Wie zeichne ich ein Man-in-the-Maze Labyrinth?

Vor kurzem hat mich Erwin informiert, dass ein Kommentar zu einem seiner früheren Beiträge eingegangen ist: „Gibt es einen einfachen Weg, dieses Labyrinth zu zeichnen?“ hier der Beitrag in Deutsch. Ich wollte per Kommentar antworten. So einfach geht es dann doch nicht. Aber es gibt einen zuverlässigen Weg, und der ist auch nicht allzu schwierig. Man benötigt dazu zwei Elemente: Eine Hilfsfigur und die Keimstruktur. Betrachten wir die Sache einmal näher am Beispiel des Labyrinths von Erwin.

Das indianische Labyrinth

Das indianische Labyrinth

Wie Erwin richtig feststellt, ist dies ein Labyrinth vom Kretischen Typ. Alle Begrenzungsmauern sind streng geometrisch geordnet. Sie liegen auf einem besonderen Raster. Dieses besteht aus einem Rad mit 11 konzentrischen Kreisen / Ringen und 16 Speichen.

Die Hilfsfigur

Die Hilfsfigur

Dieses Raster ist die benötigte Hilfsfigur. Erwin hat in seiner Zeichnung die Umgänge von 1 bis 10 nummeriert und den (nicht zugänglichen) Mittelpunkt der Figur mit 11. Die gleiche Nummerierung kann auch auf die Begrenzungsmauen angewendet werden. Im Raster liegen die auf den Ringen. Dabei erhält der äusserste Ring die Nr. 1, der innerste die Nr. 11.

Als zweites Element benötigen wir nun noch die Keimstruktur / das Grundmuster des Labyrinths. Da wir das Labyrinth in der Darstellung mit den Begrenzungsmauern zeichnen wollen, brauchen wir auch die Keimstruktur für die Begrenzungsmauern. Und da es sich um den Kretischen Labyrinth Typ handelt, brauchen wir die Keimstruktur dieses Typs.

Die Keimstruktur

Die Keimstruktur

Die Keimstruktur wird zuerst so variiert, dass sie auf die Hilfsfigur passt. Alle ihre Linien / Punkte müssen auf dem Raster liegen. Im Vergleich mit früher gezeigten Variationen ist das eine geringfügige Variation. Man erkennt unmittelbar, dass es sich um die Keimstruktur vom Kretischen Typ handelt. Diese kommt ins Zentrum der Hilfsfigur. Ihre 16 Enden werden gebildet durch die Schnittpunkte der 16 Speichen mit dem 9. Ring.

Der erste Schritt

Der erste Schritt

Nun bleibt noch, die Keimstruktur zum Labyrinth zu vervollständigen. Dazu muss zuerst die Lage des Zentrums des Labyrinths bestimmt werden. Dann wird genau wie hier beschrieben vorgegangen. Zuerst werden die beiden nächsten Enden neben dem Zentrum verbunden. Dies geschieht hier aber nicht einfach mit einem Bogen um das Zentrum herum, sondern mit einem Linienzug strikt entlang der Speichen und Ringe auf der Hilfsfigur.

Der zweite Schritt

Der zweite Schritt

Weiter geht es mit den beiden Enden neben der geschaffenen Verbindung. Nach der innersten wird so die zweit-innerste Verbindung hergestellt.

Der dritte Schritt

Der dritte Schritt

Es folgt auf die gleiche Weise die dritte Verbindung. Und so wird von innen nach aussen eine Begrenzungsmauer nach der andern angefügt.

Das vollständige Labyrinth

Das vollständige Labyrinth

Zum Schluss bleibt eine Öffnung übrig, dort befindet sich der Eingang ins Labyrinth. Entfernen wir nun noch die Hilfsfigur, können wir das Resultat ungestört betrachten.

Labyrinth ohne Hilfsfigur

Labyrinth ohne Hilfsfigur

Diese Anleitung zeigt, wie wichtig es ist, zwischen dem Labyrinth-Typ und dem Grundriss zu unterscheiden. Wir haben hier ein Labyrinth vom Kretischen Typ auf einem Man-in-the-Maze Grundriss, man könnte auch sagen: im Man-in-the-Maze Stil (MiM-Stil), gezeichnet. Jeder einachsige Labyrinth-Typ lässt sich im MiM-Stil zeichnen.

Ein Labyrinth-Typ kann vollständig durch die Keimstruktur repräsentiert werden. Der Sinn und Zweck der Keimstruktur ist ja, dass darin das ganze Labyrinth schon angelegt ist.

In den vorangegangenen Beiträgen bin ich Variationen des Kretischen Labyrinth-Typs nachgegangen und habe ihre Auswirkungen auf die Keimstruktur untersucht. Dabei wurden Varianten gefunden, in denen die Keimstruktur fast bis zur Unkenntlichkeit und Unbrauchbarkeit variiert wurde.

Hier komme ich wieder auf den ursprünglichen Zweck der Keimstruktur zurück. In diesem Fall, wo wir ein Labyrinth im MiM-Stil zeichnen wollen, ist die Keimstrukur von entscheidender praktischer Bedeutung. Ohne sie sehe ich keinen einfachen Weg. Mit der Keimstruktur auf der Hilfsfigur kann man aber, mit etwas Geschick, ein Labyrinth sogar freihändig im MiM-Stil zeichnen.

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11 Gedanken zu „Wie zeichne ich ein Man-in-the-Maze Labyrinth?

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