Wie das Muster zu lesen ist

Das Muster ist eine Umformung des Ariadnefadens von der geschlossenen Form in die Rechteckform. Es ist selbst kein Labyrinth mehr. Was im Labyrinth aussen war, ist im Muster oben, was innen war, unten. Die Umgänge werden zu horizontalen Linien. Die Achsen sind alle vertikal.

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Abbildung 1. Ariadnefaden meines Demonstrationslabyrinths

 

Abb. 1 zeigt den Ariadnefaden meines Demonstrationslabyrinths. Die Umgänge nummeriere ich entsprechend der Richtung in das Labyrinth hinein von aussen nach innen. So ist 1 der äusserste, 5 der innerste Umgang.

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Abbildung 2. Muster meines Demonstrationslabyrinths

 

Abb. 2 zeigt, wie sich das im Muster niederschlägt. Dort ist 1 die oberste, 5 die unterste Horizontale. Die Achse wird bei der Umformung aufgeteilt in ihre linke und rechte Hälfte. Diese kommen im Muster an die senkrechten Aussenseiten zu liegen. Verläuft der Weg entlang einem Umgang, ist er im Muster waagrecht dargestellt. Beim Wechsel auf einen anderen Umgang, verändert er sich axial und bildet dabei die Achse. Dies wird im Muster senkrecht abgebildet. Es kommt aber erst deutlich zum Vorschein bei mehrachsigen Labyrinthen.

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Abbildung 3. Ariadnefaden des Labyrinths vom Typ Compiègne

 

Abb. 3 zeigt den Ariadnefaden des Labyrinths von Compiègne. Dieses hat auch 5 Umgänge, aber 4 Achsen. Mehrachsige Labyrinthe haben in aller Regel eine Hauptachse, an der der Eintritt ins Labyrinth erfolgt und von der aus das Zentrum erreicht wird. Zudem haben sie Nebenachsen.

Zuerst muss man sich noch klar werden, wie die Achsen bezeichnet werden sollen. Ich versehe die Hauptachse mit der Nummer, die der Anzahl Achsen des Labyrinths entspricht. Bei einem vierachsigen Labyrinth gebe ich der Hauptachse also die Nummer 4. Ich beginne mit der Nummerierung bei der ersten Nebenachse im Uhrzeigersinn neben der Hauptachse. Dies deshalb, weil ich das Labyrinth immer mit dem Eingang von unten und im Uhrzeigersinn drehend vorlege, bevor ich es in die Rechteckform überführe.

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Abbildung 4. Muster des Labyrinths vom Typ Compiègne

 

Abb. 4 zeigt die Auswirkungen auf das Muster. Die Hauptachse wird, wie die einzige Achse des einachsigen Labyrinths, aufgeteilt. Ihre beiden Hälften kommen vertikal links und rechts aussen zu liegen. Die Nebenachsen werden bei der Umformung nicht aufgeteilt. Beim vierachsigen Labyrinth haben wir also im Muster fünf vertikale Linien vorliegen. Zwei für die beiden Hälften der Hauptachse an den Aussenseiten der Rechteckform und drei für die Nebenachsen innerhalb der Rechteckform. (Ich habe übrigens die Beschriftung der Achsen verschoben: die müsste im Muster oben sein, entsprechend der Beschriftung aussen im Ariadnefaden, aber so liest sie sich besser.)

Man kann sich also ein Raster aus horizontalen und vertikalen Linien unter dem Muster liegend vorstellen. Dabei geben die horizontalen Linien die Umgänge an. Der Weg im Muster verläuft auf diesen Linien. Die vertikalen Linien geben die Achsen an. Diese liegen neben oder zwischen den Stellen, an denen der Weg auf einen anderen Umgang wechselt.

Was diese Ausführungen auch zeigen: Wir haben hier das Muster in einer Richtung gelesen. Behaltet das in Erinnerung, es ist wichtig.

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3 Gedanken zu „Wie das Muster zu lesen ist

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