Ein „figurbetontes“ Knidos Labyrinth

Wenn man im Knidos Labyrinth alle Wege gleich breit macht und die Begrenzungslinien danach ausrichtet, erhält man ein rautenförmiges, leeres Element im mittleren Teil, das sonst durch ein Kreuz gebildet wird. Diese Form ergibt sich, weil die vier Wendepunkte ein Quadrat bilden.
Eine Verschiebung der Raute ergibt sich auch, wenn man die Eingangsachse (in das Labyrinth hinein) und die Eintrittsachse in die Mitte des Labyrinths auf die Hauptachse der Labyrinthfigur ausrichtet. Im „verrückten Labyrinth“ habe ich das schon einmal demonstriert (siehe Verwandte Artikel unten).

Will man dieser „Leerform“ nun eine bestimmte Gestalt geben, kann man mit der Lage der Wendepunkte spielen. Das habe ich getan um  das „figurbetonte“ Labyrinth erhalten. Alle Elemente sind Kreisbögen, die vier Wendepunkte liegen allerdings nicht mehr in einem Quadrat.

Die Anregung zu diesem Labyrinth geht auf das von Agnes Barmettler entworfene Logo mit der Frau im Labyrinth für die öffentlichen Frauenplätze zurück.

Das Logo für die öffentlichen Frauenplätze

Das Logo für die öffentlichen Frauenplätze

Solch ein Labyrinth lässt sich schön zeichnen, aber nur schwer bauen, vor allem als ein großes, begehbares Labyrinth. Daher habe ich versucht, mit geometrischen Elementen allein die Labyrinthform zu konstruieren. Etwas Fantasie ist natürlich gefragt. Auf jeden Fall bietet die „Leerform“ genügend Gestaltungsspielraum.

Das "figurbetonte" Knidos Labyrinth

Das „figurbetonte“ Knidos Labyrinth

Die nachfolgende Konstruktionszeichnung für eine Art Prototyp zeigt die geometrischen Eigenschaften im Detail.

Wer ganz genau hinschaut und mit dem Original Knidos Labyrinth vergleicht, erkennt, dass sich ein Segment weniger ergibt. Der Wendepunkt unten rechts ist nämlich in die Verlängerung der Linie vom Mittelpunkt des Zentrums zum oberen, rechten Wendepunkt gelegt. Dadurch fällt das sonst schmale „Kuchenstück“ in diesem Bereich weg.

Konstruktionszeichnung

Konstruktionszeichnung

Wer so ein Labyrinth einmal bauen möchte, ist herzlich dazu eingeladen. Die Zeichnung enthält alle dafür notwendigen Angaben. Allerdings kann man auch andere Parameter verwenden, denn das Labyrinth ist skalierbar. Der Zeichnung ist ein Achsmaß von 1 m zugrunde gelegt. Das bedeutet, dass sich alle Angaben proportional ändern (verkleinern oder vergrößern) lassen. Möchte man z.B. ein halb so großes Labyrinth, multipliziert man alle Maße mit 0,5. Auch mit „krummen“ Zahlen kann man so verfahren, bis das gewünschte Ergebnis erzielt wird.

Hier können Sie die Konstruktionszeichnung als PDF-Datei anschauen / drucken / speichern /  kopieren

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