Wie zeichne ich acht 7-gängige Labyrinthe?

Neben dem ältesten bekannten Labyrinth mit 7 Umgängen (auch kretisches genannt) gibt es noch weitere Variationen. Tony Phillips hat sich als Mathematiker dem Thema genähert und kommt auf 42 verschiedene Möglichkeiten. Davon sind 41 bis jetzt noch nicht in einem historischen Labyrinth aufgetaucht.

Andreas Frei hat in einem Artikel (siehe unten) bereits sechs aus der Gruppe der sehr interessanten Exemplare vorgestellt.

Ich möchte hier 8 Labyrinthe von den 42 möglichen präsentieren, aber nach anderen Kriterien. Darunter das kretische und eines schon von Andreas Frei vorgestellte (Abbildung 3), dazu 6 weitere, bisher unbekannte Beispiele aus der Gruppe der interessanten Labyrinthe.

Bekanntlich betritt man nur auf einem ungeraden Umgang ein Labyrinth, das sind die Umgänge 1, 3, 5 oder 7. Die Exemplare mit Eingang auf dem 1. oder 7. Umgang sind nicht so interessant, daher habe ich sie weggelassen. Aus gestalterischen Gesichtspunkten gefällt mir der Zugang auf dem 3. oder 5. Umgang am besten. Das kretische Labyrinth beginnt mit Umgang 3.

Man ist dabei gleich im Labyrinth drin, wird zügig am Zentrum vorbeigeführt und wechselt immer wieder pendelnd die Richtung. Ganz so, wie es Hermann Kern in seinen Formprinzipien für ein Labyrinth im >Prinzip Umweg<  aufgeführt hat.

Seit Tausenden von Jahren ist nur ein Typ als 7-gängiges Labyrinth bekannt und wird verwendet bis zum heutigen Tag. Dieses kretische Labyrinth ist als geometrische Figur ziemlich sicher aus dem Grundmuster  entwickelt worden. Vielleicht kommt ja bei den Labyrinthen unserer Zeit der eine oder andere neue Typ hinzu? Es gibt noch Entwicklungspotenzial.

Die Unterscheidung des Typs erfolgt über die Wegfolge. Sie gibt am ehesten den Rhythmus der Bewegung wieder.
In den Schemazeichnungen sind die Begrenzungslinien (schwarz) und die Wege (weiß) gleich breit. Die Mitte beträgt das 4-fache der Wegbreite und die senkrechte Ausrichtung erfolgt nach der Zielachse.
Das rechteckige Diagramm ist die Abbildung des Ariadnefadens (hier in schwarz)  in linearer Form und zeigt gleichsam die innere Struktur des Labyrinths. Es wird von links nach rechts gelesen.

0-3-2-1-4-7-6-5-8

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Das „uralte“, kretische Labyrinth hat vier Wendepunkte und zwei aufeinander folgende mäanderförmige Linienverbindungen. Es lässt sich nach dem Grundmuster zeichnen, aber auch aus dem Mäander entwickeln und ist die „Mutter“ aller Labyrinthe. Es ist außerdem selbstdual und zeigt auch darin seine besondere Qualität.
0-3-4-7-6-5-2-1-8

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Die weiteren Labyrinthe haben teilweise eine andere Anzahl an Wendepunkten  und die Linien sind auf unterschiedliche Weisen miteinander verbunden.
0-3-4-5-6-7-2-1-8

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0-3-6-5-4-7-2-1-8

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0-5-4-3-6-7-2-1-8

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0-5-6-7-2-3-4-1-8

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0-5-6-7-4-3-2-1-8

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0-5-6-7-4-1-2-3-8

0-5-6-7-4-1-2-3-8

0-5-6-7-4-1-2-3-8

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Das letzte Labyrinth in meiner Aufstellung ist das einzige weitere selbstduale. Es gehört auch zur Gruppe der sechs sehr interessanten Labyrinthe im Beitrag von Andreas Frei.
Es ist sehr dynamisch und hat eine größere Schrittweite als das kretische Labyrinth. Die Schrittweite, also der  Übergang in den jeweils nächsten Umgang, lautet 5v(orwärts)-1v-1v-3r(ückwärts)-3r-1v-1v-5v. Das lässt sich aus der Wegfolge 0-5-6-7-4-1-2-3-8 ablesen.
Im kretischen mit der Wegfolge 0-3-2-1-4-7-6-5-8 ist die Schrittweite 3v-1r-1r-3v-3v-1r-1r-3v.
Man kann den Rhythmus und das „Feeling“ eines Labyrinths vor allem durch das Gehen erfahren.

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6 Gedanken zu „Wie zeichne ich acht 7-gängige Labyrinthe?

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