Typ oder Stil / 15

Schluss

Zum Schluss dieser Serie fasse ich nochmals das Wesentliche zusammen und gehe auf einige offene Fragen ein. Ich habe zwischen Typ und Stil unterschieden. Die Typen bestimme ich aufgrund der Wegführung. Diese ist am besten im Muster ersichtlich (zum Muster siehe verwandte Beiträge, unten). Labyrinthe mit gleicher Wegführung ordne ich demselben Typ zu (Typ oder Stil / 6, siehe verwandte Beiträge).

Mit Stil bezeichne ich eine wegweisende Art der grafischen Gestaltung von Labyrinthen. Ich habe zunächst fünf verschiedene Stile identifiziert (Typ oder Stil / 7) und als sechsten noch den Knidos Stil von Erwin (Typ oder Stil / 8) dazu genommen. Typ und Stil ergänzen einander. Bildet man die Typen nach der Wegführung, ist das klar, transparent und erlaubt eine zweifelsfreie Einordnung der einzelnen Labyrinth Exemplare. Beim Stil ist das nicht so klar und eindeutig möglich.

Die folgende Abbildung soll das Verhältnis zwischen Typ und Stil nochmals veranschaulichen.

Die beiden oberen Bilder aus dem ersten Beitrag (Typ oder Stil / 1) sind ungewöhnlich. Sie zeigen die beiden bekanntesten Typen und Stile. Aber sie zeigen die Typen nicht in den ihnen entsprechenden gewohnten Stilen, sondern vertauscht. Also den Kretischen Typ im Chartres Stil und den Typ Chartres im Klassischen Stil. Die unteren Bilder zeigen die Typen in den ihnen entsprechenden, allen vertrauten Stilen: Den Kretischen Typ im Klassischen Stil  und den Typ Chartres im Chartres Stil.

Bei einer Typologie nach dem Wegverlauf sind jedoch einige Schwierigkeiten zu beachten:

Es ist eine unüberschaubar grosse Zahl an Typen denkbar. In der Praxis kommen aber bislang vielleicht einige hundert Typen vor. Dennoch müssen die Typen weiter zusammengefasst werden in z.B. Untergruppen, Gruppen, Familien oder ähnlich. Auch das sollte transparent und nachvollziehbar erfolgen.

Es gibt nur wenige Typen, die häufig vorkommen, denen also viele Exemplare zugeordnet sind (der Kretische Typ, Typ Chartres und wenige andere). Hingegen gibt es viele Typen, die überhaupt nur durch ein einziges Exemplar repräsentiert sind. Dies könnte in einer Typologie durch Bildung zweier entsprechender Gruppen von Typen berücksichtigt werden.

Es gibt Labyrinth Exemplare, bei denen das Muster schwierig zu bestimmen ist. Deshalb ist auch denkbar, dass Labyrinth Exemplare vorkommen können, die sich nicht klar und eindeutig nach dem Muster klassifizieren lassen.

Bisher habe ich mich auf unikursale Labyrinthe beschränkt. Nun gibt es aber eine zunehmende Anzahl an labyrinthähnlichen Figuren, die dieses Prinzip nicht einhalten. Prinzipiell kann man neben der Kategorie „unikursale Labyrinthe“ weitere Kategorien für andere labyrinthähnliche Figuren vorsehen. Diese Kategorien können dann weiter nach Typen untergliedert werden.

Ein Problem für sich ist die Namensgebung. Ich mache es so, dass ich einem Typen den Namen des zuerst publizierten Exemplars gebe. Ich habe diese Regel aber nicht konsequent durchgehalten. Die Namen der gängigsten Typen habe ich übernommen, auch wenn sie nicht nach dem frühest publizierten Exemplar vergeben worden sind. (z.B. Kretischer Typ, Typ Chartres, Typ Ravenna, Typ Saffron Walden). Auch ist diese Regel nicht ohne Probleme, da sich nicht alle Exemplare hinreichend datieren lassen. Ferner besteht immer die Möglichkeit, dass bislang noch ein unbekanntes, älteres Exemplar entdeckt wird.

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