegt mittig zwischen den beiden äußeren Umgängen 1 und 2.

Schritt 2

Schritt 2

Nun kommt der rechte Teil. Hier sind zwei Bögen mehr als auf der linken Seite erforderlich, also fünf. Wir nummerieren die Umgänge wieder von außen nach innen von 1 bis 5. Der Umgang 5 führt später zum Ausgang.
Der Wendepunkt M4 liegt mittig zwischen den vier Umgängen 1 bis 4. Im unteren Mittelteil werden zwei Halbkreise um diesen Mittelpunkt M4 gezogen.

Schritt 3

Schritt 3

Zum Abschluss werden die oberen Halbkreise um M2 als Mittelpunkt vervollständigt. Es sind rechts und links je 4 Halbkreise (und Umgänge) mehr geworden als am Anfang.

Schritt 4

Schritt 4

Der Wunderkreis wird üblicherweise zuerst durch die labyrinthischen Umgänge über den Umgang 3 betreten und durch die Doppelspirale hindurch im Umgang 5 verlassen. Die Wegfolge ergibt sich dann wie folgt: 3-2-1-4-C-B-A-A-B-C-5.
Die Wegfolge 3-2-1-4 liegt bekanntlich dem Mäander wie auch dem Knossos Labyrinth zu Grunde.


Jetzt wählen wir mehr Umgänge und wenden die oben genannten Grundsätze auf die Konstruktion an. Dadurch lassen sich Wunderkreise mit unterschiedlich vielen Umgängen erzeugen. Bei der Doppelspirale lassen sich Umgänge in 1-Schritten hinzufügen, beim Labyrinth geht es paarweise.
Auf der rechten Seite sind insgesamt immer zwei Umgänge mehr als links erforderlich. Die unteren Wendepunkte (M3 und M4) müsen immer mittig zwischen den geradzahligen rechten oder linken Umgängen liegen. Im folgenden Beispiel links zwischen 6 und rechts zwischen 8 Umgängen.

Wenn wir wissen, wie viel Umgänge für einen Wunderkreis wir wollen, können wir die beiden unteren Wendepunkte auf eine Linie legen und die Mitte für die Doppelspirale (M1) in einem Dreieck bestimmen. Ein- und Ausgang lassen sich ebenfalls ohne Zwischenraum nebeneinander anordnen.

Wir können hier aber beim Abstecken trotzdem zuerst mit der Festlegung der Mitte M1 beginnen und auch die Ausrichtung der Hauptachse (senkrechte Linie) bestimmen. Über Bogenschlag lassen sich dann die übrigen Mittelpunkte M3 und M4 festlegen.

Die Hauptabmessungen

Die Hauptabmessungen

Am besten betrachten wir die Maßangaben als Einheiten, also entweder „Meter“ oder „Yard“ oder „Schrittweite“ o.ä. Dann können wir auch alle Dimensionen beliebig skalieren.
Der kleinste Radius hat 1 Einheit und wächst dann stufenweise jeweils um 1 von Bogen zu Bogen. Der größte Radius hat dann 12 Einheiten. Die Begrenzungslinien addieren sich auf 407 Einheiten, der gesamte Weg durch den Wunderkreis erreicht 362 Einheiten.

Der fertige Wunderkreis

Der fertige Wunderkreis

In diesem Beispiel hat der Wunderkreis vier Umgänge mehr als im Beispiel oben auf der Seite und keinen Zwischenraum zwischen Ein- und Ausgang. Dieser Bereich ist in den historischen Wunderkreisen ganz unterschiedlich gestaltet. Manchmal sind die Wege zusammengezogen, manchmal liegen sie weit auseinander.

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5 Gedanken zu „Wie mache ich einen Wunderkreis? Teil 1

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