Varianten der gleichen Keimstruktur / 4

Die Keimstrukturen des Herzlabyrinths von Mario Höhn waren für mich schwieriger zu identifizieren als jene des Labyrinths von Nîmes.

Abbildung 1. Keimstrukturen Herzlabyrinth

Abbildung 1. Keimstrukturen Herzlabyrinth

Wie Abbildung 1 zeigt, ist die Besonderheit dieses Labyrinths nicht so sehr seine Herzform. Das allein würde die Keimstruktur kaum beeinflussen. Speziell ist vielmehr, dass die Umgänge 7 und 6 auf die erste (rechte) Herzhälfte beschränkt sind. Trotzdem sieht das Labyrinth symmetrisch aus. Dies, weil in der zweiten (linken) Herzhälfte ein zusätzlicher Umgang in der Form einer Wendeschleife untergebracht ist. Diese füllt den Raum aus, den die beiden zurückgezogenen Umgänge 7 und 6 freilassen.

Abbildung 2. Variationen an der Keimstruktur

Abbildung 2. Variationen an der Keimstruktur

Es werden somit zwei Variationen an der Keimstruktur vorgenommen. Dies wird in Abb. 2 veranschaulicht:

  • Erstens wird die Wendestelle vom 7. auf den 6. Umgang aus dem 3. in den 2. Quadranten verschoben (A). Diese Wendestelle wird in der Keimstruktur für die Begrenzungsmauern (blau) durch einen Winkel oder Bogen und einen darin platzierten Punkt bezeichnet. In der Keimstruktur für den Ariadnefaden (rot) wird sie durch einen Bogen dargestellt. Die Keimstruktur enthält also im 2. Quadranten diese Wendestellen doppelt. Einmal normal eingebettet in die Kreuzarme, die zweite ungefähr gespiegelt gegenüber.
  • In der rechten Herzkammer erreicht der Weg, wie im Kretischen Labyrinth üblich, vom 4 Umgang her kommend den 7. Umgang. Danach wendet er aber im gleichen Quadranten auf den 6. und nochmals auf den 5. Umgang. Erst dieser führt dann in die linke Herzkammer. Dort mündet der Weg nicht von unten ins Zentrum, sondern macht noch eine zusätzliche halbe Umdrehung, bevor er sich zur Wendeschleife, dem zusätzlichen 8. Umgang verzweigt. Dieser Verlauf ist rot markiert. Der rote Kreis gibt die Lage der Wendeschleife, der schwarze Punkt die Lage des Zentrums an. Dieser Wegverlauf bedingt eine zusätzliche spiralförmige Begrenzungsmauer in der linken Herzkammer. Diese zusätzlichen Modifikationen im Bereich des Zentrums müssen in der Keimstruktur ergänzt werden (B).
Abbildung 3. Komplettierung der Keimstrukturen

Abbildung 3. Komplettierung der Keimstrukturen

Weil diese Modifikationen die Keimstruktur stark verzerren, habe ich in Abb. 3 angegeben, welche Enden miteinander verbunden werden müssen, um die Keimstruktur zum ganzen Labyrinth zu vervollständigen. Dabei geht man wie gewohnt von innen nach aussen vor. Man verbindet zuerst die beiden Enden mit der Nr. 1, dann die mit Nr. 2 usw. den aufsteigenden Nummern nach. Weil die Umgänge 7 und 6 auf die erste Hälfte des Labyrinths beschränkt sind und wegen der Neuorganisation um das Zentrum herum, werden die innersten beiden Umgänge / drei Begrenzungsmauern nicht um das Zentrum herum miteinander verbunden. Nur die fünf äusseren Umgänge führen um das Zentrum herum.

Diese Variante des Kretischen Labyrinth Typs bewirkt weitreichende Variationen der Keimstruktur, die ganz von ihrem ursprünglichen Sinn und Zweck wegführen. Der Sinn ist ja, dass die Keimstruktur ein einfaches Schema darstellt, das man sich gut merken direkt zum Labyrinth vervollständigen kann.

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