Das Grundmuster für den Ariadnefaden

Das Grundmuster zum Zeichnen eines Labyrinthes, genauer gesagt der begrenzenden Linien, ist seit Jahrhunderten wohlbekannt. Allerdings wissen wir nicht von wem es stammt; wann und wo es geschaffen wurde.

Das Grundmuster für die Wegbegrenzung

Das Grundmuster für die Wegbegrenzung

Damit lassen sich ganz einfach die Wegbegrenzungen bestimmen (dazu der Artikel: Wie zeichne ich ein klassisches Labyrinth?). Der eigentliche Weg wird durch diese Begrenzungslinien gekennzeichnet und ist der leere Raum dazwischen. Der Pfad, der vor allem auch in den begehbaren Labyrinthen begangen wird, ist also normalerweise gar nicht zu sehen. Dieser Weg wird auch der Ariadnefaden genannt. Er ist eine ununterbrochene Linie.

Nun hat Gundula Thormaehlen-Friedman das Grundmuster zum Zeichnen des Ariadnefadens entdeckt:

Das Grundmuster für den Ariadnefaden

Das Grundmuster für den Ariadnefaden

Schon letztes Jahr hatte ich von ihrer Anleitung zum Zeichnen des Ariadnefadens erfahren, habe dabei aber nicht die Bedeutung dieser ihrer Entdeckung oder Erfindung erkannt.
Das hat erst Andreas Frei, ein Schweizer Labyrinththeoretiker, wenn ich ihn so nennen darf. Er beschäftigt sich vor allem mit den bislang bekannten historischen Labyrinthen und hat ein eigenes System entwickelt zur Einteilung und Klassifizierung der verschiedenen Labyrinthtypen. Darüber schreibt er in Caerdroia und vor allem auf seiner Website: Das Muster im Labyrinth.
Er hat erkannt, welches Potenzial in der von Gundula Thormaehlen-Friedman vorgestellten Methode zum Zeichnen des Ariadnefadens steckt und hat für die bei ihm beschriebenen 17 einachsigen Labyrinthe die jeweiligen Keimmuster vorgestellt. Er verwendet das Wort Keimmuster als Übersetzung des gebräuchlichen englisch-sprachigen Begriffes „seed pattern“ für das Grundmuster. Am besten lesen Sie selbst seine Erklärung dazu.
Gehen Sie auch zu „Prinzip„; da wird genauer erläutert wie man die Wegbegrenzung oder den Ariadnefaden zeichnet.

Hier einige Keimmuster (© Andreas Frei) von Andreas Frei; mit seiner freundlichen Genehmigung verwendet:

3-gängig

3-gängig

5-gängig

5-gängig

7-gängig (kretisch)

7-gängig (kretisch)

11-gängig (Typ Otfrid)

11-gängig (Typ Otfrid)

15-gängig (Trojaburg)

15-gängig (Trojaburg)

Man muss nur das Zentrum festlegen (den dicken Punkt) und dann der Reihe nach die links und rechts liegenden Bogenenden um diesen Punkt herum verbinden. Ein Ende bleibt dann übrig, das ist der Eingang.

Man kann übrigens den ganzen Faden in einem Zug zeichnen. Sie fangen im Zentrum an und folgen dem Bogen innerhalb des Musters und gehen dann nach außen um das Zentrum herum, um die Kurve zum entsprechenden Ende des Bogens auf der anderen Seite zu vollenden, folgen wieder dem Bogen innen und machen so weiter bis zum Ende, das dann der Anfang ist.
Am besten mit Bleistift und Papier (und falls notwendig mit Radiergummi) selbst probieren..

Das nummerierte Grundmuster

Das nummerierte Grundmuster

Gundula Thormaehlen-Friedman schlägt vor, die Bogenenden zu nummerieren. Beim 7-gängigen, klassischen (kretischen) Labyrinth fängt sie am Zentrum oben mit „8“ an und geht dann jeweils rechts und links nach unten bis „1“, bzw. „0“; das ist der Eingang. Dann muss man nur darauf achten, immer die Enden mit den gleichen Ziffern zu verbinden. Auch das lässt sich in einem Zug machen.
Aus der Nummerierung von außen nach innen (1 ist der erste Umgang, 7 der letzte) ergibt sich die bekannte Wegfolge 3-2-1-4-7-6-5-8, der Rhythmus oder die Melodie des klassischen Labyrinths.

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Ein Gedanke zu „Das Grundmuster für den Ariadnefaden

  1. Pingback: Einige Gedanken zur Keimstruktur für den Ariadnefaden « bloggermymaze

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